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Ferdinand Althoff: Ein gewisser Herr Wertz oder Warum Herr Stein eine andere Identität annehmen wollte Ferdinand Althoff: Ein gewisser Herr Wertz oder Warum Herr Stein eine andere Identität annehmen wollte
Als Sven Stein eines Tages wiederholt mit "Tag, Herr Wertz" gegrüßt wird, bleibt ihm, nach anfänglichem Zweifeln ("Nein, er war Sven Stein, da gab es gar kein Vertun. Was sollte das alles? War er verrückt, oder waren es die Leute?") bald nichts anderes übrig als der Entschluss, selbst Herr Wertz zu sein bzw. zu werden. Sven, "ein leidenschaftlicher Hasardeur, ein ausgeprägter Opportunist, leichtlebig und unberechenbar [...] Musische Begabung, manuelle Geschicklichkeit und ein hoher IQ kennzeichneten die Habenseite seiner Charaktereigenschaften", setzt nun seine gesamte Frührentnerkraft ("eine heimtückische Krankheit zwang ihn im vergangenen Jahr, mit 57 vorzeitig in Rente zu gehen") daran, Herr Wertz zu "übernehmen", "So müsste... – weiterlesen (Rezension vom 29. Dezember 2003)
 
Elisabeth von Arnim: Der Garten der Kindheit Elisabeth von Arnim: Der Garten der Kindheit
Es war nicht die Absicht Elizabeth von Arnims, in ihrem "Garten der Kindheit" ihre eigene Chronistin zu spielen; nein, sie verzichtet auf genaue Einzelheiten, und schafft stattdessen eine seltsam schöne, bezwingende Atmosphäre-; man liest dieses Buch, und das liegt nicht an nur 76 Seiten Umfang, sondern vor allem an "einer verzweifelten Sehnsucht nach den guten Dingen der Kindheit, den Liebkosungen, dem Trost, dem wärmenden Glauben an die unfehlbare Weisheit der Erwachsenen", flott, ohne unterbrechen zu wollen, gebannt, vielleicht zunehmend melancholisch mit einem Mal durch. "Zurück zur Vergangenheit mit all ihren Geistern" geht's, zwei wichtige Abschnitte bilden die liebenswerten Spleens des orakelnden Großvaters, und die Beziehung zum Vater, "meinem... – weiterlesen (Rezension vom 26. März 2004)
 
Hans Carl Artmann: Sämtliche Gedichte Hans Carl Artmann: Sämtliche Gedichte
Hans Carl Artmann, 1921 in Wien geboren, schreibt seine ersten Gedichte 1945. 1954 unternimmt er seine erste große Reise, sie führt von Belgien nach Holland über Frankreich bis Italien. In den Jahren 1961 bis 1968 wohnt er in fünf verschiedenen europäischen Metropolen. Artmann, der Unstete. Artmanns Kultivertheit und breite Bildung merkt man schon seinem ersten Gedichtband med ana schwoazzn dintn herau (Wiener Dialektgedichte), 1958, an. Die nächsten vier Jahrzehnte treffen fast alle Lyrik-Formen in seinem Werk zusammen: Alexandriner, Haiku, Kinderlied, Satire, Dialektgedicht, Epigramm, Ballade, Fabeln-Fabelhaftes. Die zahlreichen verwendeten Gedichtformen verwirren nicht, ebenso wenig die erfundenen und nachempfundenen Sprachen, vielmehr hebt Artmann den Leser in seine Gedichte hinein,... – weiterlesen (Rezension vom 10. September 2003)
 
Paul Auster: Buch der Illusionen Paul Auster: Buch der Illusionen
Sehr gutes Buch. Erzählt wird die Geschichte David Zimmers, dessen Familie, d. h. seine Frau und die beiden gemeinsamen Kinder, tödlich verunglückt ist. Zimmer verkraftet diesen schlagartigen Verlust nicht, er droht dem Alkohol zu verfallen. Sein Leben nimmt erst wieder Sinn an, als er, Professor für vergleichende Literaturwissenschaft, sich mit Hector Mann beschäftigt, der als letzter Slapstick-Komiker der 20er Jahre, in denen er auch unauffindbar verschwindet, gilt. Mann wird für Zimmer Passion, Mann gibt Zimmer Halt, Beschäftigung, Ziele, und dieser bastelt nun an "Die stumme Welt des Hector Mann", ein, wie es heißt, "Werk über seine Filme, keine Biografie". In sagenhaften 9 Monaten stellt er das Buch fertig. So weit, so einfach. Ab jetzt wird der Leser in wild... – weiterlesen (Rezension vom 18. Februar 2004)
 
Majgull Axelsson: Rosarios Geschichte Majgull Axelsson: Rosarios Geschichte
Hat man in "Rosarios Geschichte", die anfangs mehr Verwirrung als Berührtheit stiftet, erste Zusammenhänge entdeckt, dürfte auch der letzte Leser dieses Buch nicht aus den Händen legen. Rosario Baluyot, eines der vielen Opfer des Sextourismus auf den Philippinen, stirbt mit elf Jahren auf erschreckende Weise, "man fand einen abgebrochenen Massagestab. In Ihrem Unterleib.". Dazu entwirft Majgull Axelsson einen Dokumentarroman, der Einblicke in das kurze, grausame Leben Rosarios gewährt. Axelsson vermeidet es, mit Rosario sämtliche Mißhandlungen, die philippinischen Kindern von europäischen oder amerikanischen Sextouristen angetan werden, zu typisieren; Axelsson wehrt sich gegen einen Schlußstrich unter das sehr aktuelle Thema Kinderprostitution; stattdessen beschreibt... – weiterlesen (Rezension vom 12. März 2004)
 
Katharina E. Baumgartl: Die Geschichte einer bayerischen Bauerntochter Katharina E. Baumgartl: Die Geschichte einer bayerischen Bauerntochter
Weil ihr Buch als erster Titel des Frieling-Verlages die 7. Auflage erreicht hat, kaufte ich mir Katharina Erna Baumgartls "Geschichte einer bayerischen Bauerntochter.". Schon am Namen der Autorin ist unschwer zu erkennen, dass es sich hier um ihre Erinnerungen handelt. Die meiste Beachtung erhalten dabei die 50er Jahre: da bringt die Protagonistin, verlassen von ihrem zukünftigen Ehemann, ein uneheliches Kind zur Welt - in einem bayerischen Dorf damaliger Zeit ein ungeheurer Skandal. Mutter und Tochter finden aber bald einen Lebenspartner und Ersatz-Vater. Der Lebensweg der Ich-Erzählerin wird flott und nachvollziehbar geschildert, dabei treffen Annektode ("Ich kann mich noch gut erinnern, wie zwei Frauen unseres Dorfes sich gestritten haben. Die eine schrie: ‚Was bildest... – weiterlesen (Rezension vom 26. November 2003)
 
Samuel Beckett: Warten auf Godot Samuel Beckett: Warten auf Godot
Vor 50 Jahren, im September 1953, wurde "Warten auf Godot" in Berlin zum ersten Mal in deutscher Sprache aufgeführt. Zehn Jahre später erschien das Stück als Band 3 in der neu gegründeten edition suhrkamp (es). In die Reihe "40 Jahre edition suhrkamp" wurde es ebenfalls, in revidierter Übersetzung, mit aufgenommen. Der Übersetzer damals wie heute: Elmar Tophoven. In Samuel Becketts gerne als "absurd" bezeichnetem Drama harren die beiden Protagonisten Wladimir und Estragon zwei Akte lang vergebens auf eine Gestalt namens Godot. Dabei werden das Ausziehen eines Schuhes, die Gier auf Hühnerknochen, das Tragen von Blättern der Bäume ausführlich besprochen. Die Sprache kargt, die Themen sind banal, die Bühne bietet keinen Blickfang. Wie das Stück anfängt,... – weiterlesen (Rezension vom 24. September 2003)
 
Prune Berge: Du bist nicht meine Mutter Prune Berge: Du bist nicht meine Mutter
Prune Berge versteht es, das Leben dreier außerordentlicher Frauen in 10 Briefen wiederzuspiegeln. Den Mittelpunkt bildet Stéphanie Bouvier, "sehr lebendig, sehr groß, blond, mit dunkelblauen Schlitzaugen", eine junge, etwas rastlose Frau, die gerade dabei ist, "ihr Leben einzurichten". Stéphanie bekommt zwanzig Jahre nach ihrer Geburt und 17 Jahre nachdem sie von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben wurde, von eben der einen Brief; Anne Vallio schreibt "Meine liebe Tochter, sicher habe ich nicht das Recht, Dich so zu nennen. Aber es gibt Dich, gerade habe ich es erfahren, und Du bist zwanzig Jahre alt...". Auf diesen Brief antwortet allerdings nicht Stéphanie, sondern deren "soziale" Mutter Colette Bouvier. Zwischen diesen drei Frauen entspinnt... – weiterlesen (Rezension vom 12. März 2004)
 
Arnim Berninghaus: Kiepenkerls unernste Sicht der Tatsachen Arnim Berninghaus: Kiepenkerls unernste Sicht der Tatsachen
Mit dem Titel "Kiepenkerls unernste Sicht der Tatsachen" wusste ich erst einmal wenig anzufangen. Interessant wurde Kiepenkerls Kompendium, als ich feststellte: sein Verfasser, Armin Berninghaus, kommt aus der Wirtschaft - und nimmt die Wirtschaft aufs Horn - bemerkenswert! Denn man kennt zwar die Spötteleien der tagtäglichen Feuilletons über optimalitätsorientierte Manager, Banker, die uns an den Rand des Geldsegens treiben, Nadelstreifen aufsaugende Startups und die überschwängliche Kosumgeilheit des trögen Pöbels, aber Armin Berninghaus dringt tiefer, und die Satire drängt ihn, Berninghaus, zu immer bissigeren, lebhafteren, gewaltigeren Sticheleien - es zähle "zu den herausragenden Leistungen der Volkswirte, die wirtschaftlichen Modelle durch Prämissen so zu verfremden,... – weiterlesen (Rezension vom 04. Dezember 2003)
 
Martina Bick: Die Spur der Träume Martina Bick: Die Spur der Träume
März 1927: Nina Norge überdiedelt nach Danzig, um dort als Ärztin in der Praxis ihres Onkels zu arbeiten. Nina, die, "solange sie zurückdenken konnte, fest entschlossen war, Ärztin zu werden", war zuvor im Landeskrankenhaus Wien als Assistenzärztin tätig; in dieser Stadt begegnet sie Sigmund Freud, besucht seine Vorlesungen, liest alles, was er je veröffentlichte, und "hätte sie das Geld gehabt, wäre sie sofort seine Patientin und Schülerin geworden". Einmal nimmt sie ihren Mut zusammen, spricht Freud nach Vorlesung an, er entdeckt in ihr eine begabte Schülerin, und sie lernt dessen Haus und Familie in der Wiener Berggasse kennen; in Danzig hält sie regen Briefkontakt mit Freud; dessen Theorie der Psychoanalyse ihr bei ihrem ersten großen "Fall",... – weiterlesen (Rezension vom 12. März 2004)
 
Bertold Brecht: Kalendergeschichten Bertold Brecht: Kalendergeschichten
Wer T sagt, muß auch E sagen: Bertolt Brecht war Theater-dichter und Erzähler. Hunderttausende Mal verkauften sich seine Kalendergeschichten nach ihrem Erscheinen 1949 (1975 über eine Million Exemplare); sie waren die erste Veröffentlichung des Nachkriegs-Brecht in Deutschland. Nun legt der Suhrkamp Verlag, in dem Brecht Hausmacht hat, mit einer Neuauflage nach. 152 Seiten oder 17 Kapitel oder acht Erzählungen + acht erzählerische Gedichte + 39 "Geschichten vom Herrn Keuner". Trotz des enormen Absatzes seiner Kalenderkuriositäten, dürfte jeder Brecht-Laie in ihnen viel Neues finden, und der Brecht-Kenner wird einmal mehr verblüffen, denn der reife Brecht ist gefühlvoll, anregend, rätselhaft, raffiniert, vergnüglich, intelligent, "geschichtlich", d. h. Geschichte... – weiterlesen (Rezension vom 27. August 2003)
 
Sabine Büssing: Die nackte Wahrheit hinterm Notenschlüsselloch Sabine Büssing: Die nackte Wahrheit hinterm Notenschlüsselloch
Quicklebendige 160 Seiten. Sabine Büssing stellt pikante Lebenshinter- und abgründe elf deutscher Komponisten, von J. S. Bach bis G. Mahler, vor. Zwar frönt die Autorin ihrer gewaltig klingenden Vorankündigung, "in der folgenden Untersuchung werden wir Geheimnisse lüften, die transzendentalerer Natur sind: die Mysterien der schicksalhaften Verknüpfung von Leben und Werk", doch verpackt sie ihre Texte nicht in Elfenbein, sondern charmant, kriminalistisch, forschend; wie viel Fisch und wie viel Fleisch war Schubert, 31jährig, seine letzte Forelle verzehrend? Wieder und wieder lässt Büssing das Diabolische im Schaffen der Tonkunstmeister aufblitzen, zum Beispiel dichtet sie C. M. Weber in graziöser Weise einen Geist Samiel an, der in prophetischer Manier zur Seite steht, sie... – weiterlesen (Rezension vom 10. September 2003)
 
Georg Diez: Hier spricht Berlin Georg Diez: Hier spricht Berlin
Alles quatscht über Berlin, also kommt der Titel "Hier spricht Berlin!" totrichtig. Seltsam herbe, etwas spießige Verbitterung (Die Straßenbahn kommt zu spät, ITler trinken Latte, die Restaurantkost ist nicht perfekt, ein Berliner bekommt einen Strafzettel verpasst…) neben überhitzt überspitzter Beobachtungsgabe, ein bißchen annektodistisch da, ein bißchen lieblos dort, ein bißchen überbissig, überflüssig, übereilt, überspannt. Repräsentativ ist das Ganze, trotz der Vielzahl von Geschichten und Meinungen (!), nicht; kein Stadtführer, kein Eindrücke-über-Berlin-Gewinnbringer, kein Anti-Berlin-Schaumschläger, nein, einfach ein Buch, dessen Autoren vor kurzem nach Berlin gezogen sind, und nun, zutiefst unzufrieden mit wer-weiß-was-für-Berliner-Freunden-Berliner-Wohnung-Berliner-Sexaffäre,... – weiterlesen (Rezension vom 26. November 2003)
 
Horst Dreyer: Geliebter Narr Horst Dreyer: Geliebter Narr
Phil, der Philosoph wie -man sich ihn denkt: verwahrlost, Arbeit und Besitz verabscheuend, mit sich und der Welt mal hoffnungsvoll, mal verzweifelt hadernd, theorieverliebt, tändelnd zwischen "Körper und Geist", von guten Geistern verlassen, von bösen Geistern geplagt, ein ewiger Anfänger; Phil - "Geliebter Narr" Horst Dreyers. Die erste Hälfte spielt bis Phils Verschwinden, zum Schluss erfahren wir Details seiner Biografie. Horst Dreyer hat hier einen konsequent philosophischen Roman geschrieben, d. h. zum Beispiel: "Und weil ich so bin, wie ich nun mal bin, und weil ich finde, der liebe Gott werde sich bei meiner Erschaffung schon was gedacht haben, sage ich immer nur, was ich denke, dass es die Wahrheit ist - und was es in den meisten Fällen ja auch tatsächlich... – weiterlesen (Rezension vom 08. November 2003)
 
Brigitte Ehring: Das Grauen vor dem Morgengrauen Brigitte Ehring: Das Grauen vor dem Morgengrauen
Vor sechs Jahren entdeckte Brigitte Ehring das Dichten für sich; nun legt sie ihr erstes eigenes Buch vor, etwas unglücklich betitelt mit "Das Grauen vor dem Morgengrauen". 30 Beiträge zum alltäglichen und weniger alltäglichen Dasein, mal in Gedicht-, mal erzählter Form, wobei die Gedichte deutlich besser abschneiden. Vielleicht findet man ihr "Freude am Leben" in einer Anthologie der nächsten Jahre wieder, oder "Das Warten des Poeten" in einer Anleitung zum kreativen Schreiben, oder "Die Goldammer" in einem Mörike-Jahrbuch. Anders gesagt: Ehrings Gedichte sind federleicht, ohne zu bagatellisieren, sie stimmen nachdenklich, aber beanspruchen keine Philosophie für sich, sie berühren, doch sie sind kein Strich sentimental. Die Erzählungen sind... – weiterlesen (Rezension vom 29. Oktober 2003)
 
Hans Magnus Enzensberger: Meditationen Hans Magnus Enzensberger: Meditationen
Hans Magnus Enzensberger hat mit seinen "Meditationen" einen 99 Gedichte fassenden Band verfasst, 99fach überflüssig. Zwei, drei gute Gedichte findet man, "Kleiner Abgesang auf die Mobilität" zum Beispiel, wo es innerhalb weniger Zeilen von Bogota über Turin nach Helsinki geht, bis das Gedicht unter einem Birnenbaum zur Ruhe kommt. Oder "Die Geschichte der Wolken", was allerdings an dessen Ähnlichkeit mit der Lyrik des frühen Brechts liegt. Mehr Entdeckungen gibt’s nicht, der Auftrieb beim Lesen bleibt gering, Altes und Bekanntes in altersmilder, schaler Schale. In seiner "Motivationsdichtung" zählt der Dichter Enzensberger 14 wenig originelle Gründe auf, warum "mir nichts anderes übrig bleibt, als Euch umzubringen". "Der gemütliche... – weiterlesen (Rezension vom 15. Oktober 2003)
 
Nick Evans: VIP Nick Evans: VIP
Dieses ungewöhnliche Buch schreit nach einer ungewöhnlichen Rezension. Vielleicht beschreibt man es am besten, indem man diejenigen aufzählt, für die es geschrieben zu sein scheint. Nick Evans "VIP" also eignet sich für Menschen, die es erzählerisch so mögen: "Die Bar war kalt und düster und stank nach Tod. Aber Jim fühlte sich hier wohl, weil der Wirt, Moe, einer von diesen Typen war, die auch mal eine Auge zudrückten, wenn man nicht genug Geld dabei hatte."; es eignet sich für diejenigen, die wissen möchten, wie "verdorrte Pussies am Pinkeln gehalten" werden, "die mexikanische Nationalhymne in C-Dur zu rülpsen", und wie man einem 60jährigen, dessen "Teil seine besten Zeiten schon hinter sich hat" zu "einer phantastischen... – weiterlesen (Rezension vom 26. Oktober 2003)
 
Jonathan Safran Foer: Alles ist erleuchtet Jonathan Safran Foer: Alles ist erleuchtet
Das geschieht oft: ein Romandebüt wird umjubelt und beklatscht, große, allzu große Vergleiche zwischen dem Debütanten und Autoren einer Klasse um I. B. Singer, W. Allen, A. Kaurismäki, G. G. Marquez, J. Franzen, J. Eugenides werden gezogen. Selten besitzt der Erstling die Klasse dieser Klasse von Schriftstellern. Debütantenhype hin und her, Jonathan Safran Foer, Jahrgang 1977, hat sich mit seinem bis zur Besinnungslosigkeit überreichen "Alles ist erleuchtet" dort oben, zwischen Singer und Eugenides festgefettet. Sein Roman gliedert sich in drei Teile, wovon zwei Teile Alex gehören. Alex ist der in ukrainischem Englisch sprechende Reisebegleiter des jungen Amerikaners Jonathan Safran Foer, der im dritten Teil die 150jährige Chronik des Reise- und Erinnerungsortes Trachimbrod... – weiterlesen (Rezension vom 26. Oktober 2003)
 
Theodor Fontane: Mathilde Möhring Theodor Fontane: Mathilde Möhring
Spät, 1969 gelingt die erste authentische Veröffentlichung von Theodor Fontanes "Mathilde Möhring". Nun legt der dtv-Verlag mit einer 158seitigen Neuauflage nach, die Hintergründe zum Text bietet, leserfreundlich gestaltet und außerdem preiswert ist. Mathilde, "quick, findig, praktisch", vermietet Hugo, dessen 1. Staatsexamen ansteht, in ihrer Berliner Wohnung ein Zimmer. Der Vater Mathildes verstarb vor Jahren, und da die Mutter halb krank, halb siech liegt, braucht es Geld. Fontane stellt die Protagonisten Mathilde und Hugo unausweichlich in den Mittelpunkt, die Verlobung und Heirat der beiden, die Ernennung Hugos zum "Burgemeister", schließlich sein plötzlicher Tod sind so überraschend wie lakonisch wie selbstverständlich geschrieben. Mathilde, 23jährig,... – weiterlesen (Rezension vom 10. September 2003)
 
W. R. Frieling: Wörterbuch der Verlagssprache W. R. Frieling: Wörterbuch der Verlagssprache
Bereits in der vierten Auflage erscheint "der aktuelle Führer durch das Fachchinesisch der Verleger, Redakteure und Drucker". Sein Verfasser W. R. Frieling, erfolgreicher Verleger in Berlin, weiß, wovon er schreibt, das Lexikon schöpft aus langjähriger journalistischer und editorischer Praxis. Mit aufgenommen werden diesmal "nützliche Begriffe angrenzender Fachsprachen aus der Welt der Sprachwissenschaftler und Journalisten, der Computerexperten, Grafiker, Drucker, Buchbinder und Werbeleute", so das Vorwort; zum Beispiel sind im Anhang die wichtigsten Internet-Akronyme und -Smileys aufgelistet. Frieling fasst sich in seinen Begriffserläuterungen kurz, klar, kopf-un-lastig, Besseres kann ein Lexikon nicht bieten; das "Copyright" erklärt er in drei, "Farbe"... – weiterlesen (Rezension vom 30. August 2003)
 
Rolf Fuchs: Zitate ohne Tabus Rolf Fuchs: Zitate ohne Tabus
Eine Zitatensammlung, oder wenn ein Spruch Goethes, eine Erbaulichkeit aus der Bibel, und einige indische, griechische, französische Weisheiten zu tausend Seiten Kopfschwindeln werden. Rolf Fuchs, ein Österreicher, hat es besser, d. h. unterhaltsamer gemacht. Auf knapp 1000 Seiten versammelt er den "größten und aktuellsten provokanten Zitatenschatz", "Zitate ohne Tabus" betitelt, was sogleich die Aufgabe nennt, die sich der Autor stellte. Anders als in anderen Sprüchesammlungen verzichtet Fuchs auf seichte, versandete, stumpf gewordene Denkkünsteleien ("Philosophen habe ich nur zitiert, soweit ihre Äußerungen nicht in einer unverständlichen Geheimsprache verfasst sind", Vorwort), er möchte nicht nur Kluges und Gutes vermitteln, sondern mit Stacheligem,... – weiterlesen (Rezension vom 16. September 2003)
 
Ruth Gilg-Ludwig: Von Nudeln und Nächten Ruth Gilg-Ludwig: Von Nudeln und Nächten
"Gabi glaubte nicht an Fortschritt. Sie glaubte nur an Konsum, Verkauf und Liebe." damit ist alles gesagt zur Protagonistin in "Von Nudeln und Nächten". Gabi ist Nudelverkäuferin, nicht weniger, leider auch nicht mehr - - "Kunst des Verkäufers ist zu verkaufen, was da ist", "Es war schon neun Uhr fünfzehn, und Gabi hatte noch kein Kilo verkauft. Das hielt sie nicht aus", "Es gab Begriffe im Leben, die sagten Gabi gar nichts. Fraternité in Bezug auf Gnocchi war zum Beispiel so etwas". Auch den "Menschen Gabi" will uns die Autorin Ruth Gilg-Ludwig vorspielen, z. B. mit "Sie [Gabi] gehörte zur falschen Sorte Frau: sie liebte und glaubte an Unschuld - ganz falsch - seit Adam und Eva war es anders". Die seltsamen Namen jener... – weiterlesen (Rezension vom 30. Januar 2004)
 
Nikolaj Gogol: Die Nase Nikolaj Gogol: Die Nase
In Nikolaj Gogols "Die Nase" findet der Barbier Ivan Jakovlevic in seinem Frühstücksbrot die Nase eines seiner Kunden, des Kollegienassessor Kovalev ("Ein außerordentlich merkwürdiger Vorfall"), "es war eine Nase, eine richtige Nase! und noch dazu, wie ihm schien, eine bekannte Nase". Um allen Konflikten zu entgehen, wirft er die Nase in die Neva. Kovalev hat sich inzwischen auf die panische Suche nach seiner Nase begeben, die sich unerklärlicherweise zu einem Staatsrat gemausert hat. Beide begegnen sich, und das gilt als eine der Höhepunkte dieser seltsamen Geschichte, in der Kazaner Kathedrale, die sprechende Nase in Uniform, Kovalev sprachlos, "'Sie sind doch meine eigene Nase!' Die Nase musterte den Major und runzelte die Brauen. 'Sie irren, sehr... – weiterlesen (Rezension vom 30. Januar 2004)
 
Lea Goldberg: Briefe von einer imaginären Reise Lea Goldberg: Briefe von einer imaginären Reise
Die 24jährige Ruth nimmt 1934 Reißaus vor einer Liebe, die sie unglücklich macht; "dem Mann, den sie mehr liebt als er sie", Immanuel, schreibt sie Briefe, die auf einer, wie schnell klar wird, imaginären Reise entstehen. Die Reisestationen einer Fahrt, die in Wirklichkeit nach Palästina führt, sind: Berlin, Köln, Brüssel, Brügge, Ostende, Paris und Marseille; die kulturelle Bedeutung dieser Metropolen nutzt Lea Goldberg, die Autorin, meisterhaft aus: die Protagonistin Ruth äußert sich blitzgescheit, mit einem Schuß Melancholie, über Geschichte, Literatur, Musik, politische Verhältnisse des damals erkrankenden Herzens Europas; immer behält sie vor Augen, worüber sie berichtet, besonderes in Paris taucht sie noch einmal ein in die rauschende Kunst- und Künstlerwelt.... – weiterlesen (Rezension vom 26. März 2004)
 
Günter Grass: Letzte Tänze Günter Grass: Letzte Tänze
Grass eigentlichstes Metier ist bekanntlich der Roman; deswegen und weil nicht alle Gedichte seines neuesten Gedichtebandes "Letzte Tänze" geglückt sind, eignet sich dieses Buch für Grassliebhaber und für jene, die auf Gedichte, die an die Brillanz der 1956er "Die Vorzüge der Windhühner" nicht anknüpfen, nicht verzichten wollen. Dieses Buch kostet, für den Umfang, den es bietet, ein kleines Vermögen; dafür erhält man neben Grasscher Dicht- Grassche Bildkunst - - ekstatisch tanzende, wild ineinander verschlungene, sich erschöpfende, kopulierende Paare, die etwas komisch Halbtotes an sich haben, Circus spielen, mit dem Kopf unter Arm Purzelbäume schlagen; vielleicht muß man das mögen, mich langweilte es. Nicht überzeugt hat mich die orangene Einfärbung der... – weiterlesen (Rezension vom 30. Januar 2004)
 
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