Stephen King: Das Institut

Das Institut

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-453-27237-8

Preis: 26,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 20. Oktober 2019]
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Mit ein wenig gemischten Gefühlen

Das Stephen King immer noch mit ganz eigener Handschrift schreibt, ist auch in diesem neuen Roman natürlich der Fall.

Gerade der erste Teil im jenen Tim, der sich seinen Platz im Flugzeug ankaufen lässt und eine ganz eigene Form der Reise aus einer Laune heraus beginnt, erinnert stark an die "Klassiker" des Schriftstellers. Genaue und ausführliche Beschreibung der Person und der Eigenschaften, ein "Miterleben" des Lesers durch die bildkräftige Beschreibung von Handlungen (tiefere, rein sprachliche, erklärende Psychogramme waren Kings Sache nie, er hat seine Protagonisten immer weitgehend im Tun lebendig werden lassen) und die sich allmähliche aufbauende Linie in diesen Ereignissen liest sich anregend, macht neugierig und vermittelt natürlich auch, was ein "Nachtklopfe" eigentlich als Aufgabe hat.

Der dann beginnende Hauptteil ändert sowohl das Thema als auch die Erzählrichtung und lässt den schon vertraut wirkenden Tim für lange Zeit zunächst hinter sich. Zwar ahnt man natürlich, dass beide Fäden der Geschichte zusammenfließen werden, weiß aber lange nicht, wie das denn geschehen sollte, so unterschiedlich sind die geographischen Orte, der Duktus der Erzählung und das Thema.

Was dann allerdings nicht unbedingt überzeugt. Jenes Institut, in dem bestimmte Kinder "aufgenommen" werden (ohne sie zu fragen, natürlich, ohne Freiheit, auch wieder gehen zu können und vor allem ohne Eltern, die in ganz anderer Weise "behandelt" werden, wenn die Kinder "geholt" werden).

Der gewohnte Spannungsfaktor, das auch in den "nicht-transzendenten" Werken Kings oft vorhandene "Gruseln" mitsamt intensiv dargestellter Personen fehlt hier allerdings in Teilen. Der Grund für die Internierung der Kinder wirkt doch auf Strecke ein wenig lahm, verschiedene Personen fristen ein deutlich randständiges Dasein, aber die kleine Gruppe zusammenhaltender Kinder und deren Geschichten fesseln dann doch wieder durchgehend und lassen den Leser vielfach die Daumen drücken für die mutigen "Kleinen", von denen kaum eines die Pubertät bereits richtig erreicht hätte.

Verrat, Grausamkeit, Abgeschiedenheit, der Einsatz nicht alltäglicher persönlicher Kräfte, liest sich daher ebenfalls recht munter, wenn auch deutliche Längen mit in den Raum treten und irgendwann auch die Ungeduld des Lesers entsteht, endlich zum Zusammenschluss beider Erzählfäden und dem "Finale" zu gelangen.

Was dann in sich stimmig und spannend den Roman beschließt.
Insgesamt verbleiben am Ende leicht gemischte Gefühle einerseits einem wiedererkennbaren Stil und einer souveränen Erzählweise gegenüber, deren Thema aber nicht absolut fesselt und bei dem auch einiges an Längen "überstanden" werden muss.
Fazit
Im Vergleich zu jenen erfolgreichen Romanen der letzten Jahre, die mit "Mr. Mercedes" ihren Anfang nahmen, fällt dieser Roman ein stückweit ab.

Für Leser, die gerade jene Geschichten um nur vermeintlich "schwache Kinder" in einer gefährlichen Situation, bedroht von "bösartigen Erwachsenen" bevorzugen (wie "Stranger Things" u.ä.) allerdings passt dieses neue Werk von Stephen King durchaus.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 25. September 2019

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