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Wolfgang Reinhard (Hrsg.): Geschichte der Welt. 1350-1750: Weltreiche und Weltmeere Wolfgang Reinhard (Hrsg.): Geschichte der Welt. 1350-1750: Weltreiche und Weltmeere
Das hier zu besprechende Werk ist der dritte Band einer in Kooperation der Verlage C.H. Beck und Harvard University Press publizierten neuen Weltgeschichte. Es ist ein ambitioniertes Unterfangen, das auch einen anderen Weg beschreitet als die (ebenfalls noch nicht abgeschlossene) "Neue Fischer Weltgeschichte". Die "Geschichte der Welt" schildert große Zeitabschnitte und betrachtet globale Räume zusammenhängend. Das bedeutet im vorliegenden Fall eine Fülle von Informationen über die werdende Staatlichkeit in Europa, das Osmanische Reich, Ostasien und Ozeanien etc. Dieses Vorgehen hat freilich Vor- und Nachteile. So kann der Leser sich zwar einen "globalen Überblick" verschaffen, allerdings nur zeitlich beschränkt, während etwa die "Neue Fischer Weltgeschichte"... – weiterlesen (Rezension vom 29. November 2014)
 
Peter-André Alt: Friedrich Schiller Peter-André Alt: Friedrich Schiller
Die Reihe "Wissen" des C.H. Beck-Verlages ist bekannt dafür, komprimierte aber hochinformative Kurzeinführungen zu Leben und Werk der portraitierten Persönlichkeiten anzubieten. Gerade zu Friedrich Schiller sind im Schillerjahr 2005 zahlreiche hochgelobte und wichtige Biographien erschienen, darunter die rund 1400 Seiten starke Lebens- und Werkbeschreibung in zwei Bänden dieses Verfassers. Eine Kurzfassung wird in diesem Werk geboten. Das interessante an diesem Buch ist der hohe Anteil an Werkanalyse und Interpretation. Von den rund 120 Seiten liefert der Literaturhistoriker Alt mit den ersten 19 Seiten eine kurze Einführung in Schillers Leben: "Eine Biographie im Zeichen des Ruhms" und geht dann sofort zur Werkanalyse über. Die Räuber, Aspekte der Jugendlyrik und die... – weiterlesen (Rezension vom 28. Dezember 2005)
 
Corrado Augias: Die Geheimnisse des Vatikan Corrado Augias: Die Geheimnisse des Vatikan
Neverending Story Was ist nicht alles schon in den letzten Jahrhunderten über die katholische Kirche mit ihrem Zentrum in Person der Päpste und im Ort des Vatikan geschrieben worden. Thriller, Lobpreisungen, Sachbücher, kritische Auseinandersetzungen, Hasstiraden, mystisches und politisches. Wohl kaum eine Institution und kaum eine Religion polarisiert auf dieser Welt schriftstellerisch in gleicher Weise wie der Katholizismus mit seinen Dogmen, seiner Inquisition, seinen geheimnisvollen und verschwiegenen (auch finanziellen) Wegen und seinen, immer wieder mythisch-spanennden "Geheimarchiven". In diesem Reigen der Veröffentlichungen gedenkt Corrado Augias einen besonderen Akzent nun zu setzen. Wie der Titel des Buches verrät, will er, als intimer Kenner, den Geheimnissen des... – weiterlesen (Rezension vom 01. Juli 2011)
 
Benjamin R. Barber: Imperium der Angst: Die USA und die Neuordnung der Welt Benjamin R. Barber: Imperium der Angst: Die USA und die Neuordnung der Welt
Zur Zeit erscheinen zahlreiche Bücher, die sich kritisch mit der Innen- und Außenpolitik der Vereinigten Staaten unter George W. Bush Junior auseinandersetzen. Sie gehören, wie etwa Joseph Nye (Das Paradox der Amerikanischen Macht), den linksliberalen Ostküstenestablishment an und in der Politikwissenschaft zur Denkschule der Liberalisten bzw. Institutionalisten. Sie kritisieren die neokonservative Denkschule von Wiliam Kristol und anderen Vertretern dieser Richtung, die in der Bush-Administration heute die Außenpolitik der Vereinigten Staaten bestimmen. In seinem vorliegenden Werk übt Barber, scharfe Kritik an der Präventivschlagdoktrin des amerikanischen Präsidenten. Er konstatiert, der "gutmütige Hegemon" USA sei zu einem "Imperium der Angst" geworden, das weder Freiheit... – weiterlesen (Rezension vom 09. Dezember 2003)
 
Matthias Becher: Chlodwig I. Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der antiken Welt Matthias Becher: Chlodwig I. Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der antiken Welt
In diesem Jahr jährt sich ein Jubiläum, das in Deutschland wohl eher wenige Menschen zur Kenntnis nehmen werden, das aber dennoch bedeutend ist: das 1500. Todesjahr des fränkischen Königs Chlodwig I., dem Gründer des Frankenreichs, deren späterer König und Kaiser Karl der Große heute oft zum "Vater Europas" stilisiert wird. Doch waren die politischen Erfolge der Karolinger, die seit 751 die fränkischen Könige stellten, nicht möglich ohne die Leistungen des vorherigen Königshauses der Merowinger. Deren Anfänge und die Geschichte ihres wohl bedeutendsten Königs Chlodwig werden in dem vorliegenden Buch geschildert. Der Autor, Matthias Becher, ist ein ausgewiesener Kenner der karolingischen Geschichte, der vor kurzem auch einen knappen vergleichenden Überblick zu den Merowingern und... – weiterlesen (Rezension vom 30. März 2011)
 
Matthias Becher: Otto der Große. Kaiser und Reich Matthias Becher: Otto der Große. Kaiser und Reich
Mit dem ostfränkischen König Otto I. ("der Große", gestorben 973) beginnt die deutsche Geschichte - so zumindest eine geläufige Annahme. In der neueren Forschung wird dies differenzierter und kritischer betrachtet. Dennoch ist die Regierungszeit Ottos sicherlich eine bedeutende Phase der mittelalterlichen Geschichte. 2012 jährt sich die Kaiserkrönung Ottos des Großen im Jahr 962 zum 1050. Mal. Aus diesem Anlass findet nicht nur eine große Sonderausstellung zum Thema Kaisertum in Magdeburg statt, sondern es erscheint mit diesem Werk von Matthias Becher auch eine neue Biographie des Kaisers. Bereits 2001 erschien eine umfassende Biographie Ottos, verfasst von dem leider bereits verstorbenen Historiker Johannes Laudage. Becher nimmt Bezug darauf und erklärt, dass eine neue Darstellung... – weiterlesen (Rezension vom 24. Mai 2012)
 
Albrecht Beutelspacher: Geheimsprachen - Geschichte und Techniken Albrecht Beutelspacher: Geheimsprachen - Geschichte und Techniken
Albrecht Beutelspacher ist Mathematiker an der Universität Gießen. Im Jahre 1997 schrieb er dieses Werk, welches sich mit verschiedenen Verschlüsslungstechniken beschäftigt, ähnlich wie Simon Singhs "Codes". In chronologischer Reihenfolge erklärt Beutelspacher die verschiedenen kryptographischen Möglichkeiten. Angefangen bei Cäsar, wird dem Leser klar, wie man Botschaften so übermitteln kann, dass nur derjenige, der die Entschlüsslung kennt, den Text lesen kann. Viele verschiedene Techniken werden miteinander verglichen, dabei nennt Beutelspacher aber viele mathematische Formeln, die zum Teil nicht leicht sind. Positiv sind die trotz allem leichte Verständlichkeit und das Literaturverzeichnis am Ende des Buchs. – weiterlesen (Rezension vom 23. Januar 2003)
 
Stephan Bierling: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart Stephan Bierling: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart
Stephan Bierling hat eine hervorragende Einführung in die Geschichte der amerikanischen Außenpolitik seit 1917 auf 270 Seiten vorgelegt. Dabei geht er in einem Abschnitt auch auf die Geschichte der amerikanischen Außenpolitik seit ihrer Gründung im Jahre 1789 ein und macht seine Darstellung plausibel. Ähnlich wie Christian Hacke in seiner - wesentlich umfangreicheren - Darstellung über die amerikanische Außenpolitik von Kennedy bis Bush "Zur Weltmacht verdammt" (aktualisierte Ausgabe 2003) geht Bierling auf die Institutionen (Präsident, Kongress, gesellschaftliche Akteure) ein und beleuchtet kurz auch die Voraussetzungen der amerikanischen Außenpolitik (Raum, Wirtschaftskraft, Geschichte), bevor er eine knappe Darstellung der Außenpolitik von Wilson bis Bush junior gibt. Insbesondere... – weiterlesen (Rezension vom 23. Oktober 2003)
 
Gian Domenico Borasio: Über das Sterben Gian Domenico Borasio: Über das Sterben
Ein nüchternes, sachliches und wichtiges Buch Weder emotional, philosophisch noch abstrakt fachlich legt Gian Domenico Borasio mit seinem schmalen Buch auf gut 200 Seiten einen nüchternen, sachlichen, überschaubaren und dennoch in der Atmosphäre warmen Bericht über jene Kenntnisse vor, die mit dem Sterben zu tun haben. Was ist der Stand der Dinge? Was können wir alle tun? Wie können sich Menschen auf das Sterben einstellen? Das sind die Kernfragen, denen sich Borasio in kompetenter Weise zuwendet, ohne das Buch fachlich zu überfrachten. Vielleicht mögen manche Leser daher am Ende der Lektüre einen gewissen fachlichen Tiefgang vermissen, gerade aber in der gewählten Darstellungsform bietet das Buch einen höchst öffnenden Zugang zu dieser existentiellsten Frage des Menschen und folgt daher... – weiterlesen (Rezension vom 04. Oktober 2011)
 
Michael Brenner: Israel Michael Brenner: Israel
Sehr fundiert und übersichtlich "Ein Staat wie jeder andere?", mit dieser Frage beginnt Michael Brenner, Spezialist für Jüdische Geschichte und Kultur, seine Betrachtungen und die Darstellung der Historie des Staates Israel in der jüngeren Geschichte. Eine Frage, die sich zu Recht stellt, denn eher sind es die ständigen Konflikte, die inneren Reibungen, die Auseinandersetzungen um die Hauptstadt Jerusalem mit ihrem Neben- und Miteinander von Islam und Judentum, der Terrorismus, die Siedlungspolitik, die offene Palästinenserfrage und fast unendlich viel mehr an Spannungen, die täglich die Nachrichten über Israel darstellen. Ein höchst gefährdeter Staat, ein selbst gefährdender Staat, ein ewig scheinender Unruheherd in und um das geographische Gebiet herum, das scheint die... – weiterlesen (Rezension vom 02. Mai 2016)
 
Otto A. Böhmer: Sternstunden der Philosophie Otto A. Böhmer: Sternstunden der Philosophie
Das Buch behandelt fünfzehn Philosophen und deren Beitrag zur Philosophie. In der Einleitung wird der Gedanke von philosophischen Schlüsselerlebnissen an einigen Beispielen erläutert. Der Schriftsteller und Philosoph Niccolo Machiavelli war zunächst Politiker und wurde nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe mit der Auflage des Berufsverbots als Politiker in die Verbannung geschickt. Das persönliche Unglück von Machiavelli sollte sich aber als Glück für die Geschichte der Philosophie erweisen. Machiavelli beginnt zu schreiben. Er denkt über die Politik nach und bringt seine Theorien zu Papier. In einer Zeit lebend, als Cesare Borgia das Land regierte, suchen seine Überlegungen nach den Qualitäten, die ein Herrscher haben muss, um für sein Land zu einem bestimmten Zeitpunkt gut zu sein. So kommt... – weiterlesen (Rezension vom 10. Januar 2004)
 
Jan Caeyers: Beethoven Jan Caeyers: Beethoven
Ein leidenschaftliches Buch Wirklich Neues, Aufregendes, bis dato Unbekanntes gibt es sicherlich nicht mehr zu Person und Leben Beethovens zu erzählen. Gut erforscht, vielfach in Fachbuch und Literatur verewigt sind die wesentlichen und wichtigen Fakten zu Beethovens Leben und Werk. Dass dieses Buch des Dirigenten, Musikwissenschaftlers und ehemaligen Leiters der Beethoven Akademie, Jan Caeyers, dennoch frisch, unverbraucht und mitreißend den Leser gefangen zu nehmen versteht, liegt an zwei Gründen. Zum einen ist und bleibt Beethoven ein Gigant der Musik. Bleibt einer, der ein Leben mit Brüchen und Leiden lebte, äußerlich durch seine Taubheit, innerlich durch seine Zerrissenheit, seine intensive, stetige Suche und "Sehnsucht nach dem Höheren". Immer wieder aufs Neue faszinieren... – weiterlesen (Rezension vom 12. März 2012)
 
Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit
Die Zeit des ersten römischen Kaisers Augustus (27 v.Chr. - 14 n. Chr) bis zur Regierungszeit Konstantins des Großen (306 - 337) ist das Thema der Buches von Karl Christ. Diese Kernzeit der römischen Imperatoren beleuchtet Christ in seinem ausführlichen Werk, wobei er nicht nur Ereignisgeschichte widergibt, sondern gerade auch die sozialen Felder miteinbezieht, ganz der modernen anglo-amerikanischen Tradition der Geschichtsforschung verpflichtet. So wird beispielsweise der Aufbau des römischen heeres, die Entwicklung der Senatsaristokratie und die Entwicklung der Romanisierung, also der Annahme römischer Lebensweisen, in den Provinzen von Christ detailliert geschildert. Christ betont dabei Rankes Lehrsatz, dass "die alte Geschichte in die römische hineingiesst... und das die ganze neuere... – weiterlesen (Rezension vom 27. Februar 2003)
 
Karl Christ: Sulla Karl Christ: Sulla
Karl Christs Sulla-Biographie ist hervorragend. Sie bietet auf 236 Seiten eine kompetente und prägnante Darstellung eines der "meistgehaßten Persönlichkeiten der späten römischen Republik." Sulla verfolgte seine politischen Gegner gnadenlos und verbreitete - so Christ - Chaos und Terror. Seine politischen Gegner ließ er umbringen und schuf die ersten Hinrichtungslisten, Proskriptionen, in der römischen Geschichte. "Sullas Name wurde... zum Inbegriff von Grausamkeit und Inhumanität." Daher sei es verständlich, dass sich Althistoriker selten ausführlicher mit Sulla befassten. In der Tat ist das vorliegende Werk die einzig lieferbare neuere Sulla-Biographie. Für Sulla, der eine rätselhafte und widersprüchliche Persönlichkeit war, sei es aufgrund der unzulänglichen Überlieferungslage... – weiterlesen (Rezension vom 04. Januar 2003)
 
Joseph Coulson: Abnehmender  Mond Joseph Coulson (Biografie): Abnehmender Mond
Als Eddie Tollmann seinen Arbeitplatz während der Weltwirtschaftskrise verliert, muss die 6-köpfige Familie aus dem gemieteten Haus ausziehen und im Zelt hausen. Der mittlere Sohn Stephen erzählt aus seiner Perspektive, wie Mutter Jessica die Familie zusammenhält und die Kinder zuverlässig weiter zur Schule gehen. Weil sie sich keine Operation leisten können, erblindet Jessica, Eddie verlässt die Familie und taucht unter. Als Erwachsene haben die älteren Brüder Stephen und Phil Tollmann eine komplizierte Dreieckesbeziehung mit der Jazzpianistin Katherine, die aus Katherines Sicht erzählt wird. Auch Philips Sohn berichtet aus seiner Perspektive in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, wie die Tollmans familiäre Tragödien und Ereignisse der Zeitgeschichte erleben. Die Jugend von Philips Generation... – weiterlesen (Rezension vom 27. August 2006)
 
Gordon A. Craig: Ende der Parade: Über deutsche Geschichte Gordon A. Craig: Ende der Parade: Über deutsche Geschichte
Gordon A. Craig gehört zu den führenden angelsächsischen liberalen Historikern. Er hat sich sein Leben lang mit deutscher Geschichte beschäftigt und ist für sein fulminantes Werk: "Deutsche Geschichte von 1866-1945" ausgezeichnet worden. Um die deutsche Geschichte von Bismarck bis zur deutschen Wiedervereinigung dreht sich sein neues Buch. Es versammelt verschiedene Essays des Autors zur deutschen Geschichte. Er bespricht darin wichtige und wegweisende Titel zur neueren deutschen Geschichte, von Lothar Galls bekannter Bismarck-Biographie, John G. Roehls Aufsatzsammlung: "Kaiser, Hof und Staat", Henry Turners: "Hitlers Weg zur Macht", Henry Friedländers: "Weg zum NS-Genozid" oder Bullocks fulminante Doppelbiographie über Hitler und Stalin. Anhand dieser... – weiterlesen (Rezension vom 30. Juni 2003)
 
Ernst-Otto Czempiel: Weltpolitik im Umbruch: Die Pax Americana, der Terrorismus und die Zukunft der internationalen Beziehungen Ernst-Otto Czempiel: Weltpolitik im Umbruch: Die Pax Americana, der Terrorismus und die Zukunft der internationalen Beziehungen
Das vorliegende Buch des Frankfurter Politikwissenschaftlers Czempiel ist meines Erachtens sehr wichtig. Nach seinem bahnbrechenden Werk "Kluge Macht" aus dem Jahre 1999 legt er hier eine Neuauflage seines 1993 erschienenen Klassikers "Weltpolitik im Umbruch" neu auf. Seine wichtigste These ist, dass die Politik auf die Veränderungen in den 1990-ger Jahren, insbesondere den zunehmenden Einfluss der sogenannten "Gesellschaftswelt" nicht genügend reagiert habe. Das furchtbare Attentat vom 11. September 2001 in den USA sei vermeidbar gewesen, hätte sich die Politik auf diese Veränderungen seit 1990 eingestellt. Nun muss man Czempiel in seiner Gewichtung nicht folgen. Er gehört zur sogenannten "liberalistischen" Schule in den internationalen Beziehungen,... – weiterlesen (Rezension vom 03. April 2003)
 
Werner Dahlheim: Augustus. Aufrührer - Herrscher - Heiland Werner Dahlheim: Augustus. Aufrührer - Herrscher - Heiland
Gaius Octavius (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.), der Nachwelt besser bekannt als Augustus ("der Erhabene"), war eine zwiespältige, aber auch interessante Persönlichkeit. Augustus, Neffe Julius Caesars und erster römischer Kaiser, begann seinen Aufstieg nach dem Tod des Onkels 44 v. Chr., der ihn noch adoptiert hatte. Brutal, rücksichtslos und teils unter gewaltigen Schwierigkeiten schaltete er nach manchen Rückschlägen seine Konkurrenten um die Macht in der untergehenden Römischen Republik aus, bis er 30 v. Chr. Alleinherrscher war. Nach den blutigen Bürgerkriegen schuf er eine republikanische Fassade, wonach er nur der "erste Bürger" des Staates war, aber faktisch weiterhin die fast uneingeschränkte Kontrolle besaß, vor allem über die Gesetzgebung und die Armee. Die Zeit des... – weiterlesen (Rezension vom 27. April 2012)
 
Werner Dahlheim: Die Welt zur Zeit Jesu Werner Dahlheim: Die Welt zur Zeit Jesu
Biographisch angelegte Darstellungen zu Jesus von Nazareth gibt es massenhaft. Gleich, wie man zum Christentum oder generell zum Konzept von Religion steht, so hat das Leben, vor allem aber die Wirkungsgeschichte des Nachlebens eines Zimmermanns am Rande des römischen Imperiums die Weltgeschichte ganz entscheidend beeinflusst. Werner Dahlheim, ein Kenner der römischen Kaiserzeit und zugleich ein guter Stilist, betrachtet in seinem neuesten Werk nicht nur die Person Jesu, sondern vielmehr das geschichtliche Umfeld und dessen Wandlung in der Folgezeit. Als Althistoriker liest Dahlheim die Quellen kritisch, wie die Evangelien und außerchristliche Quellen, und berücksichtigt die neueste Fachliteratur. Die ersten zwei Kapitel dienen als ein Einführung. Dahlheim betrachtet das Imperium zu Beginn... – weiterlesen (Rezension vom 30. September 2013)
 
György Dalos: Der Vorhang geht auf György Dalos: Der Vorhang geht auf
Mit großen Erwartungen hatte ich Dalos Buch gekauft, weil er auf der Leipziger Buchmesse mit dem Preis für Europäische Völkerverständigung ausgezeichnet worden war. Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt. Das Buch beschreibt den Umbruch des Jahres 1989, das Jahr der Systemtransformation in Osteuropa. Nach einer kurzen Einleitung über die sowjetischen Motive, die Satellitenstaaten des Ostblockes aus ihrer Umklammerung zu lösen (eingegangen wird auf eine Politbüro-Äußerung Gorbatschows aus dem Jahre 1986, man müsse auf die militärische Lösung von Krisen in diesen Staaten verzichten, sonst werde man sie sich (wirtschaftlich) auf den Hals "laden")werden zwar zutreffend die wirtschaftlichen Belastungen der "Unterhaltung" dieser Regime durch die UdSSR benannt. Doch... – weiterlesen (Rezension vom 21. März 2010)
 
Alain Demurger: Der letzte Templer: Leben und Sterben des Großmeisters Jacques de Molay Alain Demurger: Der letzte Templer: Leben und Sterben des Großmeisters Jacques de Molay
Alain Demurger hat bereits eine Geschichte der Templer vorgelegt. Nun legt er eine lesenswerte Biographie des letzten Großmeisters der Templer, Jacques de Molay, vor und analysiert anhand seines Schicksals den Untergang der Templer, die der Machtgier des französischen Königs Philips IV. im Wege standen. Ich habe mich durch die Lektüre von Maurice Druons: "Der Fluch aus den Flammen" für das Schicksal der Templer interessiert und muss sagen, Demurger ist - auch durch seine frühere Publikation: "Die Templer" der Experte auf diesem Gebiet. Der französische König Philipp IV. wollte mit seinen Ratgebern, den sogenannten "Legisten" einen starken Staat mit einheitlicher Münzverwaltung und Armee aufbauen. Dafür brauchte er dringend Geld. Dieses besaßen die Templer, die... – weiterlesen (Rezension vom 09. Oktober 2004)
 
R. M. Douglas: Ordnungsgemäße Überführung R. M. Douglas: Ordnungsgemäße Überführung
Fundierte und deutliche Darstellung der Vertreibung Es ist durchaus von Vorteil, kann man nach der Lektüre feststellen, dass hier ein amerikanischer Historiker sich aufgemacht hat, eine Gesamtdarstellung der "Vertreibung der Deutschen aus dem Osten Europas" zu konzipieren. Zumindest hoch objektiv und nicht von persönlichen Blickwinkeln beeinflusst wirkt seine Darstellung, die sich zu weiten Teilen vor allem auf die Akten und Zeugenaussagen des internationalen Roten Kreuzes stützt. Deutsche Quellen nutzt Douglas nur da, wo sie mehrfach belegt sind. Mit dieser Quellenlage schafft er zunächst ein möglichst abgesichertes, reales Bild der Ereignisse in den letzten Wochen des zweiten Weltkrieges und in der unmittelbar darauf folgenden Zeit. Anders als die oft doch subjektiv geprägten... – weiterlesen (Rezension vom 17. April 2012)
 
Etienne Francois, Hagen Schulze: Deutsche Erinnerungsorte Etienne Francois, Hagen Schulze: Deutsche Erinnerungsorte
Nach der deutschen Wiedervereinigung schien es den Herausgebern dieses Bandes angebracht, Erinnerungsorte der deutschen Geschichte darzustellen und "lebendig" werden zu lassen. Etienne Francois und Hagen Schulze, beide renommierte Historiker in Berlin, haben in Anlehnung an eine französische siebenbändige Publikation von Pierre Nora über Erinnerungsorte in Frankreich einen ähnlichen Versuch in Deutschland gewagt. Mit der Wiedervereinigung sei die Bundesrepublik Deutschland als einzig denkbare staatliche Hülle für das Volk und damit kein Provisorium oder eine Utopie mehr. "Die fast zweihundertjährige Geschichte einer widersprüchlichen, unfertigen, von den Dämonen eines neurotischen Nationalismus getriebenen Volkes ist zu ihrem Ende gekommen. Nietzsches Diktum: "Die Deutschen... – weiterlesen (Rezension vom 13. Oktober 2005)
 
Norbert Frei: 1945 und wir Norbert Frei: 1945 und wir
Norbert Frei gehört zu den besten Kennern des Dritten Reiches. Sein Buch: "Der Führerstaat" zählt zu den besten konzentrierten Gesamtdarstellungen über das Dritte Reich. Aus Anlass des 60. Jahrestags des Kriegsendes legt er nun - in Anlehnung an sein bereits 1997 vorgelegtes Werk: "Vergangenheitspolitik" eine - kritische - Bestandsaufnahme über das Dritte Reich im Bewußtsein der Deutschen vor. Frei konstatiert, dass einerseits sechs Jahrzehnte nach dem Ende des "Dritten Reiches" die Vergangenheit gegenwärtiger sei als je zuvor. Dies wird an der Flut der Publikationen über das Kriegsende und das Dritte Reich - beispielhaft sei hier auf den Film: "Der Untergang" verwiesen - deutlich. Doch jetzt beginnt auch die Zeit, in der die letzten Zeitzeugen aussterben,... – weiterlesen (Rezension vom 05. Mai 2005)
 
Johannes Fried: Das Mittelalter. Geschichte und Kultur Johannes Fried: Das Mittelalter. Geschichte und Kultur
Wenn ein neues Buch von Johannes Fried erscheint, darf sowohl der Fachmann als auch der Laie gespannt sein. Der an der Universität Frankfurt am Main lehrende Fried gilt als einer der angesehensten Mediävisten Deutschlands. Sein "Weg in die Geschichte" (1994), eine umfassende und gleichzeitig hervorragend lesbare Geschichte der Anfänge Deutschlands, wurde völlig zu Recht mehrfach ausgezeichnet, während er in "Der Schleier der Erinnerung" (2004) einen höchst interessanten Forschungsansatz vertrat. Frieds neuestes Buch schließt eine nicht unempfindliche Lücke auf dem Buchmarkt. Allgemeine Einführungen in die Geschichte des Mittelalters sind keine Mangelware, doch gibt es nur relativ wenige Synthesen, die das Mittelalter in seiner ganzen Breite wenigstens ansatzweise darstellen.... – weiterlesen (Rezension vom 15. Oktober 2008)
 
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