Arne Dahl: Sechs mal zwei

Sechs mal zwei

Verlag: Piper Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-492-05811-7

Preis: 16,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 20. Oktober 2018]
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Nicht immer schlüssig und mit Längen

Auch wenn der Klappentext vom Duo Sam Berger und Molly Brown spricht, Ex Polizist und Ex Geheimdienstagentin, beide "unter der Hand" von ihren ehemaligen Diensten gejagt, und auch wenn beide Figuren in diesem Thriller eng gemeinsam arbeiten, Bergers ehemalige Kollegin und Freundin "Deer" gehört ebenso zum geheimen Ermittlerteam und beansprucht eine Perspektive im Buch durchaus für sich. Eine Ermittlung, die manches Mal wirkt, als hätte Dahl hier zu viel des Guten mit hineingepackt. Was vor allem lange Zeit eher unverbunden wirkend nebeneinander steht.

Die Landschaft Schwedens und ein Serienmörder, den es in Schweden doch einfach nicht geben kann. Offiziell. Und dessen Hintergrund im Lauf der Zeit eher fragwürdig denn packend wird. Verdächtige über Verdächtige, die einer nach dem anderen aus verschiedenen Gründen ausfallen. Eine Schilderung der Arbeit der Spurensicherung, die Dahl zwar nicht breit, aber doch immer wieder in den Mittelpunkt rückt und fast so etwas wie Wunder an einem kleinen Fetzen eines kleinen Fadens irgendwo an der Wand eines Heizungskellers vollbringt.

Zwei Gejagte, die doch eigentlich immer auf der Seite der "Guten" standen. Eine Bedrohung für alle drei Ermittler, die alleine bereits als Thema für einen Thriller ausreichend gewesen wäre. Eine "dritte Partei", die technisch versiert beobachtet (was nicht immer wirklich realistisch wirkt). BDSM Haltungen, Szenen, Erfahrungen, die weniger in den sexuellen Bereich wie bei "Fifty Shades of Grey" abdriften, sondern sich vor allem im mentalen Bereich abspielen und weitgehend nur indirekt Thema im Thriller sind.

Bis da eine gewisse Ordnung für den Leser entsteht und so manches Verhalten bei minus 30 Grad (was Duschen und Sport betrifft) für leichtes Kopfschütteln sorgt und bis ein gewisser Überblick über die Figuren neben den Hauptpersonen eintritt, vergeht einige Zeit. Was die Figuren im Buch nicht hindert, ein spontanes "Aha-Erlebnis" nach dem anderen zu erleben, von denen manche eher an Prophetie denn an solide Ergebnisse von Ermittlungen grenzen.

Beredt und bildkräftig, durchaus an den Personen interessiert (teilweise vielleicht gar zu viel an Aufhebens um manche Figuren betrieben wird) ergibt sich mit der Zeit ein dennoch durchaus interessanter Stoff, der sprachlich flüssig zu lesen ist. Echtes Tempo aber stellt sich selten ein, trotz ständiger Fahrten von hier nach da ist der Fortgang der Ereignisse eher gemächlich, daran ändern auch die hier und da eingestreuten "Aufgeregtheiten" über Ermittlungsergebnisse und Fortschritte nicht unbedingt etwas.
Fazit
Dennoch, einige hervorragend gestaltete Szenen (der Besuch in einem Haus einer zwielichtigen Frau, das Finale, Szenen in der psychiatrischen Klinik) bieten dann doch auch knisternde Spannung und überraschende Auflösungen. Alles in allem solide Unterhaltung, die aber an die Fälle der "A-Gruppe" mit ihren hoch individuellen Mitgliedern und komplexen Fällen nicht heranreicht.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 05. Oktober 2017

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