Carol Leonnig, Philip Rucker: Trump gegen die Demokratie - "A very stable Genius"

Trump gegen die Demokratie - "A very stable Genius"

Verlag: S. Fischer [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-10-397045-6

Preis: 11,48 Euro bei Amazon.de [Stand: 12. Juli 2020]
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Donald J. Trump - der mächtigste Mann der Welt und zugleich einer der machtbesessensten Politiker. Kaum einer der ihn nicht kennt, selbst wenn man nicht in besonderem Maße am politischen Geschehen Interesse zeigt. Kaum ein Tag, an dem sein Name nicht in einer der Nachrichtensendungen seinen Platz hat - nur leider ist es zumeist kein Platz, auf den er in irgendeiner Form stolz sein dürfte. Seine (erste) Amtszeit neigt sich dem Ende zu. Zeit ein Resümee zu ziehen.

Genau das tun die beiden Pulitzer-Preisträger und US-Journalisten Philip Rucker und Carol Leonnig in ihrem aktuellen Buch: Trump gegen die Demokratie. Anhand mehrerer hundert Interviews und Aufzeichnungen aus dem unmittelbaren Umfeld des amerikanischen Präsidenten zeichnen sie ein Bild seiner bisherigen Amtszeit. Der Titel ist gleichsam Programm: die amerikanische Verfassung und das Wohl der US-Bürger haben einen Stellenwert, allerdings nicht den, den sie haben sollten. Den Dienst am Volk interpretiert der Präsident auf seine ganz eigene Art und Weise. Dem Leser wird dies anhand des Umgangs mit seinen engsten Mitarbeitern, seinem Auftreten gegenüber Politikern des eigenen Landes und den Staatschefs anderer Staaten dargestellt. Natürlich bekommen die Ermittlungen und die Erstellung des berühmt-berüchtigten Mueller-Reports einen gebührenden Stellenwert und erfahren eine kritische Würdigung.
Fazit
Fest steht: einen Präsidenten wie diesen hatte die USA bislang nie. Unkonventionell, eigenartig oder eigensinnig - zur Bewertung und den bisherigen Leistungen mag jeder selbst einen Standpunkt finden. Michael Wolffs Buch "Feuer und Zorn", Bob Woodwards "Furcht" und das vorliegende Werk - sie ergänzen sich und zeichnen über den Zeitraum der nahezu 4-jährigen Amtsperiode des Donald Trump ein in gewisser Weise schlüssiges Bild eines Präsidenten, der vor allen Dingen sich selbst und seine Macht(position) in den Mittelpunkt stellt.

Auch ich war anfangs skeptisch ob biografische Kennlinien "über" einen amtierenden Präsidenten im Stile des US-amerikanischen Journalismus eine Person, einen Menschen wirklich objektiv darstellen (können und wollen). Diese Skepsis habe ich verloren. Nicht zuletzt angesichts aktueller Beweise einer Präsidentschaft vom Stile eines Donald Trump: chaotische, widersprüchliche und letztendlich auf den Schutz des Ego zentrierten Bildes in einer zunehmend verunsicherten und polarisierten Gesellschaft. Da passen die jüngsten Ereignisse um den Tod des dunkelhäutigen US-Bürgers George Floyd perfekt in ein geradezu unheilvoll wirkendes Mosaik.

Wer denkt, auch beim jüngst im S. Fischer Verlag erschienen Buchs handelt es sich ausschließlich um ein typisches Trump-Bashing, dem sei geraten genau hinzuschauen und die Abfolge politischer Handlungen und deren Auswirkungen unter die Lupe zu nehmen. Das Buch von Rucker und Leonnig liefern jede Menge Material hierzu!
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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 06. Juni 2020

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