Matthias von Hellfeld: Von Anfang an Europa. Die Geschichte unseres Kontinents.

Von Anfang an Europa. Die Geschichte unseres Kontinents.

Verlag: Verlag Herder [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-451-38552-0

Preis: 26,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 10. Januar 2020]
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"Was Europa fehlt: Eine gute Geschichte" so betitelt der Autor, Matthias von Hellfeld das einleitende Kapitel seines neuen Buchs über die Geschichte unseres Kontinents. In der Tat: gerade die aktuelle(n) Krise(n) auf dem Kontinent, innerhalb und rund um die Europäische Union sind Wasser auf die Mühlen der Europa-Skeptiker. Bürokratisches Monster, intransparente und willkürliche Verfahrensweisen der Gremien, zu wenig Achtung vor nationalen Entwicklungen und Problemlagen. All dies weht der Europäischen Union zurzeit als Gegenwind ins Gesicht.

Aber was ist eigentlich die Alternative?

Hier setzt Matthias von Hellfeld an und beschreibt auf gut 330 Seiten die Geschichte unseres Kontinents unter besonderer Btrachtung demokratischer Entwicklungsprozesse, sowie dem Mit- und Gegeneinander der europäischen Länder. Beginnend mit dem Werden der attischen Demokratie, weiter über historische Meilensteine der verschiedenen Epochen bis zur Gründung der EU und deren aktuellen Problemen, wird zu einem Flug durch die Geschichte des Kontinents angesetzt. Umrahmt wird die historisch-chronologische Darstellung durch thematische Aspekte wie Glaube und religiöse Toleranz, Krieg und Diplomatie sowie Betrachtungen zum Nationalismus und Nation. Schlußendlich erlaubt sich der Autor eine Fiktion: 2057 - Vom Ursprung nach Utopia. Die Zeitreise endet mit der Republik Europa.

Gleich ob die Zukunft der Fiktion von Hellfelds folgen wird oder nicht. Seine historisch geprägte Abhandlung und seine Betrachtungen über das Wirkungsgefüge der Ereignisse in Bezug auf das Werden eines weitgehend befriedeten Kontinents aktuell, ergeben eine gute Basis für das Verständnis über Entstehung und Entwicklung der Demokratie. Europa als Hort der Demokratie? Gerüstet mit dem erworbenen historischen Grundwissen mag es dem interessierten Leser gelingen, eine eigene Sichtweise auf die gegenwärtige Situation zu kreieren. Und -so bleibt zu hoffen- eine gefestigte Position FÜR Europa zu finden, ohne die Augen vor Problemen zu verschließen, aber auch ohne positiv-kritisch zu hinterfragen, wie eine Weiterentwicklung aussehen kann. Die Auseinandersetzung um den richtigen Weg und die besten Inhalte, das ist die Herkulesaufgabe der Zukunft. Politik UND Bürger müssen ihn gemeinsam gehen. Der Schritt zurück in ein konsequent nationalstaatliches Denken zumindest verheißt nichts Gutes - das hat die Geschichte uns deutlich gemacht. Und so bleibt zu hoffen, dass der Mensch doch in der Lage ist, aus der Geschichte zu lernen!
Fazit
Gleich ob die Zukunft der Fiktion von Hellfelds folgen wird oder nicht. Seine historisch geprägte Abhandlung und seine Betrachtungen über das Wirkungsgefüge der Ereignisse in Bezug auf das Werden eines weitgehend befriedeten Kontinents aktuell, ergeben eine gute Basis für das Verständnis über Entstehung und Entwicklung der Demokratie. Europa als Hort der Demokratie? Gerüstet mit dem erworbenen historischen Grundwissen mag es dem interessierten Leser gelingen, eine eigene Sichtweise auf die gegenwärtige Situation zu kreieren. Und -so bleibt zu hoffen- eine gefestigte Position FÜR Europa zu finden, ohne die Augen vor Problemen zu verschließen, aber auch ohne positiv-kritisch zu hinterfragen, wie eine Weiterentwicklung aussehen kann. Die Auseinandersetzung um den richtigen Weg und die besten Inhalte, das ist die Herkulesaufgabe der Zukunft. Politik UND Bürger müssen ihn gemeinsam gehen. Der Schritt zurück in ein konsequent nationalstaatliches Denken zumindest verheißt nichts Gutes - das hat die Geschichte uns deutlich gemacht. Und so bleibt zu hoffen, dass der Mensch doch in der Lage ist, aus der Geschichte zu lernen!
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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 03. Januar 2020

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