Dava Sobel: Das Glas-Universum

Das Glas-Universum

Verlag: Berlin Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Biografie
ISBN-13 978-3-8270-1214-2

Preis: 12,76 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2020]
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Akribisch und dicht erzählte Wissenschaftsgeschichte

"Pickering lobte Mrs. Flemings Herangehensweise, auch wenn er damit die willkürliche, empirische Herangehensweise ihrer Klassifikation missbilligte".

Und das, wo auch galt: "Es gab eigentlich keinen Grund mehr für Mrs. Draper, an dem Traum festzuhalten, die Forschungsarbeit ihres Gatten (Henry Draper) selbst fortzuführen". Nach damaliger gesellschaftlicher Norm, nach damaliger Betrachtung der "Stellung der Frau" und im Blick darauf, dass Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts gerade auch die gesamte Wissenschaft in Händen von Männern lag, wäre also klar gewesen, dass die Witwe Draper sich still in ihr Kämmerlein zurückzieht. Weit gefehlt aber, was den Charakter dieser und anderer, ähnlich denkender Frauen betrifft.

"Mrs. Draper hat sich dazu entschlossen, Cambridge ein 71-Zentimeter-Spiegelteleskop einschließlich Montierung zu übereignen". So verkündet es Edward Pickering, Leiter des "Harvard College Observatory" am 1. März 1887. Und das ist nur der erste Schritt der Mrs. Draper. Aber nicht als "Forscherinnen" oder "Astronominnen" galten sie und ihre Weggefährtinnen, sondern maximal als "Assistentinnen", welche die akribische Feinarbeit der Auswertung der damaligen, frühen Fotografien von Sternen, Lichtbrechungen durch Prismen und anderes mehr "im Hintergrund" zu erledigen hatten.

Doch die Geschichte wird sich drehen. Die "Damen im Hintergrund" werden detailliert und akribisch noch ganz anders fündig werden und, am Ende, wichtige Beiträge zur Astronomie und zu Erklärungen des Sternensystems beitragen. Was Dava Sobel zwar eher in nüchterner Sprache biographisch erzählt, aber auch mit Spannung zu versehen versteht und dabei einen prägnanten Einblick in das Wirken als "Wissenschaftlerin" jener Tage mit all den Vorbehalten der "wissenschaftlichen Welt" vor Augen führt.

"Auch wenn Miss Cannon Tausende von Meilen von dem Ort der Tagung entfernt war…..Henri Norris Russel, der derzeitige Vorsitzende des Ausschusses für Sternenklassifikation hatte sie Anfang 1919 um ihre Mitarbeit gebeten". Nach und Nach fand das Werk der Frauen auch bei Männern Beachtung, nachdem zu Beginn nur zwei, drei Wissenschaftler Mrs. Draper und die Ihren unterstützt hatten.
Fazit
Eine fundierte biographische Beschreibung konkreter "Wissenschaftsleben", zugleich Abbild der Gesellschaft jener Tage und Zeugnis der eigenen "Bewegung" mit Gründung eigener "Gesellschaften", Dissertationen und beachteten Ergebnissen, die anderen Frauen den Weg später ebneten. Eine interessante Lektüre, wenn auch überaus sachlich im Ton.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 28. März 2018

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