Thomas Carl Sweterlitsch: Am Ende der Zeit

Am Ende der Zeit

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-453-31649-2

Preis: 14,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 01. Oktober 2020]
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Ein Lehrstück über Selbstvernichtung durch Gier

Es ist nicht immer und durchgehend einfach, selbst als Leser, vor weniger für die Protagonisten des Science-Fiction Thrillers, genau auseinander zu halten, in welcher Zeit, in welchem "IVF" und mit welchen Auswirkungen jene Behörde unterwegs ist, für die Shannon Moss ihre Ermittlungen durchführt. Eine Frau, die zu den Pionieren der Reisen in "Tiefenraum" und "Tiefenzeit" gehörte. Eine Agentin, die im Anblick des "Terminus" (das Ende der Menschheit in vielfachen Linien der möglichen Zukunft) sich selbst vielfach begegnet ist. Sogenannte "Echos", der eigenen Person in einer quantentechnisch möglichen, aber natürlich nicht eindimensional gesicherten Zukunft zu begegnen. Und dabei eines ihrer beiden Beine schon jung verloren hat.

"Wir kennen weder den Grund noch den Sinn. Vielleicht gibt es keinen Sinn" - "Aber das hier ist doch bloß eine Version der Zukunft. Nur eine von unendlich vielen Möglichkeiten".

Und doch scheint in allen Varianten der Zukunft das Ende der Menschheit, die Vernichtung des Geistes, unwiderruflich zu kommen. Und gar näher zu kommen, immer weniger Zeit bleibt nach vorne hin, von einer Reise in eine mögliche Zukunft zur nächsten Reise.

"Jeder von uns besuchte Zeitverlauf endet mit dem Terminus. Und er kommt näher".

Rasant scheint die Behörde alles dafür zu tun, Auswege zu finden. Doch ist das wirklich so? Wie kommt es denn, dass zunehmend in den Zukunftslinien Geräte und Möglichkeiten auftauchen, die sich nicht natürlich technisch generiert haben können? Wie kommt es, dass plötzlich Spuren eines Erkundungsschiffes auftauchen, dass als völlig verloren galt? Samt einiger Besatzungsmitglieder von damals, die gar nicht in der "Terra Firma", der feststehenden Zeitlinie der Gegenwart in der "Realität" des hier und jetzt existieren dürften? Und von denen einer der damaligen "Reisenden" brutal mitsamt seiner gesamten Familie hingerichtet wird? Samt nun Schlag auf Schlag stattfindender Todesfälle, die alle in irgendeiner Form mit der Mission zusammenzuhängen scheinen.

Bis dahin, dass Moss erkennen wird und muss, dass selbst Ereignisse ihrer eigenen Jugend mit all dem zusammenhängen und zudem mehr und mehr irre an sich selbst wird, wer genau sie eigentlich ist, was sich an ihr verändert, mit ihr geschehen sein mag in den vielfachen "Fahrten in die Zukunft", die sie dienstlich durchführte. Um zu ermitteln, natürlich vorrangig. Denn was könnte besser geeignet sein zur Aufklärung von Verbrechen, als in der Zukunft 20, 30 Jahre später nachzuschauen, ob sich bis dahin wichtige Erkenntnisse über Tat und Täter ergeben haben.

Diese Sequenzen über Shannon Moss, über ihre Jugend, das Verhältnis zu ihrer Mutter und vielfache andere Informationen stehen zwar ziemlich Breit und ausführlich in Teilen des Romans, die Neigung wächst im Lauf der Lektüre, hier auch mal zu überblättern, aber andererseits sind in all dem auch immer wieder nützliche Informationen enthalten, die Schritt für Schritt erst das gesamte Bild all dessen ergeben, was an Verbrechen und Bedrohung der Menschheit mehr und mehr drängend im Raume steht.

Zudem nehmen die Ereignisse im Lauf der Geschichte durchaus Fahrt auf, Spannung und Tempo sind im zweiten Teil des Werkes gut gesetzt. Dies in Verbindung mit den technischen Möglichkeiten und Erläuterungen, mit den Zielen der "Lösung des Geistes vom Körper", die manche Wissenschaftler im Buch versuchen, zu finden, bieten eine informative, am Ende in den Grundzügen gar nicht unrealistische Lektüre, wie man sich täuschen kann, wie feste Überzeugungen in die Irre führen können und wie die Gier mancher Beteiligter das ganze Unglück erst heraufbeschwören.
Fazit
Eine empfehlenswerte Lektüre trotz einiger Längen.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 24. April 2019

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