Florence Braunstein, Jean-Francoise Pepin: 1 Kilo Kultur

1 Kilo Kultur

Verlag: Verlag C. H. Beck [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Lyrik
ISBN-13 978-3-406-70597-7

Preis: 28,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 22. Januar 2018]
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Ein anregender Überblick, der komprimiert und eher allgemein gehalten vorliegt

Zig-Tausende von Büchern sind über die Kultur des Menschen, seine Geschichte, seine Entwicklung und die vielfachen aufeinander sich beziehenden Ereignisse und Vernetzungen zu einzelnen Themen geschrieben worden. Und durchaus auch "Kulturgeschichten" hier und da im Überblick. Was dieses Buch zunächst auszeichnet, ist die hohe Aktualität, die von den ersten Anfängen menschlichen Lebens bis in die konkrete Gegenwart reicht. Was dabei zunächst von Beginn bekannt sein sollte ist, dass die beiden Autoren nicht im engeren Sinne eine "Kulturgeschichte" in Bezug auf Literatur, Musik, Malerei, Philosophie etc. verfassen (wobei diese Themen natürlich vorkommen und mitschwingen), sondern vordergründig eine "Geschichte der Menschheit" eher vorlegen, mit einem klar gesetzten Schwerpunkt auf die abendländische Entwicklung später im Werk. Wobei zunächst die "Wiege der Menschheit" im Nahen Osten durchaus ausführlich gewürdigt wird.

Assyrien, Mesepotamien, Persien, Ägypten, Israel, die Urgeschichte in China, Asien, werden als "erste Hochkulturen" vorgestellt und auch in ihren künstlerischen und religiösen Prägungen gewürdigt, wie auch die Architektur erläutert und in ihrer Entstehung je erklärt wird, an deren Seite später Schriften, Bücher, der Buchdruck, die Musik und alles andere, was den Menschen zu Menschen und eine Nation zur Nation je machte und in der sich die entsprechenden gesellschaftlichen Entwicklungen ausdrückten, gestellt werden. Wie im gesamten Werk, und das geht bei dem vorgestellten Zeitraum von ein paar tausend Jahren nicht anders, legen die Autoren dies eher im Überblick und je sehr allgemein gehalten und komprimiert vor. Was allerdings am Ende eine vertretbare Entscheidung ist, weil dieses Werk eher allgemeine Orientierungen geben will.

Wer an einzelnen Punkten der vielfachen Linien, Entfaltungen, Entwicklungen und Ereignissen von der Urgeschichte hin zur Globalisierung über die Renaissance, das Mittelalter, die religiösen Bewegungen der Welt, über die Entstehung klar umrissener Nationalstaaten in Europa mit erkennbar eigener Prägung, das "lange 19. Jahrhundert" und die darauf folgenden Zeiten von Krieg und Massenvernichtung seine Interessen vertiefen möchte, für den steht eine unzählbare Fachliteratur zu jedem nur denkbaren Thema ja zusätzlich bereit. Dennoch, das ein oder andere (Amerika kommt relativ zu kurz im Zeitraum von 1787 bis 1914 und auch im Blick auf das 20. Jahrhundert) hätte schon ein wenig ausführlicher auf die grundlegenden Elemente auch wirtschaftlicher Entwicklungen eingehen können. Ähnlich, wie, gut gelöst, zum Ende des Werkes hin Kunst, Literatur (über die Kontinente hinweg) und Geisteswissenschaften eine eigene Betrachtung noch erhalten.

Da auch ein Vorwort vorhanden ist, sondern unmittelbar in die Materie eingestiegen wird, braucht der Leser eine gewisse Anlaufzeit, Ziel und Methode des Werkes zu erkennen. Nichtsdestotrotz, 1258 Seiten geballter Informationen, Namen, Kulturformen, Weltgeschichte und soziale Entwicklung bieten eine, in dieser Form kaum woanders zu findende, Breite der Betrachtung. 37 Seiten Personenregister zeigen schon beim ersten Eindruck auf, dass hier ein breiter Rahmen abgedeckt wird. Allerdings wäre ein Sachregister zudem sinnvoll gewesen, nicht alle konkreten Ereignisse lassen sich aus dem Inhaltsverzeichnis herauslesen und ob einer besseren Orientierung für die häufigere Nutzung des Werkes ist das Fehlen eines Sachregisters ein echter Mangel.
Fazit
Alle in allem dennoch eine klare Empfehlung als Überblickswissen und zur Erweiterung der Allgemeinbildung
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 29. Mai 2017

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