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Jan Schönfelder (Herausgeber): Das Wunder der Friedlichen Revolution
Ideologischer Anspruch und die politische Realität standen sich in der DDR stets gegenüber. Zwischen ihnen klaffte eine über 40 Jahre existente Lücke, die aufgrund divergenter Handlungsmuster und widerspruchsvoll-opportunistischer Berichterstattung dauerhaft vorhanden war. Die DDR war ein auf Dauer angelegtes und beständig um ihr eigenes Überleben kämpfendes Provisorium. Es wäre ohne Repression und ideologische Einflußnahme bereits in frühen Jahren vernichtet worden und hatte damit nach heutiger Betrachtungsweise unter der Beachtung der völlig mangelnden gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz keine Existenzberechtigung. Allein 1991 wurden 9000 Verfahren mit 2000 beschuldigten DDR-Funktionären geführt. Dieses Bewußtsein vom Unrecht externalisierte sich schließlich 1989 infolge der Zuspitzung der... – weiterlesen (Rezension vom 01. Juni 2009)
 
Bandura Bernhard (Hg.), Ducki Antie (Hg.), Helmut Schröder (Hg.), Joachim Klose (Hg.), Macci Katrin (Hg.): Fehlzeiten-Report 2011
Dieser Band des Fehlzeiten-Reports ist dem Thema Führung und Gesundheit gewidmet. Führung und Gesundheit sind mehrfach miteinander verbunden: Gesundheit und Gesundheitsförderung müssen in Unternehmen mit übergeordneten betrieblichen Zielbereichen abgestimmt, systematisch organisiert und koordiniert werden, das ist Aufgabe der Managementführung. Gleichzeitig hat die Art und Weise, wie das Personal geführt wird Auswirkungen auf das Erleben und die Gesundheit der Mitarbeiter. Dies betrifft die unmittelbare Mitarbeiterführung. Darüber hinaus sind Führungskräfte Vorbilder dafür, wie mit den eigenen Belastungen und Ressourcen und der eigenen Gesundheit umgegangen wird. Der vorliegende Fehlzeiten-Report gibt in seinem Schwerpunktteil einen Überblick über die Vielfalt der aktuellen Forschungsfragen... – weiterlesen (Rezension vom 31. Oktober 2011)
 
Constanze Jecker (Hg.): Religionen im Fernsehen
Massenmediale Untersuchung aus der Schweiz Anhand von fünf Schweizer Fernsehprogrammen untersucht diese Forschungsstudie die Thematisierung und die Darstellungsmuster von Religionen im Fernsehen. Hierbei wurden drei staatliche und zwei private Fernsehsender berücksichtigt und bei all diesen Sendern das gesamte Programm mitsamt gar der Werbeeinblendungen, nicht also nur explizit religiöse Sendungen. Dies führt zur notwendigen bipolaren Unterscheidungen zwischen expliziter Religionsdarstellung (in religiösen Programmteilen) und implizierter Darstellung im Rest des jeweiligen Programms. Der erste Teil des vorliegenden Buches beschäftigt sich mit Form, Durchführung und quantitativem Ergebnis der Studie. Unersuchungsdesign, Methode und Ergebnisse werden differenziert von den Autoren dargestellt... – weiterlesen (Rezension vom 04. Juli 2011)
 
Gerd Herholz (Hg.): Stimmenwechsel - Poesie entlang der Ruhr
Anthologien bieten Lesern die Möglichkeit, Entdeckungen machen zu können. Im Januar ist anlässlich zum Jahr der Kulturhauptstadt 2010 der Titel "Stimmenwechsel. Poesie längs der Ruhr" im Essener Klartext Verlag erschienen, ein Hardcover-Band mit 149 Seiten. Auffallend ist die außergewöhnliche Gliederung: Im ersten Teil des Bandes findet sich eine Sammlung von stilistisch sehr verschiedenen Gedichten, im zweiten einige individuell gestaltete Interpretationen von Texten, die im ersten Teil nicht zu finden waren. In einer Zeit, in der der Markt für Gedichte und ihre Kritik eng geworden ist, sich die Aktivitäten inselhaft ins Internet verschoben haben, ist es fast ein Sonderfall, mal wieder ein Buch in den Händen halten zu können. Erleichtert wurde die Publikation mit öffentlichen Fördermitteln.... – weiterlesen (Rezension vom 12. Februar 2010)
 
Gerhard Josten (Hg.): Lust und Last des Alterns
Wenn man fünfzehn ist, kommen einem die eigenen Eltern oft alt vor. Mit fünfundzwanzig verschwendet man selten einen Gedanken ans älter werden. Mit fünfundvierzig ist man aufgrund seiner Lebenserfahrung bereit, sich mit dem Thema Alter auseinanderzusetzen, da es mehr und mehr Einzug in das eigene Leben hält. Und eher man sich versieht ist man fünfundsechzig und in dem Alter, in dem man sich Gedanken darüber macht, was noch vor einem liegt. Auch wenn, wie der unlängst verstorbene Udo Jürgens seinerzeit gesungen hat, das Leben mit sechsundsechzig Jahren erst anfange. Gerhard Josten wird im nächsten Jahr siebenundsiebzig Jahre und hat jetzt als Herausgeber einer Anthologie fungiert, die mich bewegt und berührt hat, und die ich in den nächsten Jahren immer wieder gerne zur Hand nehmen werde,... – weiterlesen (Rezension vom 30. Dezember 2014)
 
Heinz Walter (Hg.): Leistungsmotivation in Organisationen
Dieser Band aus der Reihe 'Kolleg für Leadership und Management' beschäftigt sich mit der Frage, wie man seine MitarbeiterInnen am besten zu optimalen Leistungen anspornt. Diese Frage wird immer wichtiger, da man erkannt hat, dass sich Demotivation sehr negativ auf die Leistung und damit auf das Unternehmensergebnis auswirkt. Bei der Neuauflage wurden Inhalt und Literaturliste aktualisiert und die Didaktik verbessert. Struktur - Sehr ausführliches Abbildungsverzeichnis - Modelle - Das Besondere am Leistungsmotiv - Von den Motiven zur Motivation - Menschenbilder - Wertedynamik, Wertetypen - Sinn - Gerechtigkeit - Macht - Vertrauen - Das Gehirn aus neurobiologischer Sicht - Management im Wandel der Zeit, verschärfte Bedingungen für das Management, postklassische Managementtheorien,... – weiterlesen (Rezension vom 25. März 2013)
 
Johannes Fiebig (Hg.): Wegbegleiter für Magische Zeiten
Im Programm des Königsfurt-Urania Verlags findet man neben Kochbüchern, Praxisbüchern über Ayurveda, Träume und Farben, Buch- und Kartensets über Kräuter oder Schüßler-Salze auch zahlreiche Märchenbücher. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Verlagsprogrammes umfasst Angebote zu esoterischen Büchern, Kartendecks und Zubehör. Es ist bald 30 Jahre her, da kam das erste Tarot-Buch des Autoren- und Verlegerpaares Fiebig/Bürger auf den Markt. Damals gab es trotz stetig wachsendem Interesse daran nur wenige Bücher zu diesem Thema auf dem deutschen Buchmarkt. Seither hat sich eine Menge getan, woran der Königsfurt-Urania Verlag bzw. das Verlegerpaar maßgeblich beteiligt sein dürfte, zählen sie doch weltweit zu den erfolgreichsten Tarot-Autoren. Bereits im Oktober 2011 erschien das im aktuell... – weiterlesen (Rezension vom 24. Januar 2013)
 
Sarah Majorczyk (Hg.), Experten der Deutschen Krebsgesellschaft: Das Krebs-Buch. Die Volkskrankheit verstehen, erkennen, behandeln, vermeiden
Sarah Majorczyk (Hg.) präsentiert mit den Experten der Deutschen Krebsgesellschaft mit dem Krebs-Buch einen Ratgeber zum Verständnis, Erkennung, Behandlung sowie Vermeidung der Volkskrankheit Krebs. Die Diagnose Krebs muss heute kein Todesurteil bedeuten, denn die Erfolgschancen der Behandlung steigen von Jahr zu Jahr. Das vorliegende Buch bietet LeserInnen ausführliche und verständlich aufbereitete Information über die Volkskrankheit Krebs. Es unterstützt sowohl PatientInnen als auch Angehörige in der Suche nach offenen Fragen wie beispielsweise: Was bedeutet die Diagnose? Welche Rechte habe ich im beruflichen Umfeld? Wie kann ich meine Angehörige informieren? Wo werde ich optimal behandelt? Alle diese Fragen werden von fachlich kompetenten Autoren beantwortet. Prof. Dr. Werner Hohenberger,... – weiterlesen (Rezension vom 15. Oktober 2011)
 
Wolfgang Schühly (Hg.): Natursprache. Deutsche Naturdichter der Nachkriegszeit
Der humanistische Fortschritt wird von vielen Philosophen und Dichtern als Abkehr von der Archaik gesehen. In der modernen Welt spielen kaum noch Götter, metaphysische Mächte, Bünde, Opfer oder Dienste eine Rolle. Weder Leidenschaft noch Enthaltung begründen eine tiefere beseelte Weltschau. Zu den modernen Annehmlichkeiten gehört die Sekurität. Der Sinn für die Tragik, für die Natur erstirbt. Es werden Kümmerer großgezogen. Es ist aus Sicht der Philosophen der Hang dieser Zivilisation, die Charaktere, Nationalgeister einander anzugleichen und einen Weltenbrei anzurühren, in dem alle Nuancen verschwinden - Uniformität, Wüßten, Langeweile und der Mangel an originärer und vielseitiger Naturerfahrung. Das Naturgedicht ist im Gegenzug ein Gedicht, in dessen Zentrum das Erleben von Naturerscheinungen... – weiterlesen (Rezension vom 14. Februar 2010)
 
Claudia Puhlfürst (Hrgb.), Uwe Voehl (Hrgb.): OWL kriminell
Mit "OWL kriminell" hatte Anfang 2009 eine neue Krimireihe im KBV Verlag ihre Premiere. Unter dem Reihennamen "Mordlandschaften" werden Kurzkrimis aus einzelnen deutschen Regionen in Form einer Anthologie herausgebracht, zu der zwanzig regional und überregional bekannte Krimiautoren ihre Beiträge liefern. In dem ersten Buch der neuen Reihe melden sich Autoren aus und mit Geschichten über die Region Ostwestfalen-Lippe zu Wort. Viele Orte, in denen die spannenden Geschichten spielen, dürften auch Uneingeweihten ein Begriff sein, beispielsweise Paderborn, Bielefeld, Detmold, Gütersloh, Bad Salzuflen und viele weitere. Wenn man dem Titel der Reihe glauben schenkt, müsste es unheimlich sein, in diesem Landstrich Deutschlands zu leben, denn es handelt sich um eine einzigartige... – weiterlesen (Rezension vom 01. Januar 2010)
 
Bartholomäus Figatowski (Hrsg): Der Basilikumdrache
Der Literatur- und Sozialwissenschaftler Bartolomäus Figatowski hatte nach einer Anthologie über Schleswig Holstein die Idee, eine solche für das Ruhrgebiet herauszubringen. Im Blickpunkt sollten phantastische Geschichten aus den Bereichen Fantasy, Horror oder Science Fiction stehen, die allesamt einen Bezug zum Ruhrgebiet haben. Aus über fünfzig Einsendungen musste Figatowski jetzt die Geschichten auswählen, die in diese Anthologie passen. Geschafft haben es elf Kurzgeschichten, die so vielfältig sind, wie die Schauplätze, an denen sie spielen. Den Auftakt bildet die Kurzgeschichte "Der Basilikumdrache" von Regina Schleheck. In dieser Geschichte begibt sich der Leser mit einem Bergmann unter Tage. Was würde vom Thema her auch besser passen. Und so hat Regina Schleheck eine spannende,... – weiterlesen (Rezension vom 27. August 2012)
 
Andreas A. Noll (Hrsg.): Chinesische Medizin bei Fertilitätsstörungen
Unerwünschter Kinderwunsch? Mit TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) zur erfolgreichen Behandlung bei unerfülltem Kinderwunsch. Das vorliegende Buch bietet LeserInnen das erste umfassende Buch zur Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch aus Sicht der Chinesischen Medizin. Sie wollen die Behandlung von unerfülltem Kinderwunsch in Ihre Praxis integrieren? Das vorliegende Buch "Chinesische Medizin bei Fertilitätsstörungen" bietet Ihnen einen Einblick in die ganzheitliche Gesundheitslehre bei Fruchtbarkeitsstörungen. Dort, wo die westliche Reproduktionsmedizin an ihre Grenzen stoßt, weil sie sich auf rein körperliche Abläufe konzentriert und Geist und Seele außer Acht lässt, kann die chinesische Medizin neue Türen auf dem Weg zum Wunschkind öffnen. Inhaltlich werden Sie, neben den... – weiterlesen (Rezension vom 29. Juni 2011)
 
Anil Batra (Hrsg.), Gerhard Buchkremer (Hrsg.), Reinhard Wassmann (Hrsg.): Verhaltenstherapie
Das von Anil Batra, Gerhard Buchkremer und Reinhard Wassmann herausgegebene Werk "Verhaltenstherapie", das inzwischen bei Thieme-Verlag in der dritten Auflage erschienen ist, bietet LeserInnen einen Überblick über alle wichtigen Methoden der Verhaltenstherapie. In der dritten Auflagen sind die einzelnen Kapitel nochmals optimiert worden, die beschriebenen Techniken erweitert und an das evidenzbasierte Wissen angepasst worden, Zudem tragen auch neue Kapitel zur Aktualität dieses Buches bei. Störungsspezifische Besonderheiten wichtiger Krankheitsgruppen sowie die Diagnostik und die Durchführung der Behandlung werden detailliert beschrieben. Der Fokus liegt neben Interventionen der Verhaltenstherapie auch auf ergänzenden kompatiblen Therapieformen wie interpersonelle Psychotherapie,... – weiterlesen (Rezension vom 10. September 2011)
 
Günter Reich (Hrsg.), Manfred Cierpka (Hrsg.): Psychotherapie bei Essstörungen
Auf Grund der relativ hoher Tendenz zur Chronifizierung sowie der häufig vorkommenden Therapieabbrüche, stellen PatientInnen mit Essstörungen eine schwer zu behandelnde Gruppe in der psychotherapeutischen Behandlung dar. Günter Reich, Diplom-Psychologe und Psychoanalytiker & Manfred Cierpka, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker und Familientherapeut, präsentieren mit dem von ihnen herausgegebenen Band "Psychotherapie der Essstörungen", das im Thieme Verlag inzwischen in der 3. Auflage erschienen ist, einen Überblick über die ambulante und stationäre Therapie von Essstörungen aus der Sicht der verschiedenen Therapierichtungen. Das vorliegende Buch zeigt, dass sich trotz der Unterschiede in den Konzepten zunehmend ein gemeinsames klinisches Behandlungswissen... – weiterlesen (Rezension vom 08. September 2011)
 
Heiko Luge (Hrsg.): Grenzgänge. Liber amicorum für den nationalen Dissidenten Hans-Dietrich Sander
Hans-Dientrich Sander war ein besonderer Denker und Philosoph der deutschen Nachkriegszeit. Für ihn war die Bundesrepublik Deutschland nicht die Fortsetzung der politischen Einheiten in der Deutschen Geschichte, sondern sie ist für ihn bis heute eine Ausgeburt der Stunde Null, gezeugt von fremden Mächten. So kündigte sich für Sander das "Germaniam esse delendam" schon in den letzten Kriegsjahren an. Die Zerstörung deutscher Städte mit Flächenbombardements und die gewaltsame Vertreibung von Millionen aus den östlichen Gebieten waren in der Tat absolute Schrecken. Das schriftstellerische Wirken Sanders war stets mutig von diesen Themen bestimmt, von denen her er ein Bild der Bundesrepublik zeichnete, wie es andere niemals sich zutrauten, was natürlich nicht an der Wahrheit hinter... – weiterlesen (Rezension vom 17. November 2009)
 
Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Ein abenteuerliches Herz
Ein ausgedehnter Streifzug durch Ernst Jüngers Schriften und Denken Das Werk Ernst Jüngers, der 1998 102jährig verstarb, ist immens und breit, vielfach und vielschichtig. Basierend auf dem namengebendem Buch Jüngers von 1928 (verändert 1938 neu aufgelegt), hat nun Heinz Ludwig Arnold, zu Zeiten Mitarbeiter Jüngers, ein eindrucksvolles, umfassendes und Wesentliches des Denkens Jüngers darstellendes "Ernst-Jünger-Lesebuch" herausgegeben, dass in fundierter Form eine breite Annäherung an diesen Philosophen, Schriftsteller, auch Militaristen (Krieger) und LSD Erprober ermöglicht. Vorweg gesagt allerdings ist es sicherlich so gut wie unmöglich, ein wirklich umfassendes Bild eines der produktivsten Schriftsteller des letzten Jahrhunderts vorzulegen, zu mannigfaltig und auch vielfältig... – weiterlesen (Rezension vom 21. April 2011)
 
Klaus E. Bohnenkamp (Hrsg.): Rainer Maria Rilke - Norbert von Hellingrath. Briefe und Dokumente
An den Wänden reihten sich edle Bücherschränke. Auf Tischen lagen besonders schöne Bücher. Neben einer antiken Büßte befanden sich noch weitere edle Exemplare. In dieser bibliophilen Umgebung trifft der Dichter Rainer M. Rilke (1875-1926) am 2. Oktober 1910 auf Friedrich Norbert von Hellingrath. Von diesem gibt heute kaum noch ein Buch Kunde. Seine überlieferte grüblerische Natur und die gewisse innere Schwere seines Wesens stünden dem heutigen Leser wohl auch nicht gut an. Dennoch! Das vorliegende Buch stellt dem Leser Hellingrath vor, in bisher nicht gekannter und detailreicher Weise, und zwar anhand bisher ungedruckte Zeugnisse seiner kurzen Freundschaft mit Rilke im Zeichen Hölderlins vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs. Trotz des nicht geringen Altersunterschiedes zwischen beiden... – weiterlesen (Rezension vom 22. November 2008)
 
Klaus Gauger (Hrsg.): Arnshaugk. Ein Lesebuch
Die Kraft des Außenseiters liegt in seinem Exotismus, der ihn zu einem gefährlichen und anziehenden Wesen macht. Er repräsentiert einen anderen Menschen, eine andere Lebenshaltung. Sie steht für vieles, was heute selten geworden ist: Stille, Kraft, gegen den Strom zu schwimmen, die Muße im Studium, der Genuß von großen geistigen Werken, die Liebe zur Natur, der Sinn für das Historische und seine heute noch sichtbaren Hinterlassenschaften. Für jene, die dies nicht zu sehen vermögen, triumphiert das profane Leben, von dem nach dem Rückzug Gottes nur noch die prosaische Seite übrig bleibt, versinnbildlicht durch die Banalität oder den Sieg der bürgerlichen Ordnung: Mittelmäßigkeit, Geisteslosigkeit, Gewöhnlichkeit, Betrieb, Erwerb, Sucht nach unendlicher Unterhaltung. Der Mensch von heute leidet... – weiterlesen (Rezension vom 07. Februar 2010)
 
Matias Matinez (Hrsg.): Handbuch Erzählliteratur
Darstellung und Geschichte der westlichen Erzählliteratur von der Antike an Epochen, Gattungen und Werke bilden auf der einen Seite den Bereich der historischen Betrachtung der Erzählliteratur, der in diesem Handbuch seinen Platz findet, auf der anderen Seite kommen in systematischer Betrachtungsweise auch die Formen und Funktionen der entsprechenden Literatur ausführlich zu Wort. Wobei von Beginn an festzuhalten ist, dass dieses Buch mit einem hohen wissenschaftlichen Anspruch versehen ist und primär der forschenden und wissenschaftlichen Arbeit dient. Eine Form "leichter" Lektüre zum Durchstreifen der Epochen und Formen westlicher Erzählliteratur liegt mit diesem Handbuch nicht vor. Unter Einbeziehung neuer Erkenntnisse, vor allem aus dem Feld der Untersuchung nicht-literarischer... – weiterlesen (Rezension vom 27. Januar 2012)
 
Nina Horvath (Hrsg.): Die Schattenuhr
Es hieße, Eulen nach Athen zu tragen, den Schriftsteller Edgar Allan Poe vorzustellen, der wie kein anderer die Kriminalliteratur und die Phantastik bis hinein in unsere Tage geprägt hat. Zweifellos ist es eine enorme Herausforderung für jeden Autor und Herausgeber, sich dem Anspruch dieses großen Namens zu stellen. Die junge österreichische Herausgeberin und Autorin Nina Horvath hat diesen Schritt gewagt und eine Anthologie deutschsprachiger Autoren vorgelegt, die sich ausdrücklich in der Tradition des Altmeisters sieht. Das 230 Seiten umfassende Hardcover aus dem BLITZ-Verlag besticht bereits durch seine äußere Gestaltung. Die Coverillustration von Zdzislaw Beksinski harmoniert perfekt mit Farbe und Schriften des Umschlags und der ebenfalls sehr ansprechenden Innenillustration von Mark Freier.... – weiterlesen (Rezension vom 21. Dezember 2011)
 
Sarah Wiener Stiftung (Hrsg.): Landschaft schmeckt - Nachhaltig kochen mit Kindern
Im von der Sarah Wiener Stiftung herausgegebenen Buch Landschaft schmeckt - Nachhaltig kochen mit Kindern wenden sich die Autorinnen an Eltern und Pädagogen. Das Buch mit seinen ansprechend bebilderten Anleitungen zeigt, wie man Kindern den Spaß am Essen vermitteln und vor allem ihre Sinne dafür schärfen kann, wo das Essen herkommt. In je einem Kapitel rund um die verschiedenen Nahrungsmittelgruppen, aber auch zu Weltküche und Fertigessen gibt es nicht nur Rezepte, Hintergrundwissen, Spiel- und Experimentieranregungen, sondern es wird unter dem Motto "Alles muss weg" immer auch an die Resteverwertung gedacht. Zur Nachhaltigkeit gehört eben nicht nur die Berücksichtigung der Jahreszeiten und des Wegs zwischen Acker und Gabel, sondern auch der Einsatz gegen Verschwendung. – weiterlesen (Rezension vom 02. November 2014)
 
St. Benno-Verlag (Hrsg.): Die schönsten Kirchen, Klöster, Kathedralen. 365 Porträts für jeden Tag des Jahres
Ab dem Römischen Reich entwickelte die katholische Kirche nach ihrer Etablierung als Staatsreligion erste monumentale Kirchenbauten, die bis heute das Bild vieler Städte unveränderlich prägen. Als Vorbild galt der "christlichen" Welt vielmals die Heiligengrabeskirche in Jerusalem, die oft kopiert wurde. Bodenzeichnungen und Mosaiken in den Kirchenböden mit Darstellungen des Weges nach "Jerusalem" oder zum "Heiligen Grab" sind in vielen Kirchen zu finden. Die architektonische Vielfalt von europäischer, byzantinischer und arabischer Kultur und darunter die Kirchenbauten sind unverändert beeindruckend. Kirchen geben Zeugnis von 1700 Jahren Architekturgeschichte. Sie stecken voll wertvoller Kunstschätze, sind Orte der Besinnung und Zentren des geistlichen Lebens.... – weiterlesen (Rezension vom 15. August 2009)
 
Stefanie Fischbach (Hrsg.): Deutschland, einig Vaterland. 60 Jahre: Eine Zeitreise gesamtdeutscher Geschichte von 1949 bis 2009
Die gesamtdeutsche nationale Identität, so läßt sich aus heutiger Sicht sagen, war stets vorhanden und führte erst 1989 zu ihrer eigentlichen Konsequenz. So läßt sich auch von einem mentalen gesamtdeutschen Bewußtsein sprechen, welches in der DDR-Nischenkultur auch unter dem Druck allumfassender Repression nur zeitweise auf forcierte Weise oberflächlich aber nicht geistig-mental ausgeblendet werden konnte. Die Bundesrepublik Deutschland erschien als Referenzsystem vom ersten Moment an und die Wiedervereinigung kann als letzte Konsequenz hierzu gelten. Das vorliegende Buch ergreift mit Bildern und Berichten, die den Leser in seine persönliche Vergangenheit eintauchen lassen - wohlgemerkt: den Leser in Ost und West bis hin zur Vereinigung. Dies geschieht auf über 1000 Fotos und ausführlichen... – weiterlesen (Rezension vom 15. August 2009)
 
Wolfgang Reinhard (Hrsg.): Geschichte der Welt. 1350-1750: Weltreiche und Weltmeere
Das hier zu besprechende Werk ist der dritte Band einer in Kooperation der Verlage C.H. Beck und Harvard University Press publizierten neuen Weltgeschichte. Es ist ein ambitioniertes Unterfangen, das auch einen anderen Weg beschreitet als die (ebenfalls noch nicht abgeschlossene) "Neue Fischer Weltgeschichte". Die "Geschichte der Welt" schildert große Zeitabschnitte und betrachtet globale Räume zusammenhängend. Das bedeutet im vorliegenden Fall eine Fülle von Informationen über die werdende Staatlichkeit in Europa, das Osmanische Reich, Ostasien und Ozeanien etc. Dieses Vorgehen hat freilich Vor- und Nachteile. So kann der Leser sich zwar einen "globalen Überblick" verschaffen, allerdings nur zeitlich beschränkt, während etwa die "Neue Fischer Weltgeschichte"... – weiterlesen (Rezension vom 29. November 2014)
 
Wolfram Huncke (Hrsg.): Gestern ist heute
Für eine nachhaltige Zukunft Trotz ihrer intensiven Freundschaft stellten Heinz Haber und Robert Jungk zu ihrer Zeit zwei Pole vor allem im Blick auf die Bewertung von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft dar. Robert Jungk, Kritiker vor allem des ungezügelten Wirtschaftswachstums und Vordenker für eine "nachhaltige" Gesellschaft, strikter Gegner der Kernenergie, einer, der sich selbst "Maschinenzähmer" nannte. Und Heinz Haber, Physiker, der in der Entwicklung, teils auch in der sprunghaften Entwicklung in Wissenschaft und Technik immer einen Voranschreiten der Menschheit sah und daran in Teilen maßgeblich mitwirkte. "Gegensatz lebt mit Respekt", diese freundschaftliche Grundhaltung bildet die Atmosphäre des Buches, dem Gespräche der Beiden in den 80er... – weiterlesen (Rezension vom 28. April 2011)
 
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