Matthew Richardson: Niemand kennt deinen Namen

Niemand kennt deinen Namen

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-499-27408-4

Preis: 9,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 19. Januar 2019]
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Matthew Richardson konnte 2017 vermutlich nicht ahnen, wie aktuell sein Spionagethriller heute sein würde, in dem ein Verdächtiger im Verhör durch den britischen Secret Service in Istanbul gefoltert und anschließend schwer verletzt irgendwo ausgesetzt wird. In der Folge wird der MI6-Mitarbeiter Solomon Vine vom Dienst suspendiert und damit sein Zugang zum beruflichen Netzwerk gekappt. Ein abgekartetes Spiel, um Vine abzusägen? Der Verdächtige Yousef Ahmed ist Brite mit exzellenten Verbindungen in den Nahen Osten und wird verdächtigt, Kontakt zu einer islamistischen Gruppe zu haben, die im syrischen Bürgerkrieg aktiv ist. Geheimdienste stellen Experten wie Ahmed aufgrund ihrer Landes- und Sprachkenntnisse ein – und können sich dabei selten sicher sein, dass ihre Mitarbeiter nicht einem weiteren Auftraggeber dienen. Um den Fall aufzuklären und sein berufliches Ansehen wieder herzustellen, muss Solomon Vine ein konkretes Rätsel lösen um eine Figur, die sich "Niemand" nennt, und das ihm in einem Buch überbracht wird. Vine ist überzeugt davon, dass der Entwickler des Rätsels genau weiß, was ihn, Vine, antreibt, wie er als Agent tickt. Was du weißt, wird dich verraten, und so verrät die Art des Rätsels Vine möglicherweise zu viel über dessen Entwickler. Namen wie Vine, Wilde und Woods wirken verdächtig pflegeleicht. Der Autor hat sie sicher nicht aus Rücksicht auf seine ausländischen Leser gewählt. Ihre Wahl verdeutlichte hier schon bald, dass Richardsons Figuren gewöhnt sind, Namen und Identitäten häufig zu wechseln und zu diesen Figuren zu werden.

Matthew Richardson entwirrt seine Geschichte in Rückblicken und dringt damit tief in die Biografie und die Psyche seiner Protagonisten vor. Die Enthüllung einer möglichen Intrige beim britischen Auslandsgeheimdienst MI6 scheint streckenweise in den Hintergrund zu treten vor der psychologisch hochinteressanten Frage, wer dieser Solomon Vine ist, auf welchem Weg er als junger Mathematiker in den Dienst des MI6 gelangte, welche Art Beziehung er eigentlich zu seiner Studienfreundin Rose hat und in welchem beruflichen Netz Rose aktiv ist.
Fazit
"Niemand kennt deinen Namen" verknüpft die Thematik rechtsfreier Räume in der Welt der Geheimdienste mit aktuellen Ereignissen dieses Jahrtausends. Faszinierender als den aktuellen Bezug fand ich jedoch den Rückblick in Solomon Vines persönliche Entwicklung als Agent und empfehle den Thriller deshalb gern.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 21. Dezember 2018

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