Jill Lepore: Dieses Amerika. Manifest für eine bessere Nation

Dieses Amerika. Manifest für eine bessere Nation

Verlag: Verlag C. H. Beck [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-406-74920-9

Preis: 14,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 31. Oktober 2020]
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Aus einem Essay entstand ein Buch: Jill Lepore, eine amerikanische Historikerin der jüngeren Generation, publiziert mit dem vorliegenden Buch eine Streitschrift über den Begriff der "Nation". Angestoßen durch das Aufflammen des amerikanischen Nationalismus in der neuesten Zeit, betrachtet sie die Sichtweise der Geschichtsschreibung der Vereinigten Staaten von Amerika und die Verwendung des Begriffs in unterschiedlichen historischen Epochen. Eine spezielle Betrachtung, die eine universelle Auslegung des Begriffs jedoch keineswegs außer Acht lässt und von daher für den historisch und politisch interessierten Leser von hoher Aktualität und Bedeutung auch hierzulande ist.

So bildet der Begriff der "Nation" den inhaltlichen Kern des vorliegenden, kompakten und höchst informativen Buches. Die Verwendung des Begriffes in der amerikanischen Geschichte bildet den roten Faden. Der Bezug zu weiteren Begriffen wie Staat, Rasse, Rassismus und Liberalismus werden anhand zahlreicher Quellen dargelegt und die entsprechenden Erklärungsansätze für den Begriff "Nation" werden in den historischen Kontext gestellt. Hierbei wird nicht nur die US-amerikanische Geschichte ins Visier genommen, sondern weltweite Erklärungen und Entwicklungen, vor allem in Europa und -geradezu selbstverständlich- in Deutschland.
Fazit
Patriotismus - Nationalismus - beides Begriffe, die einem deutschen Leser in gewisser Weise Unwohlsein hervorrufen können. Grund hierfür ist die vorrangig negative Konnotation der Begriffe aufgrund unserer Geschichte. Unterschiedliche Ansätze in Bezug auf deren Bedeutung und Interpretation bilden sich im vorliegenden Werk von Jill Lepore ab. Die USA als als "Staatsnation" (S. 32). Zunächst Konföderation, dann Staat, wurde sie schlussendlich zur Nation (erklärt). Eine seltene Angelegenheit, wie die Autorin festhält.

Die oben genannten Begriffe werden anhand historischer Belege auf den Prüfstand gestellt. Hierdurch erscheinen sie gewissermaßen in neuem Licht. Der Gedanke lohnt sich: ist bei der Verwendung negativ besetzter Begriffe die moderne political Correctness das Mass aller Dinge, oder öffnet genau dies nicht eine Tür für all diejenigen, die ihr politisches Spiel mit diesen Begriffen treiben und somit eine Deutungshoheit erreichen wollen?

Absolute Leseempfehlung!
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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 11. Oktober 2020

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