Carys Davies: West

West

Verlag: Luchterhand Literaturverlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-630-87606-1

Preis: 20,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 22. August 2019]
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Sprachlich und emotional gelungen mit eher flacher Geschichte

"Seine Stimmung hatte sich aufgehellt. Nach dem kleinen Tief am Fluss ist seine Begeisterung neu entflammt. Abends nach dem langen Tagesritt streckt er sich zufrieden in seinem Mantel aus… und schreibt an Bess".

Die Weite des wilden Westens, die endlosen Landschaften, die menschenleere (natürlich nicht ganz), die Zeit der Sehnsucht, Abenteuer und, natürlich, der Abenteurer, die einsam auf ihrem Pferd, bewaffnet und von einer Idee getrieben, sich "gen Westen" aufmachen. Und dafür sogar das eigene, heranwachsende Kind (gedacht nur für eine Weile), zurücklassen.

So macht das jener Cy Bellman, den Carys West in ihrem Debüt-Roman dem Leser nahebringt, den sie in seiner, zunächst schlicht wirkenden, Persönlichkeit durch die Schilderungen seines Erlebens und seines Handelns in diesen Erlebnissen emotional ebenso auslotet, wie auch dessen Tochter Bess, die fest auf ihren Vater vertraut. Was aber den Mann nach Westen und auf seine Reise treibt, dass wirkt dann schon etwas merkwürdig im Roman, wie dieser gesamte "Ritt" zwar einerseits sprachlich sehr schön und fließend zu lesen ist, in den Begegnungen (vor allem mit einer Art jungen indianischem Mentor) ebenfalls sorgfältig gestaltet wird, dafür aber ist das Abenteuer selbst wohl nur als Rahmenhandlung für diese persönlichen Einblicke und die sprachlich schönen Bilder angelegt. Spannung, unverhoffte Wendungen, das findet sich kaum bis wenig im Roman und jene Reflexionen über den Umgang mit Indianern, die sich herauslesen lassen, bieten eher wenig Neues.

"Was den Jungen zu der Frage veranlasste, warum der große Geist die weißen Siedler, die über das Meer gekommen waren, nicht genauso vernichtet hatte wie damals die riesigen Tiere".
Fazit
So verbleibt einerseits eine durchaus gelungene Betrachtung eines merkwürdigen Menschen auf einer Reise (die mit den "riesigen Tieren" durchaus zu tun hat) und eine parallel erzählte Erlebniswelt der jungen Tochter Bess (in der der "Westen" durchaus in seinen rauen Sitten mit greifbar wird) innerhalb einer "Queste", die nicht durchweg das Interesse aufrecht zu erhalten vermag.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 13. August 2019

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