Mary Higgins Clark: Flieh in die dunkle Nacht

Flieh in die dunkle Nacht

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-453-26655-1

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Tödliches Erbe

Monica Farell ist eine engagierte Kinderärztin in New York und geht in ihrem Beruf mit Freude auf. Sie aber noch mehr. Denn eigentlich ist sie reich. Sehr reich. Doch das weiß sie nicht und eigentlich ist das gut so. Denn der Reichtum birgt tödliche Gefahren.

Doch nun könnte sich ihr junges Leben radikal ändern. Zumindest erhält ein diskreter Auftragsmörder bereits zu Beginn des Buches den Auftrag, Monica Farell verschwinden zu lassen. Weder Monica noch der Leser können sich zu diesem Augenblick der Geschichte einen Reim darauf machen, warum irgendjemand ein Interesse am Tod einer freundlichen und kompetenten Kinderärztin haben könnte.

Doch bald wird das dunkle Geheimnis, zumindest für den Leser, ein stückweit erhellt. Gleichzeitig mit den Ereignissen um Monica Farell herum überlegt die Kirche an ganz anderem Ort die Ordensschwester Catherine zur Seligsprechung vor zu schlagen. Nur die Cousine Catherines, Olivia Morrow, weiß um das Lebensgeheimnis der Ordensschwester.
In jungen Jahren vergewaltigt, schwanger geworden und das Kind dann zur Adoption freigegeben. Ein Geheimnis, dass an sich schon schwer wiegt, denn eine Nonne selig zu sprechen, die, unter welchen Umständen auch immer, Mutter ist?

Komplexer wird und in Verbindung zu Monica Farell gerät dieses Wissen durch die Person des Vergewaltigers. Alexander Carell, der mit medizinischen Patenten einer der reichsten Männer der USA geworden ist, ist der Vater des Kindes der Ordensschwester. Und dieses Kind, letztlich, ist der Vater von Monica. Somit ist Monica Farell die leibliche Enkelin des Medizin Moguls und, da dieser nie geheiratet hatte, letztlich die Alleinerbin zu Beginn der Geschichte, als Alexander Cannon stirbt.

Schweren Herzens beschließt die 82jährige Olivia Marrow, den eigenen Tod vor Augen, das Geheimnis ihrer Cousine zu lüften und die junge Kinderärztin nicht länger im Unwissen über ihre Herkunft zu halten. Sie arrangiert ein Treffen, doch als Monica Farell zur Wohnung ihrer Großcousine kommt, findet sie diese tot im Bett.

Greg und Peter Cannon, Neffen des verstorbenen Multimilliardärs, haben bereits begonnen, das Geld des Onkels für sich zu reklamieren und gegen unliebsame Erbinnen zu schützen.

Alle Zutaten für ein Katz- und Maus Spiel sind somit im ersten Teil des Buches bereits angerührt.

In gewohnt flüssiger Form schreibt Mary Higgins Clark, doch vermag eine wirkliche Spannung nicht wirklich aufzukommen. Sicher entstehen einzelne, gefahrvolle Szenen, die der Leser, der Monica Farell immer einen Schritt voraus ist, klar vor Augen sieht, während die junge Frau sich anschickt, von einer Falle in die nächste zu geraten. Gefahren, die durchaus mit hineinnehmen in das Buch. Das liegt vor allem daran, dass es Mary Higgins Clark nachdrücklich versteht, eine hohe Sympathie für ihre Protagonisten entstehen zu lassen, indem sie den Leser an ihrer Arbeit und den teilweise dramatischen medizinischen Fällen um unschuldige Kinder herum teilhaben lässt.

Ebenso, wie es ihr hier gelingt, die Protagonistin menschlich nahe kommen zu lassen und zu einem Sympathieträger zu gestalten, gelingt es ihr auch, allen anderen Beteiligten Leben einzuhauchen, den Guten wie den Bösen, das ist die Stärke des Buches, die gemeinsam mit der schrittweisen Enthüllung auch noch anderer Familiengeheimnisse einige Enden der Geschichte bis zum Schluss offenhält.
Fazit
Ein sprachlich flüssig geschriebenes Buch mit überzeugenden Figuren, anders aber als andere Bücher der Autorin (z.B. "Warte bis Du schläfst") als Thriller aber letztlich nicht wirklich spannend.
Wer auf solchen Thrill des Spiels mit der unbekannten Konstellation und dem unbekannten Täter verzichten kann, aber menschliche Verwicklungen zu schätzen weiß, ist sicherlich mit diesem Buch gut bedient.
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 14. Oktober 2010

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