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Christoph Keese: Life-Changer

Life-Changer

von Christoph Keese
Verlag: Penguin Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-328-60247-7

Preis: 24,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. Juni 2022]
Der Optimismus zu technischen Lösungen

Beim Betrachten des Zustandes der Welt, was das Klima, die brutalen Reibungen unter Nationen, das Sinnen auf nur die eigenen Vorteile, was Krankheiten, Nahrungsmitteldefizite und dutzende andere Probleme auf einem konkreten Planeten mit alleine bereits knapp 8 Milliarden Menschen angeht (vom Rest der Flora und Fauna, die unter dieser menschlichen Population massiv leiden ) kann man durchaus die Hoffnung erschüttert sehen auf eine überhaupt noch langlebige, vor allem auf eine "gute" Zukunft.

Was eine verständliche Reaktion wäre. Aber nicht die einzig mögliche. Denn ebenso gilt im Blick auf die Geschichte zurück, dass die menschliche Population durch alle Zeiten hindurch im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten (und darüber hinaus) eine sehr erfindungsreiche Historie aufzuweisen hat. Und gerade, wenn die Probleme am Größten schienen, steig auch der umgehende Druck auf eine Veränderungen der Lage und bildeten sich "Zeitenwenden" von Erfindungen.

Eine Situation, die Christoph Kesse für die Gegenwart ebenfalls klar im raume stehen sieht. Und das nicht auf rein abstrakter Ebene, nicht nur als Hoffnung, dass irgendwas erfunden wird, was hilft, sondern mit einer Vielzahl von ganz konkreten Beispielen, ganz konkreten Forschungen, die einerseits noch ein wenig zumindest nach Science Fiction klingen. Aber eben nur noch ein wenig, denn genügend harte Fakten in der Realität verweisen darauf, dass verschiedenen epochale "Durchbrüche" fast vor der Tür stehen.

Nicht irgendwelche Durchbrüche, sondern "stark verändernde" technische Neuerungen, Erfindungen. Die auf das Körperliche abzielen zum einen (Bekämpfung von Krankheiten durch Erkenntnisse der Biotechnologie u.a.,), auf den Planeten und das Klima zum anderen (Mobilität), auf die Ernährung der Welt (ohne noch "mehr und mehr" an Tieren und Böden oder chemische "Keulen" nutzen zu müssen).

So führt Keese durch gewichtige Anhaltspunkte für eine "gute und konstruktive Zukunft", die technisch durchaus fasziniert und deren Dynamik Kesse auch sprachlich gut vermittelt, ohne ein reines "Alles wird gut" einfach so in den Raum zu werfen. Kritik darf man üben am mehr oder minder zu wenig Beachten des "Faktors Mensch". Wie der russische Krieg gegen die Ukraine zeigt, wie an allen Ecken und Enden der Welt nackte Eigeninteressen sich erpresserisch auch gegen "Verbündete" eingesetzt werden, wie gerade jene an den "Schaltstellen des Geldes" jede aktuelle Krise umgehend für Gewinne (fast um jeden Preis) ausnutzen, das spricht leider eine aktuell noch deutliche Sprache gegen diese möglichen Segnungen zukünftiger Technik. Denn was die Finanzierungen angeht, was den Informationsaustausch angeht (ohne den es nicht gehen wird), da stehen doch noch erhebliche Hürden der menschlichen Mentalität im Weg.

Moderne, "neue" Nutzung der Kernenergie und Wasserstoff, die Vernetzung im Internet der Dinge, autonome Mobilität, mit der die Umwelt deutlich weniger belastet wird, die erfolgreiche Bekämpfung von tödlichen Krankheiten, die Regulierung der social media gegen Intrigen und Hass, all das aber liest sich faszinierend und, vor allem, wirkt bereits, als wäre es (fast) umgehend umsetzbar.

Womit Kesse vor allem eines fundiert gelingt, gegen die drängenden "Depressionen" der Zeit Mut und Motivation vor die Augen des Lesers zu setzen. Wobei die Finanzierung, auch in den Augen Kesses, der dreh- und Angelpunkt sein wird und, bekanntlich, beim "Geld die Freundschaft aufhört". Ebenso, wie nicht wenige "Superstars der Tech-Szene" diverse Pleiten (nicht mit ihrem Geld) bereits hingelegt und diverse Hoffnungen bereits enttäuscht haben. Was Keese nicht ausklammert, aber in einer Art Grundoptimismus im Buch nicht intensiv genug als Gefahrenquelle mit auf den Weg gegeben wird.
Fazit
Alles in allem eine gut lesbare und sachlich fundierte "Hoffnung" auf den Erfindergeist des Menschen, die zumindest aufzeigt, dass nicht nur in engen Kreisen und mit Waffengewalt über all gesprochen und gedacht wird, sondern auch die Zukunft noch gestaltbar möglich sein könnte. Wenn auch die Haltung nicht weniger Mächtigen auf der Welt ein "Change" erleben würde.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Lesefreund [Profil]
veröffentlicht am 29. Mai 2022

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