Carolin Hagebölling: Der Brief

Der Brief

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-423-26146-3

Preis: 14,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 21. September 2020]
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Doppel-Leben

"Sollte das ein Scherz sein? Ich hatte noch nie in meinem Leben in Paris gewohnt".

Sagt Marie kluge so leichthin. Doch irgendwie hat dieser Brief, an sie unter einer Adresse in Paris adressiert, ja den Weg nach Hamburg gefunden. Zunächst jedoch legt Marie solche Gedanken beiseite. Der Inhalt des Briefes hat nichts mit ihrem Leben in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft zu tun, der Ort nichts mit ihrem Lebensmittelpunkt in Hamburg und damit sollte es dann auch gut sein.

Wobei, ein wenig zuckt sie schon zusammen, denn die Verfasserin des Briefes selbst ist ihr nicht ganz unbekannt, auch wenn die Bekanntschaft lange zurückliegt. Doch auch dort ist zunächst keine Aufklärung zu finden, die Christine, die Marie kennt, hat diesen Brief nicht geschrieben. Mit Betonung auf "diese" Christine. Denn im Verlauf der lebendig erzählten Geschichte wird dies nicht der einzige Brief bleiben und irgendwann steht Marie in Paris und sucht nach den Personen, die in den Briefen erwähnt werden, vor allem nach einem vermeintlichen "Lebensgefährten" (nichts läge ihr ferner als so etwas).

"Ich hielt mir die Ohren zu und presste die Augenlider aufeinander, bis es schmerzte. War ich jetzt vollkommen verrückt geworden?".

Was der Leser nicht unbedingt annimmt, aber bereits einige Zeit vor dieser Szene begonnen hat, mit zu rätseln, was denn da geschehen sein könnte und wie sich diese scheinbar zwei, voneinander völlig getrennten Leben, in der gleichen Person vereinen könnten. Oder ob es zwei sehr ähnliche Personen gäbe, die auf eine nicht klare Art und Weise miteinander verbunden sind.

Was allerdings die Erinnerungsstücke, die wie Ahnungen in Christine hier und zum Vorschein kommen, nicht wirklich erklären würde. Was sich erst am Ende lüften wird. Bis dieser andere Brief kommt, an eine im Buch lange wohlbekannte, nun aber überaus fremde Adresse. Was das Ganze nicht einfach macht, Für Marie. Wohl aber für den Leser, der an diesem Moment der Geschichte durchaus begriffen hat, was hinter all den merkwürdigen Ereignissen steckt.
Fazit
Überraschende Wendungen, eine gute Portion Mystik, sympathische, aber auch etwas oberflächlich gehaltene Charaktere und die Frage, was wäre wenn….man nicht nur ein Leben leben würde, ergeben mit dem anregenden Stil der Autorin eine ebenso anregende Lektüre, bei der allerdings einige Fäden am Ende offen bleiben.
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 07. Juli 2017

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