Amy Gentry: Good as Gone

Good as Gone

Verlag: C. Bertelsmann [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-570-10323-4

Preis: 1,26 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2020]
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Spannendes Ratespiel mit intensiv erzählter persönlicher Geschichte

Gut, dass Jane das Haus schnell wieder verlässt (aus Reibung mit ihrer Mutter vor allem), obwohl ihre vor Jahren entführte Schwester wieder aufgetaucht zu sein scheint und im Schoß der Familie sich wieder befindet, das wirkt doch überaus unverständlich und unrealistisch. Bedenkt man gerade, wie eng Gentry das Verhältnis im Prolog angedeutet hat. Sicher ist es von der Setzung und der dramatischen Kurve des Romans her richtig, sich nicht mit anderen Neben- oder Hauptfiguren zu sehr abzugeben (auch der Vater ist im Roman eher eine Randerscheinung), dennoch wirkt das einfach zu abrupt und konstruiert.

Wie auch die Sprache der Autorin in manchen Teilen des Romans doch zu schlicht gesetzt ist, um manche Sachverhalte griffig und bildkräftig zu setzen. Ansonsten aber bietet diese besondere "Mutter-Tochter" Geschichte, der intensive Rückblick aus Sicht des Opfers auf die "Lebensstationen" (wobei lange, lange nicht klar sein wird, ob wirklich die "verloren Tochter" heimgekehrt ist oder eine geschickte Schwindlerin Zuflucht im Haus der Davalos sucht und nur deren Platz einnehmen will, ein Rätsel, aus dem der Roman auch seine hohe Spannung zieht.

Acht Jahre sind eine lange Zeit. Acht Jahre voller Trauer, Angst, Selbstvorwürfen, denn aus ihrem Zimmer heraus, nachts, wurde die damals 13-jährige Julie entführt, quasi vor den Augen ihrer Schwester Jane, damals 10 Jahre alt und versteckt im Wandschrank. Und nun steht sie als junge Frau wieder vor der Tür- Abgerissen. Mit nackten Füßen. Vertraut, aber auch, nach einigen Tagen deutet sich dies an, mit Brüchen in ihrer Geschichte und ihrem Verhalten. Warum denn hat Julie behauptet, kein Handy zu besitzen und nutzt doch eines? Wie komme es, dass die Therapeutin, die umgehend zu Rate gezogen wird, Julie eher selten sieht. Und sollte Jane den privaten Ermittler ernst nehmen, der noch ganz anderes um dieses merkwürdige Mädchen zu berichten weiß?

Eine spannende Abfolge, der Gentry Rückblicke auf Stationen im Leben der Zurückgekehrten zur Seite stellt, die empathisch und emotional dicht dem Leser zwar kaum Hinweise auf die Lösung des Rätsels der Identität der jungen Frau gibt, ihn aber mit hineinnimmt in die "dunkle Seite des Lebens" und, zu guter Letzt, mit einer überaus überraschenden Wendung die Hintergründe an einem Ort aufklärt, wo niemand sie wirklich vermutet hätte. Bis zur letzten Wendung, der sich Anna als Mutter dann stellen muss, was den wirklichen Ablauf der eigentlichen Entführung damals angeht.
Fazit
Überwiegend eine bestens getroffene Atmosphäre, eine anregende Tiefe der Darstellung, was das Entführungsopfer angeht, bei dem man einige Brüche gerne verzeiht.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 24. Februar 2017

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