Julie Heiland: Pearl

Pearl

Verlag: S. Fischer [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-8414-4017-4

Preis: 16,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 21. Februar 2018]
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Klassischer Liebesraum mit ein wenig "Twilight".

Die eine, die große, die einzigartige Liebe. Der eine, die ein, die perfekt zueinander passen und wo das Herz nicht anders kann, als sich ganz hinzugeben. Ein vielfach in der Literatur verwendetes und doch nie seinen Reiz verlierendes Thema. Gerade die "Twilight" Romane zeigen ja die Dauerhaftigkeit dieses Themas auf und, ähnlich, wie in dieses, mischt Julie Heiland in diese klassische (und natürlich auch kitschige) Form ein wenig "Übernatürliches" hinein. Was sie eng mit dem Grundthema allerdings verzahnt.

Denn es ist nicht nur die Liebe, die dringend gesucht wird von Pearl im Roman, sondern es ist auch diese Suche, die sie unsterblich macht. Zumindest, bis sie die wahre Liebe gefunden hat. Weil das Herz zu Lebzeiten nicht erfüllt war, weil keine echte, wahre Liebe erlebt wurde, darum gibt es die "Suchenden", Männer und Frauen, die teils seit Jahrhunderten durch die Welt streifen. Auf Suche und mit der Hoffnung, "DIE Liebe" zu finden.

Wobei ein wenig Anklang an Vampire auch bei Heilands Auslegung des Themas nicht fern bleibt. Denn eine gewisse Form des "Aussagens" kann da schon passieren, durch die "Suchenden". Wenn diese entweder nicht aufpassen oder gar, böswillig werdend durch die langen Jahrzehnte, Jahrhunderte der Suche, bewusst einen ganz bestimmten "Seelenstoff" sich einverleiben.

Was eine andere Partei auf den Plan gerufen hat. "Die Jäger". Meist ehemals auch Suchende gewesen und nun damit beschäftigt, auf diese Jagd zu machen. Mit schrecklichen Aussichten, denn, werden die Jäger eines suchenden habhaft (auch hier eine Parallele zu manchen Vampir-Romanen), beerdigen sie diese als "Unsterbliche" tief in der Erde. Wo dann auf ewig eine ruhelose Seele in völliger Dunkelheit und Einsamkeit ihr Dasein zu fristen hat. Dann doch lieber endlich die Liebe finden. Mit dem Nebeneffekt, durch diese wieder sterblich zu werden und ein "ganz normales" Leben zu führen. Bis zum Tod.

Was nicht ganz klar im Roman wird, ist warum eigentlich diese "Liebe" so absolut über die "Unsterblichkeit" gesetzt wird. Es mag ja durchaus vorstellbar sein, dass Menschen, vor die Wahl gestellt, vielleicht lieber in Ruhe unsterblich wären? Ein Gedanke, der kaum Platz im Roman hat, dessen romantische Grundausrichtung der "Hingabe" absolut gesetzt wird. Zumindest ein wenig mit den beiden Kräften spielen hätte noch eine Nuance mehr in die Geschichte von Liebe, Gefahr und Unsicherheit gebracht, die so doch, trotz der "Zusatzelemente" sehr im gängigen Schema verbleibt.
Fazit
Was von Heiland in sehr flüssigem Ton und mit bildkräftiger Sprache, die den Leser schnell mit in diese Welt (zunächst, wo sonst, in einem Palazzo in Venedig) hineinnimmt und durchaus anregende Lesestunden vermittelt.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 09. Juni 2017

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