Karen Cleveland: Wahrheit gegen Wahrheit

Wahrheit gegen Wahrheit

Verlag: btb Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-442-71674-6

Preis: 12,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 16. Dezember 2018]
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Spiel mit der Unklarheit

Dringend sei davor gewarnt, im Lauf der Lektüre der Versuchung nachzugeben, am Ende kurz nachsehen zu wollen, wie die Verhältnisse wirklich liegen. Denn die dort noch wartenden Überraschungen würden ansonsten das anregende und psychologisch überaus spannende Leseerlebnis deutlich trüben. Das sei erwähnt, weil es hier und da auch Längen, manchmal sich wiederholende unklare Empfindungen im Thriller gibt, bei denen die Versuchung entstehen könnte, sich vor der Zeit Gewissheit verschaffen zu wollen.

"Schlechte Nachrichten, Viv".

So schallt es zu Beginn der Ereignisse aus dem Telefonhörer. Und auch wenn es bei diesem Anruf ihres Mannes Matt nur um Absprachen wegen der (nicht wenigen) Kinder gibt, von denen eins, Caleb, trotz seiner jungen Jahre bereits mit einer Herzkrankheit zu kämpfen hat, wird Vivian, CIA Agentin, tatsächlich überaus schlechte Nachrichten erhalten. Im Rahmen ihrer aktuellen Untersuchung von "Schläfer-Zellen" in Amerika. Russische Agenten, die seit langen Jahren als "echte "Amerikaner Leben, aber am Ende des Tages nur darauf warten, dass ihr "Agentenführer" sie "aktiviert".

Was nun tun, wenn man auf einem der überwachten Computer eines Verdächtigen fünf Portraitfotos von "Schläfern" findet, von denen eines unverkennbar den eigenen, vertrauten Ehemann und Vater der eigenen Kinder zeigt? Und dieser dann, zur Rede gestellt, auch gar nicht groß leugnet. Aber eine griffige, überzeugende Version seiner Geschichte zu bieten hat und bereit zu sein scheint, den Kampf für seine Frau und seine Familie auf sich zu nehmen? Der absolut überzeugend darauf plädiert, sich zu stellen, alles aufzudecken?

Und dann? CIA Agentin, seit knapp 10 Jahren mit einem russischen Spion verheiratet? Was wäre mit ihrem Job? Was mit den Kindern? Was mit dem vor Kurzem erst erworbenem Haus, dass man sich mit beiden Gehältern geradeso leisten kann? Was wäre mit ihrem Mann, der doch schon längst aus all dem nur noch herauswill?

Oder? Nicht ohne Grund ist Vivian eine Spitzenkraft. Natürlich schwankt sie, innerlich, wem sie vertrauen kann, vertrauen soll. Ihren loyalen Kollegen? Unter denen, am Rande erwähnt, aktuell ein "Maulwurf" gesucht wird? Nur sich selbst? Ihrem Mann? Oder spielt dieser nur eine Scharade, wenn er plötzlich mit einem USB Stick und genauen Anweisungen "Juris", seines russischen Vorgesetzten, daherkommt? Ein gnadenloser Agentenführer, der, natürlich, Material über Vivians "nicht gemeldete" Entdeckung besitzt, der nun auch die Agentin unter Druck zu setzten beginnt. Der sich mit einem eingeschleusten Programm im Zentralrechner der CIA vielleicht nicht zufrieden geben wird und der, natürlich, weiß, wo sie lebt, wo ihre Kinder zur Schule gehen.

Wer steht auf wessen Seite? Wie wird Vivian sich entscheiden und wie den Kampf gegen den Druck und die gegnerische Seite aufnehmen können? Wer unter den Kollegen ist ein Verräter und wo genau eigentlich steht Matt, ihr Mann? Fragen, die innerlich an ihr reißen, was Cleveland bestens dem Leser vermittelt, Fragen, die auch durch einen "Showdown" und eine Klärung all dessen, was da im Raum steht, noch nicht endgültig beantwortet sein werden.
Fazit
Lesenswert
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 08. Mai 2018

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