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Cora Harrison: Ein niederträchtiger Mord. Mutter Oberin Aquinas ermittelt

Ein niederträchtiger Mord. Mutter Oberin Aquinas ermittelt

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-499-00297-7

Preis: 10,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 24. Februar 2021]
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Ein ungewöhnlich starkes Hochwasser spült im Jahr 1923 eine tote junge Frau an die Pforte der Kapelle von St. Mary’s of the Isles in Cork, fein gekleidet, als wäre sie auf dem Weg zu einem Ball gewesen. Seargant Patrick Cashman von der Civic Guard trifft bei seinen Ermittlungen in diesem Todesfall auf die Äbtissin des Klosters, dessen Schule er früher als Kind besucht hat. Mutter Oberin Aquinas muss inzwischen die 70 überschritten haben und zeigt sich als verschwiegene, zuverlässige Zeugin, die in der Stadt bestens vernetzt zu sein scheint. Ihre Begegnung in der Klosterschule hatte für beide Figuren die Weichen gestellt: für Dorothea Murphy war der fleißige Patrick der letzte Anstoß, als Lehrerin in Irland zu bleiben und Patrick, so "methodisch und vernünftig wie immer", wäre ohne den Besuch der Klosterschule heute sicher kein angesehener Kriminalpolizist. Mitten in einem erbittert ausgetragenen Bürgerkrieg fragt sich Mutter Aquinas zu Recht, ob der Todesfall zur Abschreckung einer der Bürgerkriegsparteien inszeniert sein könnte. Verschwiegenheit über ihre Zusammenarbeit mit Patrick scheint ratsam zu sein. Als die junge Frau als Tochter eines stadtbekannten Teehändlers identifiziert wird, steht Patrick als Inspektoren-Anwärter der neu gegründeten Civic Guards unter besonderem Erfolgsdruck. Gerade wenn "altes Geld" im Spiel ist, kann er sich ein Scheitern nicht leisten. Die Spur des Geldes zu verfolgen, schadet in Ermittlungen selten; ohne Mutter Aquinas Lebenserfahrung wäre der Fall jedoch nicht gelöst worden. Als Stadt am Meer in einer von Flüssen durchzogenen Marschlandschaft spielt die Stadt Cork für das Setting des Krimis eine entscheidende Rolle, da einige der Schauplätze in charakteristischer Weise mitten in die Marsch gebaut wurden.
Fazit
Ein gemächliches Erzähltempo, die breite Beschreibung der beteiligten Figuren und das enge Verhältnis zwischen Ermittler und seiner Mentorin machen den Reihen-Auftakt um Mutter Aquinas zu einem Wohlfühlkrimi, der anregt sich genauer mit den Lebensverhältnissen im Irland der 20er Jahre zu befassen. Die ausführliche Charakterisierung der geistig regen Äbisstin als Laienermittlerin weckt meine Neugier auf die Fortsetzung der Reihe. Möge Mutter Aquinas noch lange bei guter Gesundheit sein und möge ihren Kirchenoberen in Rom noch lange verborgen bleiben, wie viele Freiheiten sie sich in der klösterlichen Routine herausnimmt.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 19. Januar 2021

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