Federico Varese: Mafia Leben

Mafia Leben

Verlag: Verlag C. H. Beck [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-406-70046-0

Preis: 24,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 18. September 2020]
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Reale Einblicke

"Das Leben ist hart. Und dann stirbst Du".

Als Zitat vor das Buch gesetzt, beschreiben diese Worte sehr genau das, was Federico Varese in seinen Recherchen erfahren und in diesem Buch brisant, spannend und atmosphärisch bestens treffend erzählt. Mit einer klaren Konzentration auf die "klassische", sizilianische Mafia, die "Cosa Nostra". Ohne zu versäumen, das "System" der "Cosa Nostra" international zu beschreiben. So wundert es nicht, dass Varese bei der monumentalen Standfigur auf einer russischen Nekropole beginnt, mit Nikolaj Sykow, dem "Paten von Perm" und, neben "Einheimischen" aus Süditalien auch Mitglieder in Hongkong und Japan, Macao, Birma und Dubai und anderen Orte n intensiv im Buch geschildert werden. Wobei die "Regeln", leicht lokal angepasst, im Kern an all diesen Orten die gleichen sind.

Denn wer nicht spurt, wer sich "nicht passend verhält" als Mitglied oder wer als "Kunde" oder "Ziel" Widerstand zu leisten gedenkt, der wird an all diesen Orten Bekanntschaft mit Knüppeln, Macheten, teils auch Handgranaten machen. Und wie ganz alltäglich die Mafia im Leben angekommen ist, das zeigen viele Beispiele im Buch. Bis hin zu den "Parkplatzanweisern" bei englischen Ligaspielen. Fünf Pfund pro Parkplatz. Nur, dass diese nicht legal waren, Flächen einfach benutzt wurden und damit die Mafia wieder ihre Kasse ein wenig mehr gefüllt hatte (wie auch so manche der Türsteher in Stadionnähe oder in angesagten Clubs ganz eigene "Anstellungsträger" besitzen).

Dass Erinnerungen an die "Sopranos" auftauchen, was "Jobs" angeht, ist dabei nicht zufällig der Fall, sondern zeigt nur auf, wie sorgfältig damals für die Fernsehserie recherchiert wurde und wie relativ genau fundamentale Mechanismen in dieser Unterhaltungsserie ihren Platz fanden. Strukturen, Lebensweisen, Organisation, "Geschäftsfelder", das alles illustriert an konkreten Personen und je konkretem Geschehen fasziniert den Leser von der ersten Seite an. Und Varese versteht es auch in der Form, den Leser so schnell nicht von der Leine zu lassen. "Ein legales Unternehmen, dass viele von uns mochten und in dem wir ein und aus gingen, leistete ungezügelter Gewalt Vorschub". Mit, nicht zu vergessen, Vorteilen natürlich für die, die in den entsprechenden Clubs legal arbeiteten. Zinslose Darlehen und "einen Gefallen tun" ist gang und gäbe in Verbindung mit der Mafia.
Fazit
Vom "Eintritt" über den "Alltag des Lebens", von Geschäftsverknüpfungen und roher Gewalt bis zu den je prächtig gestalteten Beerdigungen (die in der Regel "vor der Zeit" erfolgen) mit Blumengebinden und Aufschriften wie "Legende Salfords" reicht das Insiderwissen und die lebendige Darstellung desselben durch Varese und bietet eine interessante und fesselnde Lektüre.
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 26. April 2018

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