Logo buchtips.net
Matteo Strukul: Die venezianische Verschwörung

Die venezianische Verschwörung

von Matteo Strukul
Verlag: Goldmann Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: historischer Roman
ISBN-13 978-3-442-49453-8

Preis: 16,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 19. April 2024]
Ein Auftrag mit vielen Tücken

Eigentlich ist Canaletto (Antonio Canal) einfach nur Maler. Im Venedig zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Und kein Schlechter. Wovon nicht nur seine Bühnenbilder für das geliebte und geachtete Theater zeugen. Doch einen Fehler hat er gemacht. In seiner Liebe zu Venedig, in seinem Bemühen, technisch immer "lebendigere" Bilder hervorzubringen, hat er (neben vielen anderen) auch einen Ort gemalt, der nun aktuell Schauplatz eines brutalen Verbrechens zu sein scheint.

Eine Frauenleiche, übel zugerichtet, im Torso aufgeschlitzt, wird aus dem Wasser gezogen. Und Canaletto soll ermitteln. Nicht nur aufgrund eines Bildes, sondern auch, weil er Venedig in und auswendig kennt. Was die Kanäle, die Gassen, die wichtigen Orte und die einfachen Stadtviertel angeht. Doch nicht nur, dass er tatsächlich den ein oder anderen Hinweis findet. Er hätte sich auch denken können, dass ein solch brutales Verbrechen auch einen Täter (oder mehrere) hat, die ungern bekannt werden möchten und daher sich zu wehren wissen, kommt ihnen jemand mit seinen Ermittlungen zu nah. Wobei es für Canaletto noch interessanter und ebenso natürlich noch gefährlicher werden wird, wenn er Zugang zum Palast und zu manchen Interna dort erhält, die ebenfalls nicht wenige, und dazu noch Mächtige, eindeutig unter Verschluss zu halten gedenken.

"Erinnert ihr Euch…drei Männer gemalt zu haben, die die Köpfe zusammenstecken? Der Kleidung auf dem Bild nach scheinen es vornehme Männer zu sein".

Womit ihm der Doge zu verstehen gibt, dass er wohl an zu vielen Stellen und zu genau und zu lebendig zu Malen versteht. Und damit schon eine Richtung für Canaletto im Raum schwingt, die er tunlichst auf seinen Ermittlungswegen meiden sollte, möchte er nicht in Probleme mit den Herrschern der Stadt und ihrem Hofstaat sich wiederfinden.
Fazit
Bildkräftig und in sehr flüssig zu lesendem Stil entfaltet Strukul seinen neuen Kriminalroman aus dem blühenden und damals mächtigen Venedig und führt seine Hauptperson (und damit Leser und Leserinnen) mitten hinein in die dunklen Seiten von Wollust, Macht und Gier. Eine Szenerie, in der allerdings durchaus kühle Rechner und rücksichtslose Männer (und Frauen) sehr gut zu verstehen wissen, dass ihre zu schützen.

So entsteht Gefahr für den Maler auf dem Weg, die Hintergründe des Mordes ans Licht zu bringen. Doch ob ihm das in Gänze gelingen wird? Selbst wenn für ihn dieses Abenteuer glücklich ausgehen könnte? Denn mit dem Dogen selbst hat er doch vermeintlich die richtige Seite gewählt, wenn es darum geht, Verschwörern das Handwerk zu legen.

Oder nicht? Das wird sich erst ganz am Ende zeigen. Ein wenig zumindest. Eine anregende Unterhaltung mit einem andersartigen Ermittler, die auch vom akribisch in Szene gesetzten Lokalkolorit lebt.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
Weitere Rezensionen zu Büchern von Matteo Strukul:
Das Erbe der sieben Familien

weitere Rezension zu diesem Buch schreiben
Rezension als PDF-Datei speichern
Direkt verlinken: https://www.buchtips.net/rez11507.htm

Vorgeschlagen von Lesefreund [Profil]
veröffentlicht am 25. Februar 2024

Buchtips.net 2002 - 2024  |  Kontakt  |  Impressum |  Datenschutzerklärung