Henning Lob: Digital und Vernetzt

Digital und Vernetzt

Verlag: J.B. Metzler Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-476-04695-6

Preis: 19,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 18. April 2019]
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Wie die Digitalisierung die Sprache verändert

Es ist ein spezielles Thema im Rahmen der Digitalisierung, des Web, der globalisierten Kommunikation und derer "bildhaften" Folgen, dem sich Hennig Lob, durchaus interessant zu lesen, in diesem Werk zuwendet. Und noch konkreter, es ist eben jenes "bildhafte" der Digitalisierung, jener Vernetzung von Text, Bild, Video und Audioinhalten, die mehr und mehr ein komplexes Ganzes als jeweilige Botschaft generieren, das Lob in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellt.

"…auf das Bild, das wir uns von Sprache machen".

Ausgehend von Beobachtungen seiner eigenen Vortragstätigkeit mit dem Kern eines "Gefühls", dass sich die gegenwärtige Sprachverwendung deutlich von dem unterscheidet, was, vielleicht eher noch unbewusst, als das "sprachliche Ideal" angesehen werden könnte. Wobei auf jeden Fall die Beobachtung nachzuvollziehen ist, dass das, was auf Smartphone und Computerbildschirmen als Nachrichten und Inhalte erscheint, auf jeden Fall einfach schon auf den ersten Blick anders aussieht als jene Texte, die in Buch- oder Papierform weitgehend vorliegen.

Wobei Lob zunächst gründlich auf die grundlegenden Eigenschaften von Sprache eingeht. Wie wir über Sprache denken und sprechen, wie ein erstes Bild von Sprache beim Menschen entsteht unter Einbeziehung der Rhetorik, Grammatik, Dialektik und in der, durchaus gar nicht provokativ gemeinten Frage mündet, ob es das "antike Bild der Sprache", Instrument der Gelehrten, Sicherung von Erkenntnissen und Übermittlung von Botschaften und Wissen, überhaupt noch gibt. Um ebenfalls klar im Werk zu beleuchten, dass auch das WWW am Ende zunächst (und das bis heute, allerdings einem sichtbaren Wandel unterzogen) als "Schriftmedium" entwickelt wurde.

Denn zugleich hat das WWW eigenständige Textformen hervorgebracht, die es bis dato in dieser Form einfach nicht gab. Homepages, Nachrichten-Portale, Service-Seiten, die mit der zuvor eher klaren Trennung von Text und Bild "aufräumten" und in der Gegenwart einerseits aus funktionalen, andererseits aus ästhetischen Gründen oder Gründen der Werbung zu einer breiten Durchmischung von Texten, Grafiken und Videos führten. In deren Gefolge sich zudem neue Formen der Kommunikation entfalteten und etablierte (Chat, SMS, Twitter etc.), mit vielfach neuen Abkürzungen, Redewendungen und einer teils "Stichwortsprache", bedingt durch die Reglementierung der Höchstzahl an Zeichen.

Was, wie Lob überzeugend ausführt, auch für "neue Formen" und Methoden in der Sprachwissenschaft sorgt und weiter sorgen wird und damit eine allseits fortschreitende Entwicklung, deren "roten Faden" man im Buch gut kennenlernen kann, angestoßen hat.
Fazit
Eine spezielles, in Teilen auch tatsächlich "trockenes" Thema, das Lob in übersichtlicher und verständlicher Weise vor Augen führt.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 10. April 2019

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