Stefan Klein: Das All und das Nichts

Das All und das Nichts

Verlag: S. Fischer [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-10-397261-0

Preis: 20,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 23. März 2019]
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Einnehmend verfasst und sehr informativ

"Wir stehen am Anfang des Wegs, den der Wanderer schon zurückgelegt hat. Wir haben entdeckt, dass das Universum viel mehr ist als der uns bekannte Raum, die bekannte Zeit, die bekannte Energie, die Materie. Wir wissen, dass die Wirklichkeit ganz anders sein muss, als sie uns erscheint".

Eine Erkenntnis, der Stefan Klein in ruhiger Sprache und sachkundig nachgeht, mit dem Talent, auch abstrakte physikalische Erkenntnisse in einfacher Sprache und griffigen Beispielen dem Leser nahe zu bringen. Was unter anderem auch die Lösung des Rätsels beinhaltet, warum Albert Einstein in drei Jahrzehnten intensiver Forschung eben keine "Weltformel" entdecken konnte und dieser keinen Schritt näherkam. Was dem Leser auch zum Begriff der "Inflation" und der Welt er "Mikrouniversen", der "spontanen Expansion", zum "Hintergrundrauschen" des Universums und zu mancherlei verblüffender Wahrscheinlichkeitsrechnungen führen wird.

"Die unwahrscheinlichen Zustände verschwinden zugunsten der wahrscheinlicheren".
Was umgehend auf das Verständnis der Zeit rückwirkt und, ganz entgegen dem "alltäglichen Gefühl" dessen, was der Mensch für "normal" hält (das "sich befinden in einer kontinuierlichen Zeitlinie mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) eben doch Einsteins Erkenntnis zementiert und verständlich darlegt, dass die "Trennung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für eine Illusion halten musste".

Wie bei Platons "Höhlengleichnis" oder der Analogie des Paulus im ersten Korintherbrief ("jetzt aber sehen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse) führt Klein den Leser über die Grenze der subjektiven Wirklichkeit hinaus und eröffnet mit der Darlegung des aktuellen Status Quo der Physik im wahrsten Sinne des Wortes "neue Welten". Zumindest Seite für Seite Hinweise und Anregungen dazu, die eigenen Selbstverständlichkeiten permanent als rein subjektive Wahrnehmungen des eigenen, begrenzten Geistes aufzudecken.
Fazit
Was im Gesamten der Lektüre aber nicht "zerstört" oder "verwirrt" zurücklässt, sondern den Blick hochgradig weitert und immer wieder auch Demut fühlen lässt angesichts der Größe, Weite und Struktur des Universums, soweit bis heute bekannt und betrachtet werden kann.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 20. November 2017

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