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Steve Cavanagh: Seven Days

Seven Days

von Steve Cavanagh
Verlag: Goldmann Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-442-49401-9

Preis: 17,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. Februar 2024]
Glänzend

Die Blaupause dieses neuen Thrillers um den charismatischen, hartnäckigen und durchaus idealistischen New Yorker Anwalt Eddie Flynn ist nicht unbedingt neu. Rassismus, ein unschuldig auf der Anklagebank sitzender Mann, der am Ende "einfach die falsche Hautfarbe" (oder, aus Sicht des Anklägers, zum Glück die für ihn "passende Hautfarbe") hat und ein fast sicher schon im Vorfeld verlorener Mordprozess im tiefsten Alabama sind das, was Eddie Flynn und sein Team im Süden Amerikas auf den Plan rufen. Doch bei näherem Hinsehen und während der in gutem Tempo verfassten Lektüre wird schon von Beginn an klar, dass Cavanagh einfach das Talent, tief in sein "Personal" einzutauchen, Motive und Handlungen den Lesern und Leserinnen sehr plastisch und differenziert, sehr fassbar, vor die Augen zu legen und dabei auch gesellschaftliche Dynamiken "auf den Punkt" zu erzählen.

Wenn Eddie und Harry, sein väterlicher Mentor, die Nacht im Leihwagen zu verbringen haben und Eddie Stunde um Stunde auf sein "Suchtmittel", Kaffee, zu verzichten hat, weil Leute, die "sowas" zu verteidigen gedenken, vor Ort auf verschlossene Türen und massive Feindschaft treffen. Da ist es fast logisch, dass am nächsten Morgen mit dem Leihwagen auch nicht mehr gefahren werden kann. Dicht und atmosphärisch packend wird es dann aber umgehend, wenn mit Generalstaatsanwalt Korn, einem Pastor und anderen ach so klar "im Leben stehenden" Menschen das "Böse" greifbar und bedrängend mehr und mehr in den Raum tritt.

Es gibt sie ja durchaus, jene "Mörder", die gar nicht selbst Hand anlegen, die ihre dunklen Triebe scheinbar völlig im Rahmen des herrschenden Gesetzes bis dato ungestraft befriedigen können. Wobei auch hier Cavanagh nicht den Fehler begeht, zu schablonenhaft seine Protagonisten gegeneinander ins Feld zu führen, sondern in den kleinen Hinweisen auf das, was genau dieser Staatsanwalt "unter der Hose" trägt, die inneren Motive, die schwärende Übelkeit des Bösen fest in den Blick nimmt und damit auch die inneren Brüche solcher Persönlichkeiten in den Raum der Seiten stellt. So dass man als Leser und Leserin den entsprechenden Geruch fast meint, tatsächlich riechen zu können.

Dass auch zwei Geständnisse und allumfassender Druck auf jeden und jede der Beteiligten nicht unbedingt die Sicherheit geben, wieder mal mit düsterer Erregung sich der "Yellow Mama" bedienen zu können, dafür steht dann aber Eddie Flynn und der hin- und herwogende Gerichtsprozess. Dessen Verlauf genau in der richtigen Art nicht ausgewalzt, aber eindringlich im zweiten Teil des Thrillers in den Mittelpunkt rückt. Mitsamt einer stetig drohenden Gefahr, denn bei Cavanagh muss man sich immer gewahr sein, dass auch Sympathieträger hier und da ohne Chance gegen das skrupellose Böse sein werden.
Fazit
Ein hervorragend verfasster, seine Protagonisten differenziert und emotional fassbar in den Raum stellender Thriller, der mit seiner Spannung und seinem Tempo kaum vor der letzten Seite aus der Hand gelegt werden kann.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Lesefreund [Profil]
veröffentlicht am 05. Februar 2024

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