Reginald Hill: Die letzte Stunde naht

Die letzte Stunde naht

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-426-19957-2

Preis: 22,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2020]
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Wachablösung?

CI Peter Pascoe ist irritiert. Was sich steigern wird zu einer echten Verärgerung. Zum einen muss er auf die Tauffeier des Kindes der Musiklehrerin seiner Tochter. Und dann sieht er, traut seinen Augen kaum, sein kongeniales Gegenstück (und Vorgesetzten, Andy Daziel) auf der Terrasse des Hotels gehobener Klasse mit einer ihm fremden Frau.

Dabei ist der Mann doch in Reha, konnte von Glück sagen, dass er die letzten Ereignisse überlebt hat. Und damit nicht genug, es wird nicht lange dauern, bis Tascoes Handy schrillt, eine Polizistin schwer verletzt ist und in diesem neuen Fall er umgehend auf Daziel wieder trifft. Dienstlich nun. Soweit das bei den beiden getrennt werden kann. Wobei Daziel zunächst im Zimmer einer ihm doch recht fremden Frau seinen "Mittagsrausch" ausschlafen muss. Nachdem er am Morgen erstmals in Ruhe wieder ins Büro zu fahren gedachte. Nur dass er vergessen hatte, das nicht Montag, sondern Sonntag ist und dass er von ebenjener Frau auf dem Weg aufgehalten wurde. Die ein außerordentliches Anliegen an ihn hat.

Daziel soll ihren Mann finden. Ehemaliger Polizist. Seit sieben Jahren verschwunden. Und gerade, als sie ihn für tot erklären lassen wollte, um für ihre neue Liebe, natürlich auch ein hochrangiger Polizeioffizier, frei sein zu können, erhält sein ein Foto. Aktuellen Datums. Auf dem ihr Mann zu sehen ist. Verworren wird das alles von Beginn an, keine Frage. Und wenn dann noch Journalisten hinzutreten, ein Polizeichef auf Abwegen im Hotel, eine Frau, die für einen ehemaligen Gauner und nun honorigen Parteispender "aufräumt" und ebenjene Unterweltsgröße samt Sohn ganz eigene Interessen verfolgt, dann ist, wieder einmal, alles für einen intelligenten, in sich verdrehten und lange für den Leser kaum durchschaubaren Fall bereitet. Der einen Tag in Anspruch nimmt und in die einzelnen Stunden sich kapitelweise unterteilt. Ein Tag, an dem Daziel zu alter Stärke und, vor allem, alter, knochentrockener und ganz eigene Wege gehender Form wiederfindet.

Da mag Pascoe zweifeln und denken, dass es Zeit für eine Wachablösung ist, doch diese "letzte Stunde" wird noch lange nicht schlagen, vertraut man auf das Gefühl Daziels. Und wenn doch, dann anders, als Pascoe es meinen würde. Denn eines hat sich schon verändert, der "Lehrling" ist aus dem Schatten des "Meisters" getreten, vor allem mental. Was immer das für Folgen haben wird in der Zukunft und in den nächsten Fällen, die Hill hoffentlich noch dem Leser zu Gemüte führen wird. "Daziel war es nicht gewohnt, sich verletzlich zu fühlen, aber genauso fühlte er sich jetzt". Und Pascoe weiß das. Wobei beide sehr verschiedene Schlüsse daraus ziehen. Letztlich aber keine Zeit haben werden, da irgendetwas zu vertiefen, denn Gefahr ist im Verzug, Mord ist geschehen (und liegt weiterhin in der Luft) und Daziel wäre nicht Daziel, würde er auf irgendein SEK warten, wenn Not am Manne ist.
Fazit
Überzeugende Figuren bis in die kleinsten Nebenrollen hinein (der Corporal, der Steine ins Wasser wirft statt den Zugang zu bewachen, der Seargant, der seine beiden Vorgesetzten immer fest im Blick hat, die vermeintliche Witwe, die aus allen Wolken fallen wird (und das wird weh tun) und so manch andere, die für ein überaus flüssiges und anregendes Lesevergnügen (einmal wieder) sorgen. Bei dem so einige "letzte Stunden" nahen werden, aber nicht unbedingt die erwarteten.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 28. März 2017

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