Margery Sharp: Das Auge der Liebe

Das Auge der Liebe

Verlag: Econ Ullstein List Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-548-00317-7

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Mr. Gibson, knapp 50, führt eine bereits 10 Jahre andauernde Affäre mit der fast 40jährigen Miss Dolores Diver. Doch als sein Geschäft kurz vorm Aus steht, muss er einer Zweckheirat mit Miranda Joyce einwilligen um sein Geschäft zu retten. Für Miss Diver beginnen damit extensielle Nöte, denen sie vorher nie ausgeliefert war, Harry Gibson hat sich immer damit beschäftigt. Dann ist da auch noch ihre 9jährige Nichte Martha, ein eigenwilliges, stures und liebloses Geschöpf und Vollwaise. Aus Geldmangel und zurück gezerrt in die Realität nimmt sich Miss Diver einen Untermieter namens Mr. Philipps. Dieser vom Irrglauben geleitet, das Haus gehöre Miss Diver, beschließt dieser einen Heiratsantrag zu machen und in weiterer Folge die Last Martha los zu werden.

Sharps Figuren sind zynisch und spitz gezeichnete britische Seelen. Miss Diver in ihrem Wahn, sie sei eine spanische Schönheit und Mr. Gibson, ihr Herzkönig, als gebrochener 50jähriger, der nicht von seiner Dolores ("spanische Rose") loskommt und in Miranda nur ein Walross sieht!
Miss Diver ist eine knochendürre vergilbte 40jährige, die sich immer nur durch die Augen ihres liebeskranken Harry gesehen hat, fühlt sich in der Welt fremd und fehl am Platz. Sie spürt den Spott nicht, der ihr von allen Seiten entgegenschlägt. Mr. Gibson, einer wie ein liebestoller Jüngling wirkender alter Fettwanz, fühlt sich zwischen Nöten und Gefühlen hin und her gerissen.
Es ist eine Geschichte zum schmunzeln. Figuren, denen jegliche realistische Selbsteinschätzung fehlt und vor lauter Liebe geblendet nicht ein noch aus wissen. Mittendrin die unsympathische aber bedauernswerte kleine Martha, die gar nicht wie ein Kind sondern vielmehr wie eine frustrierte altkluge Erwachsene wirkt, die sich nicht für ihre belebte Außenwelt interessiert, sich aber begeistert mit Zeichnen beschäftigen kann. In Mr. Joyce soll sie später auch ihren einzigen Gönner finden.
Fazit
Eine kleine amüsante Geschichte aus der alten britischen Zeit in den 30er Jahren. Eine Liebesgeschichte in den gesellschaftlichen Zwängen, die sich über diese hinwegsetzt.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 24. Februar 2009

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