Harry Bingham: Fiona. Unten im Dunkeln

Fiona. Unten im Dunkeln

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-499-27511-1

Preis: 11,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. Mai 2020]
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Die walisische Kriminalpolizei ermittelt in einem ungeklärten Todesfall, bei dem ein Wachmann von einer Klippe ins Meer stürzt. Unfall oder Selbstmord scheinen unwahrscheinlich. Doch wer sollte einen Wachmann töten, der die Anlage bewacht, von der aus das Transatlantik-Kabel ausgelegt ist?

Als auch ein Vermessungsingenieur zuhause tot aufgefunden wird und seine Familie entschieden bestreitet, er könne lebensmüde gewesen sein, sieht Fiona Griffiths von der Polizei Cardiff als Einzige einen Zusammenhang zwischen dem Ingenieur, dem Kabel und den Klippen, an denen Derek Moon den Tod fand. Sie beginnt nach einer Person mit ungewöhnlichen Kletterkünsten zu suchen und freundet sich dazu mit einem Hobby-Kletterer an, der sie geduldig in sein Hobby einweiht.

Fiona muss in der Asservatenkammer einspringen, weil der zuständige Kollege die derzeitige Menge an Beweismitteln nicht allein bewältigen kann. Im Prinzip ist Fiona die ideale Besetzung für eine gleichförmige Tätigkeit, die dennoch Sorgfalt erfordert. Als sehr spezielle Persönlichkeit (Fiona leidet am seltenen Cotard-Syndrom), befürchtet sie selbst nun, sie könnte sich im Asservatenkeller langweilen und darunter würde ihre Sorgfalt leiden. Zur Abhilfe dekoriert sie den Keller um mit Fotos "ihrer" Toten, der spektakulären Mordfälle, die sie noch immer nicht loslassen. Je länger Fiona über diese Fälle nachsinnt, umso wahrscheinlicher scheint es, dass eine kleine Gruppe privilegierter Männer die Taten begangen hat – ungehindert von der Polizei. Rein privat sammelt Fiona noch immer Informationen über ihre Herkunft, weil ihre Behinderung auf eine frühkindliche Traumatisierung hinweisen könnte. Dass sie als Findelkind in ihre Adoptivfamilie kam, kann sie immer weniger glauben. Von ihrem Kollegen Buzz hat Fiona sich kürzlich getrennt, dem einzigen Menschen, der mit ihren sonderbaren Persönlichkeitszügen umgehen kann.

Im vierten Band beschreibt Fiona als Icherzählerin ihre Außenseiterrolle gegenüber dem Planeten der "Normalen" so eindringlich und so selbstironisch, dass ich ihr aufrichtig wünschte, sie würde ihre Prüfung zur Beförderung schaffen und endlich fest in ihr Team integriert arbeiten können. Dass ihre direkte Art die sensiblen Kollegen überfordert, daran könnten bitte alle gemeinsam arbeiten. Auch wenn es so wirkt, als schichte Fiona bei ihren Ermittlungen zuerst einen riesigen Heuschober auf, um anschließend darin nach einer Nadel zu suchen, führt ihr Vorgehen offensichtlich zum Erfolg. Im Falle der fragwürdigen Selbstmorde agiert Fiona haarscharf am Rande des Illegalen entlang. Sie beauftragt einen Ex-Kollegen mit Ermittlungen und tut das, was ihr neben akribischer Aktenarbeit am meisten liegt: sie heuert Undercover auf einem Schiff an, das nicht das ist, was es zu sein vorgibt. Nachdem anfangs Fionas persönliche Situation breiten Raum einnahm, zieht die Spannung kräftig an, als es an Bord der "Isobel Baker" geht.

1. Fiona. Den Toten verpflichtet
2. Fiona. Das Leben und das Sterben
3. Fiona. Als ich tot war
Fazit
Harry Binghams vierter Band der Fiona-Reihe besticht wieder durch seine Heldin, die auf chaotische Art zu überraschenden Ermittlungserfolgen kommt, und durch differenziert charakterisierte Nebenfiguren.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Fiona. Als ich tot war
Fiona. Das Leben und das Sterben
Fiona. Das tiefste Grab
Fiona. Den Toten verpflichtet
Fiona. Wo die Toten leben
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 22. Januar 2019

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