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Ulrike Guérot: Wer schweigt, stimmt zu

Wer schweigt, stimmt zu

von Ulrike Guérot
Verlag: Westend Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-86489-359-9

Preis: 16,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2022]
Zwei Jahre Corona-Pandemie (und kein Ende)! Ja, viele Menschen haben es satt, sind erschöpft, unzufrieden und eigentlich alle wünschen sich "ihr altes Leben" zurück. Nochmals ja: es war eine Zeitspanne, in der die Exekutive bis an die Grenzen gegangen ist und nach Ansicht der Autorin, auch darüber hinaus. Bringt die Corona-Politik unsere Demokratie ins Wanken, oder ist es bereits passiert? Exakt hiermit beschäftigt sich die Politikwissenschaftlerin und Professorin Ulrike Guérot in ihrem neu erschienenen Buch.

Bereits nach den ausführlichen Vorbemerkungen ist zu erkennen: Ulrike Guérot ist keine Anhängerin der Corona-Bekämpfung seitens der Politik. Die drei folgenden Abschnitte ihres knapp 140 Seiten umfassenden und gut lesbaren Essays widmet sie einer Bestandsaufnahme (Teil I - Wo wir stehen), der Schilderung des Werdeganges aus ihrer Sicht (Teil II - Was passiert ist), um abschließend eine Perspektive zu entwickeln, wie es weitergehen könnte und sollte (Teil III - Was wir jetzt machen).

Die beiden ersten Abschnitte kommen einer Abrechnung mit den Fehlern im Umgang mit der Corona-Pandemie gleich und es wird keineswegs mit Kritik gespart. Weder an den Verantwortungsträgern in der Politik, noch mit den Medien. Wenig verwunderlich also, dass der Blick in die Zukunft auf die Wiederherstellung zerstörten Vertrauens in die Demokratie dienen muss und zwar schnellstens!
Fazit
Eine kritische Stimme in unbequemen Zeiten. So sieht es die Autorin und sie kann mit Sprache umgehen. Daher gelingt ein in weiten Teilen gut lesbares Wer, das gleichermaßen als "Streitschrift" gesehen werden kann. In einer demokratischen Gesellschaft an sich nichts Außergewöhnliches - möchte man meinen. Folgt man den Ausführungen von Guérot, dann sind Teile unserer Demokratie jedoch bereits in die Brüche gegangen, aus mehr oder weniger nichtigen Gründen. Sie stellt mathematisch-naturwissenschaftliche Wissenschaft (und damit das zweifelsfrei verwirrende und in der Tat nicht immer stringente Zahlenwerk im Umgang mit Corona) einer wissenschaftlichen Herangehensweise gegenüber, in der es erlaubt und erforderlich ist, sich durch Hinterfragen geeigneten Lösungen zu nähern.

Mir fällt es eher schwer, ein ausgewogenes Fazit über das vorliegende Buch zu verfassen. Es ist zweifelsfrei KEIN Buch, das Corona-Leugnung verbreitet, das sei klar festgestellt, dennoch bin ich an vielen Stellen zu weit von dem entfernt, was die Autorin als Fakten beschreibt. Auch wenn sie dies sprachlich gekonnt verpackt, muss sie zweifelsfrei einräumen, dass auch ihre Sichtweise subjektiv is und eben genau als solcher ein Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Andersdenkenden den Willen zum Diskurs abzusprechen, weil sie ihn ja bereits verlassen haben und selbst nicht Willens sind - wie soll da eine Lösung zustande kommen?

Und: wenn man an den Verstand des Einzelnen appelliert, sollte man aus meiner Sicht besser darauf verzichten, immer wieder zu beschwören, wo WIR jetzt stehen und was WIR jetzt machen.
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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 13. März 2022

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