Nicci French: Was sie nicht wusste

Was sie nicht wusste

Verlag: C. Bertelsmann [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-570-10377-7

Preis: 16,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 19. Februar 2020]
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Psychogramm eines Lebens und Psychothriller eines Mordes

46 Jahre alt. Die ersten silbernen Strähnen im Haar, die noch nicht so deutlich für die anderen zu sehen sind. Aber diese und die sich einkerbenden Falten im Gesicht, Neve Conolly sieht sie. Täglich im Spiegel. In der Familie. Lebendig, verschieden und doch auch statisch in dem, wie der Alltag seine Traditionen geprägt hat. Dazu die Sorge um Mabel, die Tochter. Düsteren Gemüts mit unberechenbaren Anwandlungen. Dazu der Job. Zwar in der Zeit reduziert, was aber sofort die Finanzfragen auf den Tisch des Hauses wirft.

Da kann so eine patente, praktische, zupackende Frau wie Neve schon mal auf andere Gedanken kommen. Gedanken, die Fleisch und Blut erlangen und plötzlich erschlagen im Wohnzimmer liegen. Nicht in ihrem, aber in einem, zu dessen Wohnung Neve den Schlüssel hat. Jetzt ganz ruhig, so denkt sich die Frau das. Trauer, Schock, aber funktionieren müssen. Für ihr eigentliches Leben, für die Familie, für all, die daran hängen. Was den ermittelnden Beamten nicht gefällt. Denn Ahnungen entfalten sich bei diesen schon, nur handfeste Hinweise, Beweise sind schwierig.

Und so balanciert Neve zwischen Alltag und Wahnsinn, ist den Ermittlungen meistens einen Schritt voraus, manchmal einen Schritt hinterher und ständig rasen die Gedanken. Wobei mehr und mehr Fäden und Spuren auftauchen, die Neve nicht nur an sich selbst, sondern auch an ihrem Umfeld fast irre werden lassen, immer mehr eine gewisse Isolation hervorrufen und dem Leser, vor allem, einen tiefen Einblick in das ganz normale, vor sich hin treibende, mit Problemen behaftet Alltagsleben der Frau und der damit "ganz normalen Leute" vor Augen führt.

Gründlich und ruhig ist der Erzählfluss, dennoch langweilt das Autorenpaar auch in seinem neuen Thriller in keiner Weise. Verdeckte Indizien geben dem Leser ebenso wie Neve vielfach zu denken, intelligent verschachtelt entfalten sich die Ermittlungen um den Mord an einem Mann und ebenso unter Druck gerät Neve fast stündlich mehr. Einerseits schleicht sich mehr und mehr auch eine persönliche Gefahr in diese an sich schon komplizierte Gemengelage, eine Gefahr, die auch ihre Familie betreffen wird, andererseits kommt Neve einfach nicht darauf, was oder wer denn die Quelle dieser Gefahr sein könnte.
Fazit
Mit überraschenden Wendungen zum Ende hin versehen und einer Steigerung des Tempos auch, durch die ebenfalls die Spannung für den Leser noch einmal steigt. Samt der Frage bis zur letzten Seite, ob Neve mit ihrem Versuch, alles zu bewahren, erfolgreich sein wird oder doch ihre Familie oder die polizeilichen Ermittlungen ihr ein stückweit das Genick brechen werden.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 31. Januar 2020

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