Jan Seghers: Menschenfischer

Menschenfischer

Verlag: Kindler [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-463-40670-1

Preis: 19,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 24. November 2017]
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Kommissar Robert Marthaler erhält den Anruf eines Kollegen aus Südfrankreich. Rudi Ferres lebt seit seiner Pensionierung in Marseillan-Plage am Étang de Thau. Er hat die Akten eines ungelösten Falls von 1998 durchgearbeitet und eine Spur entdeckt, die u. a. nach Frankreich führt. Ferres fühlt sich inzwischen zu alt und zu müde, um selbst noch einmal zu seinen Ex-Kollegen nach Frankfurt zu reisen. Der Fall Tobias Brüning verschlug damals selbst hart gesottenen Kriminalbeamten die Sprache. Als Leiter der Sonderkommission arbeitete Ferres an dem Fall praktisch Tag und Nacht; bald wurde er als Sonderling etikettiert. Jeder Schritt des ermordeten Schülers ist in den Akten minutiös dokumentiert, doch nicht alle Zeugen konnten damals gefunden werden. Marthaler ist nun hoch motiviert, den alten Fall wieder aufzunehmen. Obwohl niemand gewusst haben kann, dass Marthaler gerade in Frankreich ist, geben ihm sonderbare Vorfälle zu denken. Jemand schient ein dringendes Interesse zu haben, Marthalers Nachforschungen zuverhindern.

In Marthalers Abwesenheit steht die Stadt Frankfurt gerade Kopf. Die deutsche Polizei ermittelt fieberhaft zu einem Attentat im Vorfeld des erwarteten Obama-Besuchs (2013) mit mehreren Todesopfern. Eine Bäuerin in Deutschland beobachtet währenddessen sonderbare Vorgänge. Auf dem Heimweg zu ihrem abgelegenen Hof entdeckt sie zwei Kinder, die offensichtlich Angst vor ihr haben. Als Louise Manderscheid vorsichtig Kontakt zu den Roma-Jungen aufnehmen kann, zeigen die Kinder in ihrem Verhalten auffällige Zeichen von sexuellem Missbrauch. Als ein weiteres monströses Verbrechen geschieht, scheint es auf Menschenhandel und auf eine Verbindung zu Marthalers Fall von 1998 hinzuweisen. Die ermittelnde Kriminalbeamtin vom Dezernat für organisierte Kriminalität ist selbst Romni und für Louise glücklicherweise keine Unbekannte. Lizzy Winterscheid ("nicht sehr groß, schlank und schrill") wird immer gerufen, wenn so genannte Randgruppen betroffen sind und ihre Kollegen davor zurückschrecken, sich evtl. politisch unkorrekt zu verhalten. Dem im Verhältnis zu Frauen nicht gerade geschickten Marthaler habe ich zunächst nicht zugetraut, dass er sich mit Winterstein zusammenraufen könnte. Doch ihr gemeinsamer Ansatz scheint erfolgreich zu sein, den alten und den aktuellen Fall und deren evtl. Verbindungen nach Frankreich zunächst unabhängig voneinander zu verfolgen.

Die drei Handlungsfäden führen schließlich gemeinsam zu einem weiteren monströsen Verbrechen in der Gegenwart, das sich auch heute erfahrene Ermittler nur schwer vorstellen können.
Fazit
Abgesehen von der explizit geschilderten Gewalt an Kindern, die nicht jeder Leser vertragen wird, spielt auch Jan Seghers 6. Marthaler-Roman stilistisch und atmosphärisch wieder in der Oberklasse deutscher Kriminalromane. Marthalers durchaus glaubwürdige Reisetätigkeit zwischen Deutschland und Frankreich bildet darauf das Sahnehäubchen.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 07. November 2017

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