William Shaw: Der gute Mörder

Der gute Mörder

Verlag: Suhrkamp Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-518-46783-1

Preis: 14,85 Euro bei Amazon.de [Stand: 26. September 2020]
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Flüssig, aber auch ein stückweit bieder verfasst

Es ist vor allem die sehr differenzierte, Personen und Orte gut beschreibende, Sprache, die den Leser durchaus gut mitten hinein in die Ereignisse an diesem, was die festen Anwohner angeht, eher ruhigen, überschaubaren Küstenstreifen in Kent. An dem sowohl der Polizist William South als auch einer seiner Nachbarn, Bob, ihre Freizeit ausgiebig mit der Beobachtung von Vögeln zubringen. Im Nachgang betrachtet, viel über sich haben die beiden da nie gesprochen und so ist South auch zunächst auch keine sonderliche Hilfe, als Bob überaus brutal ermordet aufgefunden wird.

Weder weiß South, wer genau jene Schwester des Mannes ist, die regelmäßig wie ein Uhrwerk zu Besuch weilt, noch hat er auch nur die blasseste Ahnung, wer dem Mann etwas Böses hätte wünschen, vor weniger antun können. Zudem, Mordermittlungen, die scheut William South wie der Teufel das Weihwasser und das bisher absolut erfolgreich. Doch nun wird er "der Neuen" aus London zugeteilt und alle seine Ausreden und Versuche, das Geschehen zu meiden, greifen nicht mehr. Was dem Leser umgehend verdeutlicht wird ist, dass South für diese "Aversion" einen guten Grund hat. Denn er selbst hat gemordet in seinem Leben. Ohne dabei überführt oder gar nur verdächtigt zu werden. Und das soll, muss auch so bleiben.

Mehr erfährt der Leser zunächst nicht und dennoch, eigentlich ist von Beginn an klar, dass es hier nicht um einen eiskalten Killer in Uniform gehen kann, sondern eine Verwicklung in dramatische, schicksalhafte Ereignisse in der Vergangenheit zu finden sein werden, aus denen heraus South eine solch zurückhaltende und, was sein Verbrechen angeht, auch panische Neigung in sich trägt. Während seine neue "Partnerin" ebenfalls ihr privates Stück Erschwernis zu tragen hat und dafür auch mal dienstliche Wege (zumindest Streifenwagen) nutzt.

So verfolgt der Leser, ganz munter erzählt, die drei Erzähllinien der Aufklärung des Falles, des Rückblicks auf South Vergangenheit und dessen eigenen Mord und die sich entfaltende Beziehung zu Cupidi, der neuen Kollegin mit der eigenwilligen Tochter. Was andererseits allerdings (bis auf die endgültige Klärung des Mordes an Bob) sehr vorhersehbar vonstattengeht und den Leser über weite Strecken zwar inhaltlich gut unterhält, aber wenig emotional in Wallung ersetzt. Weder was ein "Mitfiebern" mit William South angeht, noch was eine dauerhafte Spannung der Mörderjagd beinhaltet.
Fazit
So bleibt ein gut konstruierter Fall, der aber zu wenig Spannung generiert, um den Leser durchweg mitzureißen.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 28. September 2017

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