John Carreyrou: Bad Blood

Bad Blood

Verlag: DVA [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-421-04823-3

Preis: 24,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 20. Mai 2019]
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Nüchtern betrachtet handelt es sich um Wirtschaftskriminalität. Aber so wäre es wirklich zu nüchtern betrachtet. Der Inverstigativjournalist John Carreyrou schreibt für das Wall Street Journal, selbst bei Nicht-Fachleuten der Wirtschaftsbranche im wahrsten Sinne des Wortes kein unbeschriebenes Blatt. Inhaltlich widmet sich der Autor, so wie es bereits der Untertitel des Buches verheißt, dem größten Betrugsfall im sogenannten Silicon-Valley. Zweifelsfrei der Adresse für High-Tech und IT weltweit. Der Autor ging gezielten Hinweisen seiner Informanten nach und stieß auf einen ganz "großen Fisch."

Es handelt sich um ein attraktives Start-Up-Unternehmen, unter der Leitung der jungen Unternehmerin Elizabeth Holmes. Das Unternehmen mit dem Namen Theranos, seine wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zielsetzungen und Vorgehensweisen bieten die Vorlage für das Buch von John Carreyrou. Eigentlich sollte es eine sensationelle Entwicklung zum Wohle der Menschheit im Bereich labormedizinischer Diagnostik werden. Das Mini-Labor zu Hause, von jedem einsetzbar und verwendbar, mit minimalem Aufwand und maximalem Effekt und dazu noch kostengünstig. Die Welt der Labordiagnostik schien vor einer gigantischen Revolution zu stehen. Geschickt vermarktet nach außen, werden in den Board des jungen Unternehmens nach und nach einflussreiche Menschen aus der US-amerkianischen High-Society berufen und die Geldquellen stehen nicht still. Theranos steht vor einer großen Zukunft und wird in kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Start-Ups im Silicon-Valley.

Elizabeth Holmes, später auch ihr Kompagnon (und Lebensgefährte) Sunny Balwani, verstehen es geschickt, das Unternehmen nach außen perfekt zu vermarkten. Nach innen allerdings gehen sie gnadenlos vor. Jede/r Mitarbeiter*in muss für das Unternehmen eigentlich alles tun. Ausbeutung - so ließe sich das Ganze zutreffend nennen. Wer nicht folgt, oder auch nur in Verdacht gerät, an der positiven Entwicklung zu zweifeln, ist sofort seinen Job los. Allerdings dauert es auch nicht lange, bis der nächste qualifizierte Mitarbeiter zur Stelle ist. Wer möchte einem derart expandierenden Unternehmen nicht angehören?

Allerdings gibt es ein ganz wesentliches Problem: keines der von Theranos entwickelten Geräte hat jemals wirklich funktioniert. Über Jahre hinweg wird dies geschickt kaschiert, sowohl durch gekonnte Vermarktung der Zielstellungen bei gleichzeitiger Vorenthaltung des tatsächlichen Entwicklungsstandes, als auch durch rigorose Politik innerhalb des Unternehmens. Und es funktioniert über Jahre hinweg. Wie das geht? Lesen Sie das Buch!
Fazit
Vom Grunde her stehe ich dem Enthüllungsjournalismus ein wenig skeptisch gegenüber. Oft werden scheinbare Skandale enthüllt und angeprangert. Lösungsansätze und solide Belege sind hier und da leider Mangelware. Dies Buch ist anders! Es handelt sich um soliden Journalismus und John Carreyrou versteht es nicht nur spannend zu schreiben und den Leser mit packenden Details zu fesseln und immer wieder in ungläubiges Kopfschütteln zu versetzen. Alles was er offenbart, ist das Ergebnis gründlicher Recherche. Eigentlich ist das Buch schwer zuzuordnen. Es ist Sachbuch und Kriminalroman in einem.

Es ist keine neutrale Darstellung einer der größten Betrugsfälle im Silicon-Valley, vielmehr ist es eine gelungene, ausgezeichnet zu lesende und fesselnde Darstellung der handelnden Personen und der sachlichen Abläufe. Unbedingte Leseempfehlung!
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 14. Mai 2019

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