Kathy Reichs: Blutschatten

Blutschatten

Verlag: Karl Blessing Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-89667-621-4

Preis: 4,89 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2020]
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Auf den Punkt mit Tempo und Spannung erzählt

Weder entsteht bei der Lektüre dieser neuen Thriller-Figur von Kathy Reichs der Eindruck, als wolle sie in gleicher erfolgreichen Weise wie bisher nur mit anderen Namen weiter agieren (die sorgsame forensische Arbeit wird hier eben nicht übernommen oder anderweitig zu detailliert von Ermittlungen berichtet), noch entsteht der Eindruck, Kathy Reichs wolle sich zwanghaft von bisherigen Protagonisten abwenden. Ihre "Sunday Night" ist, von Beginn an, eine ganz eigenständige, in sich stimmige, passende, mit Brüchen versehene Figur (wer wohnt schon als junge Frau in grob zusammengezimmerten Hütten als Fast-Einsiedler auf einer Insel), die weder bei der Zusammenstellung ihrer Kleidung noch bei der Verfolgung und Auseinandersetzung mit Gegnern viel Zeit vergeudet oder Federlesen veranstaltet.

Eine entstellende Narbe im Gesicht, ein harter Einsatz damals als Polizistin, der sie im Nachgang in den Innendienst gebracht hätte, alles nichts für Sunday. Gekündigt, gegangen, weg und in Ruhe gelassen werden wollen. Und Punkt. Was, sonst gäbe es ja auch keinen Stoff zu erzählen, nicht so bleiben wird, als der väterliche Freund zu Besuch anrudert. "Wenn Du öfter von Deiner Insel runterkommen würdest, wüsstest Du, was los ist".

Na ja. Aber als Beau ihr von der verschwundenen Stella berichtet, vom Bombenanschlag an einer Schule, bei dem Stellas Geschwister zu Tode kamen. Von den versandenden Ermittlungen und einer Großmutter (altes Geld. Viel Geld), welche die Täter nicht entkommen lassen will, da ist Sunday, bestens ausgebildet, körperlich in Form und mit allen Wassern gewaschen, plötzlich mitten drin. Auch emotional, denn auch sie will jede Chance nutzen, falls das Mädchen nach so langer Zeit noch lebt, gekidnappt wurde, bei einer Sekte festgehalten wird (was die Großmutter vermutet).

Und ebenso hält sich Kathy Reichs im Tempo des Erzählens nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf. Taktik und Gegentaktik, Versteckspiele und Verfolgungen, erste, harte Konfrontationen im Hotelzimmer des ehrwürdigen "Ritz-Hotels". "Wenn ja, waren sie genauso auf der Hut wie ich. Sie würden nach Hinweisen auf eine Falle suchen. Der Trick mit der Nachricht an der Rezeption. Die Observierung. Sie waren vorsichtig. Oder dachten, sie wären es". Was auf die damals im Fall ermittelnden Polizisten wohl nicht zutraf, denn es braucht keine zwei Minuten, und Sundays Tonfall wird schärfer und die Stimmung gegenüber den Ermittlern gereizter. Aber das passt, denn Sunday Night ist immer in Bestform, wenn sie alleine handelt und keine Rücksichten nehmen muss.
Fazit
Griffig, klar, Action, das alles sehr fließend, ohne Längen geschrieben und spannend noch dazu. Zudem ein frischer, neuer Ansatz, bedenkt man die Tempe-Brennan-Reihe. Keine Frage, dass man demnächst gerne mehr von "Sunday Night" lesen möchte.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 28. März 2018

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