Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt: Die Opfer, die man bringt

Die Opfer, die man bringt

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-8052-5088-7

Preis: 22,89 Euro bei Amazon.de [Stand: 26. September 2020]
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Vanja Lithner arbeitet inzwischen bei der Polizei in Uppsala und wird in ihrer neuen Dienststelle mit einer Reihe spektakulärer Vergewaltigungen konfrontiert. Zwei vollendete Taten und ein Tatversuch innerhalb eines Monats drängen die Ermittler, nach einem Zusammenhang zwischen den Opfern zu suchen. Der Täter betäubt seine Opfer und hinterlässt jedes Mal eine charakteristische Handschrift. Die gesicherten DNA-Spuren stammen von mehr als einer Person, ein Trittbrettfahrer oder ein Nachahmer als weiterer Täter erscheinen plausibel. Vanjas Chefin Anne-Lie Ulander zieht deshalb die Reichsmordkommission aus Stockholm zu den Ermittlungen hinzu, sowie als Profiler den ehemaligen Polizeipsychologen Sebastian Bergman, der inzwischen nur noch als Buchautor tätig ist. Da eine Zeugin Informationen zurückhält, sind die Leser den Ermittlern stets einen Gedanken voraus. Eingeschobene Gedanken aus der Ichperspektive verraten darüber hinaus, dass eine Person ein Motiv zur Rache an den Opfern haben könnte. Die Polizei wird von den Opfern und der schwedischen Öffentlichkeit als schwach und ineffektiv erlebt, so dass hier neben den reinen Ermittlungen auch das durch die Vergewaltigungsfälle beschädigte Sicherheitsgefühl schwedischer Frauen im Mittelpunkt steht.

Eine erfolgreiche Team-Arbeit der Ermittler aus Uppsala und Stockholm scheint von Anfang an zweifelhaft, da Anne-Lie das Heft nicht aus der Hand geben will. Ein sehr gelungener Handlungsstrang zeigt Polizeireporter Wagner bei der Arbeit und wirft die Frage auf, ob die Ermittler überhaupt bemerken würden, falls ein Außenstehender ihnen einen entscheidenden Hinweis auf dem Silbertablett servieren würde. Sebastian Bergman zeigt sich im Laufe der Ermittlungen als immer noch höchst unprofessionell arbeitende und für seine Kollegen unausstehliche Persönlichkeit. Seine Sexsucht hätte längst in therapeutische Behandlung gehört; den Tod von Frau und Tochter beim Tsunami in Südostasien hat Bergman offenbar noch immer nicht verarbeitet. Auch der Konflikt zwischen Bergmann und Vanja Lithner (Bergmann hatte sich bereits früher als Vanjas leiblicher Vater entpuppt) ist nicht ausgestanden. Außer dem Vater-Tochter-Konflikt blockieren weitere dysfunktionale Beziehungen die Team-Arbeit. Als nach und nach alle Figuren in die Handlung dieses Bandes eingeführt sind, gefährdet Billys Gewalttätigkeit die Ermittlungen – den zu allem Überfluss jemand aus dem Team zu decken scheint.
Fazit
Bis die Verdächtigen und ihre Beziehungen zu den Opfern ausgeleuchtet sind, zieht die Spannungskurve zunächst nur mäßig an. Im Gesamtbild der Reihe bietet der 6. Band wieder einen intelligenten, fesselnden Fall mit einigen falschen Spuren – der wieder mit einen Cliffhanger schließt.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 17. Oktober 2018

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