Thomas Engström: East of Inferno

East of Inferno

Verlag: C.Bertelsmann [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-570-10304-3

Preis: 15,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 10. August 2020]
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An exotischem Ort

Der Osten Europas, nicht immer ist dieser mit dem besten Ruf im Westen versehen. Zumindest eher öde und langweilig stellt man sich das immer ganz gerne noch vor im ehemaligen "Ostblock".

Immer noch nicht mit gutem oder sehr gutem Ruf, könnte man sagen. Von der Liebenswürdigkeit der Ortschaften eher zu Unrecht, von der politischen Lage teilweise sehr zu Recht, von Möglichkeiten der Spionage, der Korruption und einer gewissen gesellschaftlichen Undurchsichtigkeit her betrachtet aber eine durchaus treffende Wahl für den Abschluß der Reihe um Ludwig Licht, selber eher undurchsichtig und auf verschiedenen Straßenseiten zu Hause. Je nachdem, wer ihn fragt und wer ihn bezahlt aktuell.

Da hat Ludwig ja schon einiges an Mehrdeutigkeiten, Doppelagentum und gefahrvollen Situationen hinter sich. Bei denen auch er selbst sich manchmal feindlich gegenübersteht, schaut man auf seine Suchtgeschichte alleine nur.

Und ebenso natürlich, bei seiner "beruflichen" Tätigkeit bleibt das nicht aus, gibt es Feinde. Aktuelle Feinde (wie sollte das auch anders sein als Agent mit kaum verhohlenen Verbindungen zur CIA in einem nicht sonderlich stabilen Land Georgien und direkterem Umfeld in Tiflis, wo Licht sich aufhält) und alte Feinde. Nicht wenige alte Feinde.

Doch zunächst muss Licht sich der aktuellen Wirrungen erwehren, weiß von Beginn an nicht und wird darin weiterhin unsicherer, wer eigentlich Freund und Feind ist und gerät alsbald in die große Politik mit hinein. Zumindest, was den Terror der Gegenwart angeht, dann die im Raum stehenden Morde haben einen klaren Bekenner und werden als politische Vergeltung dargestellt.

"Sie trat einige Schritte vor. Die letzten Worte, die Pavel Gutjjkov in seinem irdischen Dasein hörte, waren folgende: "Na gut, dann willen wir mal sehen, ob wir dem Herrn stellvertretenden Minister demonstrieren können, wie es feigen Küken ergeht"".
"Licht. Kamera. Schauspiel".

Trocken erzählt Engström, eher kühl, ohne jedoch bei Action Szenen zu viel Distanz einzunehmen und ohne dass die innere Spannung des Thrillers darunter leidet. Vor allem dann nicht, als alten, vertraute ehemalige "Kollegen" Lichts, am Horizont erscheinen und munter mitmischen in den Wirren in Tiflis.

Zunächst auch für Licht eher als Ahnung, dann aber sehr klar und direkt, so dass Terrorismus, erodierende politische Systeme und der ganz normale Versuch, irgendwie durch den Alltag zu kommen mehr und mehr hinten anstehen. Vor allem, wenn man etwas, jemanden hat, für den es sich lohnt, die Welt vor massiver Zerstörung aus reinem Machtkalkül heraus zu bewahren.

Im Blick auf den durchaus ernsten und Licht unter starken Zeitdruck setzenden Versuch mancher geheimdienstlicher Kräfte, sich in Georgien überaus schlagkräftige Waffen zu besorgen, um auf der Welt aber ein nun wirklich gewichtige Wort mal zu sprechen.

Bei denen dann Licht sein gewichtiges Wort mitsprechen wird.
Fazit
Eine spannende Lektüre um einen Agenten, der auch persönliche Narben in sich trägt, vor allem aber kein Abstand halten kennt, wenn es gefährlich für die Welt, für ihn und die Seinen werden wird.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 15. Juli 2020

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