Stanislaw Lem: Eden

Eden

Verlag: Nymphenburger [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-485-00769-6

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Die sechsköpfige Besatzung eines irdischen Raumschiffes havariert während der Beobachtung eines Planeten und muss notlanden. Der Schaden ist beträchtlich. Der Rückflug liegt ungewiss in weiter Ferne. Aber die Crew verfügt über zahlreiche Roboter, die nach Aktivierung die Hauptlast der Reparaturaufgaben leisten. Das Forscherteam nützt die freie Zeit um den Planeten zu erforschen. Flora und Fauna zeigen ein gänzlich anderes Bild, als das von der Erde her bekannte. Bald wird eine Art Fabrik entdeckt. Eine spiegelartige Wand ohne Fenstern und Türen lässt sich durchschreiten. Im Inneren sind zahlreiche Produktionsprozesse dabei Dinge herzustellen, die wenn sie fertiggestellt sind, wieder als Ausgangsprodukt zerlegt und in den wiederholenden Herstellungsprozess wandern. Das Ganze funktioniert vollautomatisch ohne jede Kontrolle irgendeiner Intelligenz. Wie lange diese sonderbare Produktion bereits so abläuft lässt sich nicht schätzen, es können Jahrzehnte, aber auch Jahrhunderte sein.

Bei der Rückkehr zur Rakete wird ein totes fremdes Wesen entdeckt. Es muss bei dem Versuch die Rakete zu starten zu Tode gekommen sein. Obwohl kein Gehirn vom Doktor bei der Sektion gefunden wird, muss es trotzdem über eine Intelligenz verfügen. Das Wesen selbst besteht aus einem großen äußeren Torso und ähnlich wie bei einem Känguru in einer Hautfalte eingebetetes embryoähnliches Wesen. Beide funktionieren offenbar wie eine Einheit. Deshalb nennen es die Entdecker einen Doppelt.

Bei weiteren Expeditionen entdecken die Forscher Städte dieser Doppeltwesen. Es kommt aber nicht zu einer dialogartigen Kontaktaufnahme. Im Gegenteil, nach Rückkehr zum Raumschiff nehmen die Fremden das Gebiet unter Beschuss und erzeugen so eine Art Silikonwand. Diese kann aber ohne größere Schwierigkeiten mit den irdischen Waffen durchdrungen werden.

Kurz vor Wiederherstellung der Rakete nimmt ein Doppelt mit dem Team Kontakt auf und es kommt zu einem Informationsaustausch. Dieser Austausch gibt dem Leser viele Rätsel auf, zeigt aber auch die Andersartigkeit der evolutionären Entwicklung dieses Planeten.
Fazit
Der Autor Stanislaw Lem hat hier einemn spannenden und fesselnden Science Fiktion Roman geschaffen, der logisch und präzise eine völlig andere Entwicklung einer intelligenten Rasse nachzeichnet. Der völlige Verzicht auf Rohstoffenergien und die ausschließliche Nutzung von Bioenergien bis hin zur Schaffung der eigenen Nachkommen mit den für ihre Funktion bestimmten Organen und Gliedern erzeugt bei Leser Gruseln. Die Verständigungs- und damit verbunden Interpretationsprobleme regen zum Mitdenken und Mitspekulieren an. Ein hervorragender SF-Roman mit Anspruch.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Lothar Hitzges [Profil]
veröffentlicht am 07. Mai 2004

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