Heine Bakkeid: ...und morgen werde ich dich vermissen

...und morgen werde ich dich vermissen

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-499-29055-8

Preis: 14,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 17. Januar 2018]
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Thorkild Aske war interner Ermittler der norwegischen Polizei, ehe er eine Haftstrafe zu verbüßen hatte und ehe professionelle Kümmerer der Arbeitsvermittlung Stavanger Wiedereingliederungsmaßnahmen für ihn finden mussten. Betreut wird er außerdem von einem dubios wirkenden Psychiater, er einst selbst in Haft war. Bei diesem Einstieg in den Kriminalroman schlich sich sofort der Eindruck ein, dass Thorkilds Jobsuche nicht sein einziges Problem sein würde. Mit seinem Talent sich in Schwierigkeiten zu bringen gibt Thorkild einen tortured detective wie aus dem Lehrbuch. Seine sonderbaren Marotten und seine psychische Verfassung können einem allein beim Lesen schon Angst einjagen.

Voller Ironie berichtet der isländische Kriminalpolizist mit lebenslangem Berufsverbot von seinem privaten Auftrag, einen Vermissten zu suchen, der von einer Bohrinsel verschwunden ist. Die Auftraggeberin ist ebenfalls Patientin bei Thorkilds Psychiater und will sich nicht mit dem Verschwinden ihres Sohnes abfinden. Als nach einem Unwetter sein leeres Boot gefunden wurde, vermutete die Polizei offenbar zu schnell einen Tauchunfall. Auf den Spuren des vermissten Rasmus arbeitet Thorkild mit dem Lensmann des Ortes zusammen, einer Art Ortsbürgermeister, der früher die Steuern eintrieb und Polizeigewalt ausübte. Der vermisste Rasmus hatte mit dem Geld seiner Mutter ein leer stehendes Hotel gekauft, sein Geschäftsplan klang vernünftig, bis er offenbar jemandem in die Quere geriet. Vor der Kulisse düsterer Herbststimmung mit Sturm und Hagel könnte man beinahe an übersinnliche Kräfte glauben, deren Ärger Rasmus heraufbeschworen hat. Während eine Springflut angekündigt wird und jeder vernünftige Dorfbewohner sein Bootshaus zunagelt, verdichten sich die Hinweise, dass Rasmus nicht einfach beim Tauchen verunglückt ist.
Fazit
Einen psychisch angeschlagenen Ermittler als Icherzähler antreten zu lassen, ist ein Risiko, das Heine Bakkeid (bisher als Jugendbuchautor bekannt) im ersten Band seiner geplanten Reihe mit Bravour meistert. Sein gebeutelter Held kann mit geschultem Sinn für Widersprüche und Lebenslügen seiner Mitmenschen überzeugen. Die Spannungskurve des Buches wird u. a. gehalten durch die Frage nach Thorkilds Vorgeschichte. Die mystischen Elemente werden Lesern nicht unbedingt gefallen, die beim Thema Tauchen aufgehorcht haben und die Lösung des Falls wirkt leicht aus dem Hut gezogen. Dennoch punktet der Serieneinstieg mit der komplizierten Ermittlerpersönlichkeit und der vermittelten düsteren Herbststimmung.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 23. Juni 2017

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