Antony Beevor: Arnheim

Arnheim

Verlag: C.Bertelsmann [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-570-10373-9

Preis: 28,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 22. September 2019]
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Ungemein fesselnd

Im Nachgang und aus der Distanz mag man denken, trotz blutiger Opfer auf allen Seiten., dass die Invasion der Alliierten in Frankreich und der Kampf gegen das dritte Reich dann immer mehr auf deutschem Boden von Beginn an klar in seinem Ausgang war.

Technik, Nachschub, Ressourcen, "Manpower", Jahrzehnte später scheint es, als wären die Alliierten in allen Belangen überlegen gewesen.

Doch wie die Schlacht in den Ardennen oder, Thema dieses hervorragenden Buches, der Kampf um Arnheim als Oberbegriff über die Eroberung von Brücken über den Rhein vonstattenging, welche Verluste und Opfer, welche erbitterte Gegenwehr der Wehrmacht im Raum stand, davon versteht Beevor fesselnd, mit Tempo und äußerst fachkundig zu erzählen.

Womit auch umgehend die strategischen Überlegungen und Reibungen der Alliierten mit in den Fokus rücken. Denn Montgomery auf britischer und Bradley auf amerikanischer Seite gerieten mehr und mehr eher in Konkurrenz um den "rechten Weg", als dass eine konzertierte Aktion aufeinander fein abgestimmt vollzogen worden wäre.

"….musste es unbedingt zu einem Wettlauf kommen (verschiedener Korps), und nichts konnte uns an diesem Tag aufhalten".

Und doch gelang eine Art "Blitzkrieg" unter umgekehrten Vorzeichen, der aus der Ferne kühl geplant, aus dem Epizentrum der Ereignisse aber leidvoll und opferreich sich gestaltete.

Minutiös geht Beevor dann im Kern seiner Darstellung dem Kampf um Arnheim mit den entsprechenden "Seitenlinien" nach, beschreibt akkurat die Atmosphäre, Stimmung und das "Gewusel" am Vorabend der Schlacht 16. September 1944), geht der Invasion aus der Luft nach, beschreibt die Gegenstrategien und Handlungen der Wehrmacht und vollzieht die (getrennten) Wege der Landungen der Briten und der Amerikaner nach. Nicht ohne konkret zu verdeutlichen, dass die "offizielle Linie" (Briten als "Juniorpartner" der Amerikaner) von einem Befehlshaber wie Montgomery als unpassend empfunden und schlichtweg ignoriert wurde.

Von Arnheim dann führt Beevor den Leser mit nach Nimwegen und Eindhoven ab dem 19. September, wirft einen Blick auf den "Hell's Highway" und den eigentlich Kampf um die Brücke von Arnheim und der anderen zentralen Übergangspunkte über den Rhein.

Evakuierung, Plünderung und der folgende Hungerwinter bieten dann auch einen breiten und emotional dichten Einblick in die Gesamtlage auch der Zivilbevölkerung jener Ereignisse.
Fazit
Das Ganze liest sich dabei in Teilen wie ein Thriller oder Kriegsroman, Beevor versteht es, glänzend und flüssig zu erzählen, auch wenn vielfach kleinteilige Details vielleicht ein wenig zu sehr ausgebreitet werden. Was dem hervorragenden Gesamteindruck des Buches allerdings keinen Abbruch zufügt.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 09. September 2019

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