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Robert Galbraith: Böses Blut

Böses Blut

Verlag: Blanvalet [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-7645-0768-8

Preis: 26,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 23. Januar 2021]
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Gründlich und umfassend erzählt - 1180 Seiten für einen alten, 40 Jahre zurückliegenden Fall. Und das zudem mit einem Fall, der zwar gemächlich mehr und mehr an Fahrt aufnimmt, aber an sich so viel an Geschichten gar nicht zu erzählen hat. Wohl aber hat Galbraith in ihrer angenehmen und schön zu lesenden Art und Weise viel zu erzählen, was mit den vielfach handelnden Personen im Werk zusammenhängt.

Seien es, natürlich, die beiden Hauptpersonen, Cormoran Strike und Robin, seine kongeniale Partnerin in der Detektei, seien es aber auch die vielen, bis in die Nebenfiguren hinein differenziert und mit viel "Fleisch an den Rippen" gestalteten Personen, denen Galbraith mit Liebe zum Detail nachgeht. Und damit den Leser, trotz des eher gemächlichen Tempos des Thrillers, mehr und mehr in diese ganz eigene, englische Welt hineinzieht. Die natürlich nicht, wie in früheren Werken, mit Fantasy-Elementen spielt, die aber ähnlichen Tiefgang in den Nebenschauplätzen und mehrfachen Handlungssträngen aufweist, wie zu früheren Zeiten.

Dass Cormoran überhaupt einen solchen Fall annimmt, dass er sich nicht von der kühlen und fast feindseligen Art der Lebensgefährtin seiner Auftraggeberin abschrecken lässt und dass tatsächlich, langsam, eine Art Faden in seinen Fingern sich verspinnt, den er vorsichtig beginnt, aufzurollen, das ist durchaus überzeugend geschildert. Flankiert von menschlich-allzu menschlichen Interessenslagen anderer Klienten (selbst die geschilderte, dreiste Form der Bigamie wirkt nicht aufgesetzt oder übertrieben, genauso wie die "Nachstellungen" des neuen Kollegen in der Detektei Robin gegenüber).

Um dann im zweiten Teil des Werkes die Gefahren stärker in den Mittelpunkt zu rücken und den Fall immer breiter und verwickelter werden zu lassen, bis deutlich wird, dass es beileibe nicht um ein einfaches Verschwinden einer Frau geht, sondern dies nur die Spitze eines Eisbergs ist, der vieles ins Wanken bringen könnte, sollte er unkontrolliert brechen.
Fazit
Alles in allem legt Galbraith ein hervorragend zu lesendes, mit vielen Erzählideen versehenes Werk vor, dass im Umfeld eines interessanten Falles vor allem die Protagonisten noch einmal sehr nahebringt und viel Hintergrund aus der Lebensgeschichte zu erzählen hat. Eine klare Leseempfehlung für Leser, die sich gerne in Geschichten fast verlieren, weniger geeignet für Erwartungen an temporeiche Aneinanderreihungen von Action-Elementen.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 04. Januar 2021

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