Nina Laurin: Escape

Escape

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-426-65410-1

Preis: 14,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 21. September 2020]
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Eher Psychogramm denn Thriller

Es dauert. Es dauert eine ganze Weile, eigentlich bis zum letzten Drittel, mindestens aber bis zur Hälfte des Werkes, bevor greifbar "etwas passiert". Gut, vorher wurde ein 10jähriges Mädchen entführt. Was der Leser aber als Voraussetzung des Thrillers eher lapidar mitgeteilt bekommt. Ein Mädchen, eine Entführung, die eine junge Frau mit massig Problemen mit sich selbst aufgrund ihrer traumatischen Vergangenheit aus einem (für den Leser) sehr überraschenden Motiv heraus keine Ruhe mehr lassen kann. Denn zum einen war sie selbst Opfer einer Entführung über drei Jahre hinweg, sexuell missbraucht, angekettet, und kann bis heute keine wirklichen Hinweise zur Ermittlung ihres Entführers liefern.

Kein Wunder, dass psychologische Betreuung, Misstrauen und vielfache "harte Pillen" zu ihrem Alltag gehören. Nun aber bindet gerade jener Polizist, Sean, der sie damals auf offener Landstraße gefunden und gerettet hat, sie mehr und mehr mit ein in den neuen Entführungsfall, wie auch die Eltern des Mädchens in überbordendem Maße die Hofe von Laine suchen. Die einerseits von all dem überfordert ist, andererseits langsam selbst wieder in ein Fadenkreuz zu geraten scheint (was den Zustand ihrer kleinen Wohnung angeht nach einem "Besuch" angeht) und Schritt für Schritt sich auch ihrer Vergangenheit wieder stellt, um der verschwundenen Olive helfen zu können.

Ein Prozess, den Laurin ausführlich, in ruhigem Aufbau und eher langsam schildert und damit typische Thriller-Zutaten wie konkrete Bedrohung, Perspektivwechsel zum aktuellen Opfer und ein hier und da Anziehen des Tempos eher vernachlässigt. Was im letzten Drittel erst dann alles hinzutritt und mit überraschenden Wendungen dem Leser eine Auflösung des Falles präsentiert, die einerseits gefahrvoll und spannend geschildert und andererseits völlig überraschend daherkommt. Insgesamt also ein sehr tief reichendes Psychogramm eines "missbrauchten Kindes" im Körper einer erwachsenen Frau und zum Ende hin erst mit der notwendigen Spannung ausgestattet, die auch nächtliche Verfolgungsjagden und das Rammen von Autos während der Fahrt dann nicht auslässt.

"Irgendwas treffe ich. Jemand zieht die Luft scharf zwischen den zusammengebissenen Zähnen ein. Bevor sich der Angreifer von meinem Tritt erholt, rappele ich mich hoch und renne zur Tür".
Fazit
Eine interessante Lektüre vor allem für Leser, die es genießen, ganz in die Hauptfigur des Romans mit hineingenommen zu werden.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 26. April 2018

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