Daniel Suarez: Bios

Bios

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-499-29133-3

Preis: 12,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 18. Januar 2018]
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Im Jahr 2045 sind infolge von Kriegen und der Auswirkungen des Klimawandels mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Durch die Migration blüht der Menschenhandel, während die Fruchtbarkeit der menschlichen Rasse durch die Folgen früherer Biowaffenangriffe stetig sinkt. Datenmaterial und Eizellen der Heimatlosen dienen als begehrte Handelsware. Die Menschheit ist geteilt in rechtlose Arbeitssklaven, speziell für diesen Zweck gen-editiert, und die Schicht derer, die per Genmanipulation bereits im Embryonalstadium für ihr eigenes Kind maximale Qualität beanspruchen. Singapur hat längst Silicon Valley als Schmiede neuer Technologien abgelöst, Urban Farming in Hochäusern und in Form gezüchtete Möbel sind Standard in den Metropolen der Zukunft. Weil per UN-Konvention streng reglementiert wird, welche Genstörungen behandelt werden dürfen, verkaufen illegale Gen-Labore in Asien, was ihre Klienten wünschen. Eine Lebensverlängerung um 30 Jahre, Intelligenz-Booster, alles kein Problem, wenn man sich eine Gen-Editierung leisten kann.

Interpol recherchiert einer Entwicklung hinterher, die völlig aus dem Ruder gelaufen scheint. Für die Genetic Crime Division der amerikanischen Behörde entwickelt Kenneth Durand den entscheidenden Algorithmus, um einem extrem lukrativen illegalen Gen-Labor auf die Spur zu kommen. Ken und seine Frau haben selbst die Gene ihrer Tochter im Embryonalstadium editieren lassen und ein kleines Robotik-Genie in die Welt gesetzt. Interpol interessiert sich besonders für die Gang hinter den Trefoil Labs, deren Mitglieder angeblich so schnell sterben und durch Nachfolger ersetzt werden, dass eine Verfolgung durch Interpol bisher stets im Sande verlief. Doch der Bande gelingt es, Durand durch eine Editierung weniger Gene äußerlich in Marcus Wyckes zu verwandeln, den Kopf der Bande. Anstatt Wyckes zu jagen, wird Durand selbst zum weltweit Gejagten. Wenn Menschen nicht mehr eindeutig zu identifizieren sind, steht der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung kurz bevor …

An der Rolle der USA als Weltpolizei scheint sich 30 Jahre nach unserer Epoche kaum etwas verändert zu haben, noch immer wird im fernen Ausland heldenhaft das Böse bekämpft. Dass Durands Weltsicht als weißer amerikanischer Oberschichtangehöriger sich gegenüber dem heutigen Niveau kaum verändert zu haben scheint, wirkt am Ende weit gespenstischer als die Gen-Experimente in Singapurs Hinterhof-Laboren.
Fazit
Suarez fährt in seinem SF-Thriller ein beeindruckendes Arsenal an Zukunftstechnologie auf und nutzt für seinen spannenden Plot geschickt die heute bereits abzusehenden, schier unkontrollierbaren Flüchtlingsströme. Mit Pflegerobotern und grenzenloser Gen-Veränderung finden sich einige der übelsten Alpträume für unsere Zukunft. Der Koreaner Yi, DI Marcotte, die selbst als Kind aus dem Sudan als Haushaltssklavin verkauft wurde, Otto, dem leider keine Gen-Editierung zur Verfügung stand, und Schwarzmarkt-Genetiker Desai bilden neben Durand die geschickt angelegte Besetzung des temporeichen Thrillers.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 10. Dezember 2017

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