Lincoln Child, Douglas Preston: Headhunt

Headhunt

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-426-65426-2

Preis: 19,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 17. Februar 2019]
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Pendergast aufs Neue

Bei diesem neuen Fall für Aloysius Pendergast, FBI und seinen "Buddy", Vincent d'Agosta, NYPD, ist doch das ein oder andere, vor allem der Beginn, anders als in den bisherigen Werken um den besonderen Agenten mit seiner Villa in New York, seinem Fahrer, seinem Rolls Royce und seinem großen Talent, um ziemlich viele Ecken denken und nachspüren zu können. Was fehlt ist zum einen das "Mystische", dass in den bisherigen Thrillern um Pendergast immer eine gewisse Rolle spielte und ein Anfang, der zudem recht schnell geschrieben worden zu sein scheint und erst nach dem ersten Drittel des Thrillers die altbekannte Atmosphäre und Spannung langsam aufkommen lässt.

Dann aber gewinnt auch dieser Fall enorm an Fahrt und entschädigt für eine eher frühe Auflösung der rätselhaften Morde mit einem langegezogenen, beinharten und knisternden Finale in einem ausgebrannten Gebäude in New York mit einer besonderen Bedeutung für den Täter. Dem "Enthaupter", der schwer bewachte und schwer gesicherte reiche Menschen (mit jeder Menge Dreck am Stecken) in ihrem ureigensten Privatleben aufscheucht und hinrichtet. Eine Mordserie, die ein Reporter gut zu nutzen versteht, seinen langsam versinkenden Stern am Journalistenhimmel aufzupolieren (was ihn selbst zudem in den Brennpunkt harter Nachstellungen stellen wird), bis ein Mord die gesamte Linie scheinbar durchbricht und alle Ermittlungen wieder auf null zurückwirft.

Und eine Serie, die ein ehemaliger Jesuitenpriester für eine "reinigende" Kritik am Zustand der Gesellschaft, in der "ein Prozent" fast alles besitzt und der Rest kaum mehr über die Runden kommt ebenfalls zu nutzen gedenkt. Eine Linie im Thriller, die spielerisch sich diesem "Zustand der Welt" nähert und, gut so, in ihren Auswirkungen offenbleibt, aber wenig Hoffnungen auf Veränderungen bietet, wenn man bedenkt, was mit den Dingend es "Fegefeuers der Eitelkeiten" am Ende passieren wird. Wobei nicht alle Ermittlungen haltlos werden, denn jene, die hinter Pendergast undurchdringlichem Gesichtsausdruck ganz eigene Wege bis dato gegangen waren, werden das Ziel natürlich bestens Einkreisen.

Für Action im Finale und Spannung auf dem Weg zur Enttarnung des Täters ist somit gesorgt, wobei das ein oder andere Moment (wie einer an zwei Orten dokumentiert zugleich wohl sein kann) wenig erklärt wird und im Lauf der Ereignisse einfach verschwindet und, wie erwähnt, das mystische an Atmosphäre sich in der Lektüre dieses Thrillers nicht einstellen wird.
Fazit
Routiniert in der flüssigen Darstellung, bekannt in den wichtigen Charakteren (wobei das Mündel im Hause Pendergast (Charlotte) leider keine so tragende Rolle mehr spielt und auch Proctor nur eher als Statist auftaucht) und als Kriminalpuzzle durchaus auf gewohnt undurchschaubarere Ebene, die umgehend den Leser mit Rätseln lässt, bieten Preston/Child durchaus wieder solide Thriller-Kost, der diesmal das gewisse Etwas zumindest ein stückweit fehlt. Insgesamt jedoch sorgt das Werk für anregende Lesestunden.
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 31. Januar 2019

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