Moriarty - Zwischen Genie und Verbrechen: Folge 01 - Das Rätsel der Marie Celeste

Folge 01 - Das Rätsel der Marie Celeste

Verlag: Maritim Studioproduktionen [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-9628235-4-2

Preis: 9,33 Euro bei Amazon.de [Stand: 27. Oktober 2020]
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Sherlock Holmes und Dr. Watson wohnen einer Beerdigung bei. Unter den Trauergästen befindet sich auch James Moriarty. Wie der große Meisterdetektiv hat auch er ein besonderes Interesse an den Trauergästen. Speziell an vier Männern, die scheinbar ein dunkles Geheimnis teilen. Moriarty beginnt, Fäden zu spinnen und im Hintergrund zu agieren, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Gleiches gilt natürlich für seinen Widersacher Holmes. In einem alten Landhaus kreuzen sich ihre Wege, wo sowohl Holmes als auch Moriarty versuchen wollen, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Mit "Das Rätsel der Marie Celesete" liegt nunmehr die Auftaktfolge der neuen Maritim-Hörspielserie "Moriarty" vor, deren Vorgeschichte in "Perlen des Todes", der 55. Folge der Serie "Sherlock Holmes & Co." erzählt wurde. Ich gebe zu, dass ich sehr gespannt auf diesen Auftakt war, denn mit James Moriarty soll hier eine der interessantesten Figuren aus dem Holmes-Kosmos als Hauptfigur agieren. Vor allem die Frage, wie man Moriarty als Protagonisten einer eigenen Serie aufbauen und darstellen will, hat mich interessiert.

Nach dieser Folge bin ich ein wenig ratlos und noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Der Plot von Marc Freund ist gut durchdacht, spannend und kann sogar mit einer überraschenden Auflösung aufwarten, auch wenn es ein paar Ungereimtheiten gibt (z.B.: Warum war die Marie Celeste ein Geisterschiff, wenn man doch nur den Kapitän ausgesetzt hat?).

Für mich deutlich schwerer wiegt jedoch die Antwort auf die Frage, ob das wirklich ein James-Moriarty-Hörspiel ist. Ehrlich gesagt nein, und das ist der Punkt, der mich enttäuscht hat. Im Prinzip ist "Das Rätsel der Marie Celeste" eine klassische Sherlock-Holmes-Folge, in der dieser es mit seinem alten Widersacher zu tun bekommt. Ich habe zumindest in dieser Folge nichts bemerkt, was es rechtfertigt, dass hier eine eigene Serie, noch dazu unter dem Namen von James Moriarty entstanden ist. Diese Folge hätte auch ganz bequem im Rahmen der Sherlock Holmes & Co.-Reihe erscheinen können. Natürlich will ich nach einer Folge nicht soweit gehen und behaupten, dass man dies nur getan hat, um den Namen des Moriarty-Sprechers Andreas Fröhlich besser vermarkten zu können, doch ich bin jetzt wirklich gespannt, wie sich das in den nächsten Folgen entwickeln wird. Für mich lag und liegt immer noch der Reiz einer solchen Serie darin, eine andere Seite von Moriarty zu zeigen. Das ist meines Erachtens hier nicht gelungen. Bei Irene Adler hat man das geschafft. Auch da war das Prequel in der Sherlock-Holmes & Co.-Serie zu hören, nur dass dieser dann in der Auftaktfolge von Irene Adler, sowie in den weiteren Folgen, keine Rolle mehr gespielt hat. Und genau das erhoffe ich mir von "Moriarty".

Akustisch gibt es nichts auszusetzen. Soundtrack und Geräuschkulisse sind klasse und Andreas Fröhlich ist die absolut richtige Besetzung für James Moriarty. Langsam aber sicher gewöhne ich mich an Charles Rettinghaus als Sherlock Holmes, auch wenn ich hoffe, ihn in den kommenden Moriarty-Folgen aus den eben genannten Gründen nicht so oft zu hören. Mit Stefan Krause, Joachim Tennstedt oder einer wunderbaren Liane Rudolph als Dora Ginter sind auch die weiteren Rollen dieses Hörspiels sehr gut besetzt.
Fazit
Der Auftakt von "Moriarty" war nicht das, was ich mir erhofft habe. "Das Rätsel der Marie Celesete" ist ein wirklich gutes Hörspiel, nur ist es ein klassischer Sherlock-Holmes-Fall. Ich bin sehr gespannt, ob sich das ändert, denn in dieser Konstellation hätte man keine neue Serie erschaffen müssen. Mal schauen, wohin der Cliffhanger dieser Episode führen wird.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 04. Oktober 2020

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