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Stephen King: Später

Später

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Horror
ISBN-13 978-3-453-27335-1

Preis: 22,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 20. April 2021]
Interessant, hier und da zu breit erzählt

Ist es ein Psychogramm eines Mannes, der von Kindheit an Tote sehen konnte? Ist es ein Entwicklungsroman eines jungen Mannes, der sich von Mutter, deren Geliebter und der Toten, die er sieht, emanzipiert? Oder eine Mutter-Sohn Geschichte in besonderer Form, die Stephen King in seinem neuesten Werk zumindest am Rande gar in der Verlagswelt der Literatur ansiedelt? Was es nicht ist, und darauf weist King kunstvoll an verschiedenen Stellen im Buch hin, ist eine Wiederaufnahme von "The sixth sense" oder ein jenen Motiven des Films nachgehen. Und da kann man King nur recht geben, denn eine durchaus eigenständige Geschichte hat er aus seiner kreativen Fantasie fließen lassen, die sich in Stil und Duktus durchaus gut in sein "Alterswerk" einordnen lässt.

Mit wenig direktem Grauen und Horror, aber mit Gefahren. Mit, wie von King gewohnt, breiter Erzählweise, den Leser mit hineinnehmen in die Erlebniswelt des Jamie Conklin, der für eine recht kurze Zeit nach deren Ableben tote Menschen sehen und mit diesen sprechen kann. Was, zum Beispiel, seiner Mutter an einem Punkt sehr entgegenkommen wird, weil so nach einem Tod noch etwas "über die Zeit" gerettet werden kann, was der Mutter ein "Weitermachen" erst ermöglichen wird.

Und ebenso klar ist, etwa ab der Mitte des Buches, nachdem der Leser gründlich in die Persönlichkeiten, Handlungen und Haltungen der Protagonisten eingelesen ist, dass diese Fähigkeit auch hilfreich sein könnte, viele Menschen vor etwas zu bewahren, von dem Sie noch gar nichts ahnen. Den gezielten Umgang mit bösartigen Verbrechern, den allerdings wird Jamie dabei auf eine harte Art lernen müssen und Türen zu Gefahren aufstoßen, die er lieber nicht kennengelernt hätte.

Wie immer kann man King in der Entfaltung der Geschichte leicht folgen und wird, ebenfalls wie immer, emotional mitten hineingezogen. Was dennoch nicht vollständig überlagern kann, dass der rote Faden etwas dünn gestrickt ist und einiges an erzählten Begebenheiten nicht unbedingt notwendig wäre, um dem Spannungsbogen zu folgen. Gewisse Längen sind vorhanden.

Auf der anderen Seite vermögen es wenige Schriftsteller, so rund zu erzählen wie King und immer wieder jene Entwicklungen zum "erwachsenen" Leben hin aus einer besonderen, teils bedrängten, durchaus aber andersartigen Kindheit heraus linear zu erzählen und den Leser auf jede weitere Stufe der Entwicklung vor allem der Hauptperson mühelos mitzunehmen.
Fazit
Am Ende also, wieder einmal, eine durchaus anregende, spannende, hintergründige Lektüre, die dafür sorgt, dass man das Buch nicht lange zur Seite legt, bis man weiß, wohin das alles führt und wie das alles enden wird.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 18. März 2021

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