Niels Schröder: 20. Juli 1944: Biographie eines Tages

20. Juli 1944: Biographie eines Tages

Verlag: bebra Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-89809-159-6

Preis: 18,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 23. September 2019]
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Wenige Tage vor dem 75. Jahrestag des Anschlags auf Adolf Hitler veröffentlicht der bebra-Verlag ein aus mehreren Gründen interessantes Buch über die Biographie dieses denkwürdigen Tages. Wer zwar geschichtsinteressiert ist, jedoch wenig Zugang zu "schwerer" Geschichtsliteratur findet, wird überrascht sein: das vorliegende Buch präsentiert das geschichtsträchtigen Ereignis in Form einer sogenannte "Graphic Novel". Es bedient sich demzufolge zweier "Anleihen": zum einen bedient es sich grafischer Elemente, vergleichbar mit Comic-Serien und zudem bedient es sich romanähnlicher Schilderungen.

Ungewöhnlich ist nicht nur die Aufmachung des vorliegenden Buches. Auch wer zu Beginn ein Inhaltsverzeichnis sucht, wird erstaunt sein. Es gibt keines! Der Untertitel des Buches weist den Weg: es handelt sich um die Biographie eines Tages. Umrandet wird diese Tagesbiografie von einem Prolog, der in sehr kurzer Form über die Entwicklungen seit 1943 informiert und einem abschließenden Teil (Epilog), in dem (ebenso knapp) auf die Nachwehen und die Bedeutung des 20. Juli 1944 hingewiesen wird.

Inhaltlich beschäftigt sich der Autor Niels Schröder ausschließlich mit dem Tag des Attentats: dem 20. Juli 1944. Die maßgeblichen Personen und Abläufe werden genannt und grafisch aufbereitet. Wie in Graphic Novels üblich, finden sich Dialoge der handelnde Personen, namentlich genannt und somit für den Leser stets nachvollziehbar. Immer wieder ergänzen kurze, inhaltlich klare und zutreffende Hinweise des Autoren die Dialoge und das Geschehen. Der Leser wird somit gewissermaßen Zeuge eines historisch bedeutsamen Tages und der zugehörigen Ereignisse.
Fazit
Kann eine Graphic Novel ein solch folgenschweres geschichtliches Ereignis gebührend und in würdiger Form aufgreifen und darstellen? Ich antworte auf diese Frage mit einem eindeutigen: JA!

Historisch weist das vorliegende Buch in Bezug auf die rekonstruierbaren Abläufe keine Fehler auf. Inhaltlich knapp und präzise werden die wesentlichen Ereignisse dem Leser offeriert. Sicherlich auf das Wesentliche reduziert. Genau dies ist aber der Ansatz und das Ziel des vorliegenden Werks. Es soll keine wissenschaftliche Darstellung sein, sondern es soll in Form zeitgerechter Aufmachung, vielleicht auch neue, Adressatenkreise ansprechen und an das Thema heranführen.

Wer sich aufgrund seines erweckten Interesses motiviert tiefergreifend mit dem 20. Juli 1944 beschäftigen möchte, findet gute Literaturhinweise am Ende des Buches und wird gerade jetzt mit einigen Neuerscheinungen ohne Probleme fündig. Somit kann dem Autoren und dem herausgebenden Verlag vor allem ein Wunsch mit auf den Weg gegeben werden: dies Buch verdient eine breitgestreute Leserschaft!
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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 25. Juli 2019

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