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Martha Wells: Der Netzwerk-Effekt

Der Netzwerk-Effekt

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-453-32123-6

Preis: 14,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 21. April 2021]
Befremdlich in guter Weise

Bots sind doch ziemlich anders. Auch wenn SecUnit, Hauptdarsteller in diesem Science-Fiction-Thriller, menschliche Teile noch in sich trägt. Aber die Art, an das Leben heranzugehen, die Dinge zu empfinden und seinen Routinen folgen zu müssen, zudem Menschen eher als nervende Biomasse zu betrachten, die aber um jeden Preis beschützt werden muss (siehe tiefliegende Routinen) oder einfach beseitigt werden können, am besten durch eine Reihe aus dem eigenen Schwarm von Drohnen (wenn Gefahr für jene Biomassen besteht, die man zu schützen hat), all das bietet Martha Wells wunderbar "normal", fließend erzählt und emotional anregend dem Leser auch mit ihrem neuen Werk an.

In dem SecUnit auf einem Frachter und Forschungsschiff landet, bzw. gekidnapped wird, das für SecUnit tiefe Erinnerungen birgt. Aber sehr verändert auf SecUnit reagiert. Was ein Rätsel ist, das gelöst werden sollte, denn der Tod droht an mancherlei Orten durch die neuen Nutzer und Besitzer des Raumschiffes. Wie genau SecUnit mit Armena, einer Schutzbefohlenen, nun den Weg überhaupt gegangen ist, der sie in dieses System gebracht hat und in die Nähe des Schiffes aus ihrer Vergangenheit, das verfliegt ein wenig auf den ersten Ereignissen im Werk. Was entweder das ein oder andere Zurückblättern beim Leser erfordern würde, oder das SecUnit typische Achselzucken innerlich, dass das am Ende auch egal ist. Denn die Gegenwart zählt. Und in dieser wird es den Moment geben, an dem das totgeglaubte FiFo doch noch eine Rolle spielt (Fifo ist das lenkende System des Raumschiffes einmal gewsen) und das auch dringend nötig, wenn schon Teile und Flüssigkeiten aus der Wunde am Rücken von SecUnit den Boden und Pilotensitz unschön beflecken.

Was das aber alles soll, was das für Leute sind, die das Schiff übernommen und SecUnit mitsamt der ihr anvertrauten Gruppe von Menschen angreifen bzw. festsetzen auf dem Schiff, das ist eine spannende Frage, die mit viel Action, Strategien, Kämpfen einhergehen, bei denen nicht nur der Leser, sondern auch SecUnit hier und da mal den Überblick verliert (sonst würde der Rücken nicht so tropfen).
Fazit
Drohnenschwärme, Killerbots (SecUnit eben), merkwürdige Gegner, ein verlassen scheinendes Schiff, ein Katz- und Mausspiel in stählernen Gängen und Räumen, in dem keiner einem anderen etwas zu schenken gedenkt, das sind die klaren zutaten für eine abwechslungsreiche Lektüre.

In der es Wells vor allem gelingt, die Ereignisse ganz und komplett aus den Augen von SecUnit ablaufen zu lassen und deren Reaktionsweisen in aller "Andersheit" befremdlich und doch emotional nahe dem Leser vor Augen zu stellen. Das macht die Lektüre ungewöhnliche, dadurch aber auch hoch interessant.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 08. März 2021

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