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Katja Gloger, Georg Mascolo: Das Versagen

Das Versagen

von Katja Gloger, Georg Mascolo
Verlag: Ullstein Buchverlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Politik
ISBN-13 978-3-550-20427-2

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine steht auch das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland im Fokus. Zwar solidarisiert sich das Gros der Deutschen mit dem angegriffenen Land, dennoch gibt es eine Reihe (lautstarker) Stimmen, die der zunehmenden Distanzierung gegenüber Russland kritisch gegenüberstehen. Das Auf und Ab der deutsch-russischen Beziehungen lässt sich in vielen Epochen der Geschichte deutlich aufzeigen. In der jüngeren Geschichte war es zumeist von Ablehnung oder gar Feindschaft geprägt. Mit Michail Gorbatschow schien es eine Wende zum Guten zu nehmen - endlich. Zu Beginn seiner Amtszeit verstand es auch Wladimir Putin, die Deutschen und die (West-)Europäer von seiner Zugewandtheit zu überzeugen. Schien sein Auftritt 2001 im Deutschen Bundestag ein Beleg für die wachsende Freundschaft zu sein, änderte sich das spätestens mit seiner Rede auf der Münchener Sicherheitskonferenz im Jahre 2007. Heute wissen wir: Dort zeigte er - leider- erstmals klar und deutlich sein wahres Gesicht.

Katja Gloger beschäftigt sich als Journalistin und Politikwissenschaftlerin schon lange mit dem Verhältnis zwischen Russen und Deutschen. Gemeinsam mit Georg Mascolo verfasst sie eine investigative Geschichte der (jüngsten) deutschen Russlandpolitik. Mit dem rasanten Aufstieg Putins beginnen die Autoren ihre Betrachtungen zu den deutsch-russischen Beziehungen. Sie sezieren das Verhältnis beider Länder unter der fortwährenden Führung Putins in Russland zu den wechselnden Regierungen in der Bundesrepublik. Dabei erweist sich der russische Präsident als gewiefter Taktiker, der es anfangs versteht, nicht nur die eigene Bevölkerung um den Finger zu wickeln, sondern auch internationale Partner. Die Entwicklung zeigt, dass er Russland von einer jungen Demokratie zu einer Autokratie umformte und international den Blick auf "den Westen" von einem (scheinbaren) Partner zum Feind umlenkte.

Dabei spielen verschiedene deutsche Polit-Größen auch eine durchaus entscheidende Rolle. Über Schröder, Merkel, Steinmeier und Scholz reicht diese Facette. Der aktuelle Bundeskanzler Friedrich Merz findet ebenfalls Erwähnung, aufgrund seiner bislang kurzen Amtszeit jedoch eher am Rande. Gloger und Mascolo greifen bei ihren profunden Darstellungen und Erläuterungen auf eine solide und gründliche Recherche zurück und belegen dies mit bislang ungenutzten Quellen.
Fazit
Das vorliegende Buch leistet einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Diskussion. Es ist spannend geschrieben, liest sich flüssig, eher fast wie ein Polit-Krimi. Aufgrund exzellentem Hintergrundwissens werden zahlreiche Details besprochen und kommentiert, ohne jedoch zu dämonisieren oder streng zu urteilen. Zweifelsfrei ein Plus in der derzeitigen Lage.

Dennoch schreiben die Autoren das Buch (selbstverständlich) aus der "Heute-Perspektive" und kennen den bisherigen Gang der Dinge. An der ein oder anderen Stelle mag dies erkennbar werden, dennoch verzichten beide auf ein "Bashing". Das Zitat des mittlerweile verstorbenen langjährigen Bundestagsabgeordneten Dr. Wolfgang Schäuble bringt es m. E. treffend auf den Punkt: "Wir wollten es nicht sehen." (vgl. S. 18). Nun hilft es allerdings wenig in der aktuellen Situation den Blick nur in die Vergangenheit zu wenden. Vielmehr stellt sich die Frage: Werden wir aus unseren Fehlern lernen und welche Konsequenzen bedeutet das? In einer Welt des Umbruchs gibt es hierauf keine einfachen Antworten.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 02. Januar 2026

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