Thomas Karlauf: Stauffenberg. Porträt eines Attentäters

Stauffenberg. Porträt eines Attentäters

Verlag: Karl Blessing Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Biografie
ISBN-13 978-3-89667-411-1

Preis: 24,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 19. September 2020]
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Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) steht, mit großer Strahlkraft, symbolisch für den Widerstand gegen das Hitler-Regime. Der 20. Juli 1944 ist ein Gedenktag, der 75 Jahre zurückliegt, bezogen auf das Erscheinungsjahr des Buches. Thomas Karlauf macht es sich zur Aufgabe, den Menschen Claus von Stauffenberg zu porträtieren und die Ereignisse um den 20. Juli, durch eine Vielzahl von Quellen gut belegt, zu interpretieren und kommentieren. Den Lesern mag das Attentat und seine Hauptakteure in einem bislang unbekannten Licht zu erscheinen.

Die Biografie beginnt mit einem Ereignis, das nicht ohne weiteres mit Stauffenberg in Verbindung gebracht würde: dem Tod "des Meisters" (gemeint ist der der Dichter Stefan George). Rasch wir klar, welche prägende Rolle George im Leben einiger junger Intellektueller spielte und welch nachhaltigen Einfluss er auch auf das Leben der Stauffenberg-Brüder hatte, literarisch, menschlich und nicht zuletzt "ideologisch". Natürlich geht es im vorliegenden Werk vorrangig um Claus von Stauffenberg, dessen Leben vom Autor gekonnt biografisch der Leserschaft näher gebracht wird.

Die wesentlichen Lebenslinien und -ereignisse werden skizziert, wobei der Soldat und Offizier Claus von Stauffenberg ins Zentrum der Betrachtung gerückt wird. Und Claus von Stauffenberg ist überzeugter Soldat und lebt das Offiziersdasein in tiefer Überzeugung. Mensch, Christ, Offizier und nicht zuletzt Familienvater - wie passt das zusammen? Der inhaltliche Struktur führt den Leser -weitestgehend einer historisch-chronologischen Ordnung folgend- durch die wesentlichen Lebensstationen des Claus von Stauffenberg, bis hin zum zentralen Ereignis: dem Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944. Einem Tag, der bis heute als Gedenktag begangen wird.
Fazit
"Kaum ein Tag der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts ist so oft beschrieben, gedeutet, erinnert, bedichtet, verfilmt, dramatisiert, kurz: bis auf den letzten Grund ausgelotet worden wie der 20. Juli 1944." (S. 309). Zurecht möchte man sagen. Ist es doch ein Tag, der in seiner Vorgeschichte und in Bezug auf die Hauptbeteiligten aussergewöhnlich ist. Dies zu beschreiben, zu erklären und interpretieren macht sich der Autor der vorliegenden Stauffenberg-Biografie zu eigen. Es ist ihm gelungen. Nicht moralisierend, gleichwohl bewertend verfasst der Autor sein Werk. Gut belegt durch historische Quellen gelingt ihm, in absolut positivem Sinne, ein kritisches Bild des Hauptakteurs, Claus Schenk Graf von Stauffenberg zu zeichnen. Einerseits kratzt es am Lack der Glorifizierung dieser mutigen Tat, andererseits würdigt es das Vorhaben und ordnet die Motive des Widerstandskreises unter Berücksichtigung historisch-gesellschaftlicher Betrachtungen ein.

Ein Buch, das aus meiner Sicht Fragen stellt und den Leser zu einem eigenen Schluss ermutigt, zumindest aber, sich mit diesem Ereignis näher zu befassen. Es lohnt sich, dies Buch zu lesen und vergleichend zu weiterer aktueller Literatur zu nutzen (meine Empfehlung als Ergänzung zum Buch von Thomas Karlauf möchte ich das Buch der Stauffenberg-Enkelin, Sophie von Bechtolsheim explizit nennen).
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
Weitere Rezensionen zu Büchern von Thomas Karlauf:
Stefan George. Die Entdeckung des Charisma

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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 15. August 2020

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