Janet Clark: Black Memory

Black Memory

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-453-41833-2

Preis: 19,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 26. Oktober 2020]
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Routinierter Thriller

"Hellstes, klarstes Blau, Alles, was ich sehe, ist vergissmeinnichtblau".

In einem kleinen Ruderboot. Verletzt, mit schmerzenden Rippen. Ausgedörrt. Und ohne konkrete Erinnerungen. Weder ihren Namen noch sonst etwas Genaueres weiß die Frau. Die eher durch Zufall von einem Fischer gerettet wird, umgehend an Land in Indonesien (wie kommt sie dahin, was wollte sie dort?) von der Polizei festgesetzt wird. Die beiden Männer, die vorgeblich von der englischen Botschaft kommen, um sie aus dem Gefängnis heraus zu holen, sind ihr fremd. Und dabei wird sich herausstellen, dass einer der beiden ihr überaus bekannt sein müsste. Zudem erfährt sie, dass sie wegen Kindesentführung gesucht wird. Auch das sagt ihr nichts und auch hier sollte sie das Kind, um das es geht, eigentlich wesentlich besser kennen, als es ihr Gehirn zulässt.

In Sicherheit in London (Sicherheit?) tauchen andere Personen auf. Echte oder vermeintliche Freunde und Freundinnen? Ein hilfsbereiter Portier im Haus, ein Ehemann, der ihr fremd ist, eine Wohnung, in der sie kaum persönliche Dinge von sich findet, selbst im Badezimmerschrank nicht. Und der Versuch, mit Hilfe anderer und auf eigene Faust dem Trauma zu begegnen, sich verzweifelt zu erinnern, wer auf welcher Seite steht und wer mit was zu tun hat, vor allem mit ihr. Bis sie in einem psychotherapeutischen Institut landet (auf eigene Initiative), sich der Vergangenheit stellen muss, am eigenen Ehemann irre wird (den sie eigentlich gar nicht wirkliche erkennt) und langsam, aber sicher zumindest feststellt, dass sie eine "Gabe" besitzt, dass ihre Hände anderen Menschen helfen können und das dies vielleicht auch mit jenem Kind zu tun hat, das verschwunden ist und noch länger bleiben wird.

Bis hin zum Finale erzählt Clark sehr gefällig, gelingt es ihr, den Leser mit in diese verwirrte, verwirrende "neue" Welt der Ärztin Clare und ihres Mannes hinein zu nehmen. Dass dabei gerade die Dinge am Ende ein stückweit vorhersehbar sind, dass erfahrene Thriller-Leser den Drahtzieher schon nach dem ersten "Auftritt" irgendwie im Hinterkopf behalten lässt zwar die großen Überraschungsmomente in der Auflösung des Geschehens nicht eintreten, dafür aber gelingt Clark im Lauf der Ereignisse immer wieder eine kleinere, unverhoffte Wendung, eine Setzung gefahrenvoller Atmosphäre, welche die Irritation der Frau auf den Leser gut mit überträgt.
Fazit
Zügig treibt Clark dabei die Geschichte voran und bietet so eine anregende Unterhaltung, die routiniert und gut umgesetzt wird, auch wenn die einzelnen Elemente (Amnesie, langsames Füllen der Erinnerungslücken, Suche nach sich und der vermissten Person, nur scheinbar "Vertraute", die sich im Lauf der Zeit auch in ihren Schattenseiten zeigen werden) nicht unbedingt neu sind.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 21. Dezember 2016

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